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Ein Sanierungsfall: Die marode Loisachbrücke in der Breitenau wird erneuert.

Planung kostet schon einmal 133.400 euro

Die Loisachbrücke in der Breitenau ist marode - das plant die Gemeinde

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Die Tage der Loisachbrücke in der Breitenau sind gezählt. Einstimmig beschloss der Bauausschuss den Neubau, der zeitgleich mit dem Kramertunnel fertig sein soll.

Garmisch-Partenkirchen – Sie hat ausgedient, die Loisachbrücke in der Breitenau in Garmisch-Partenkirchen. Das steht seit einer Bauwerksuntersuchung 2011 fest. Zwar war das Bogenkonstrukt aus dem Jahr 1938 gut 50 Jahre nach seiner Errichtung noch einmal ertüchtigt worden – „damals konnte die Traglast von 18 auf 30 Tonnen erhöht werden“, sagt Rathaussprecherin Ute Leitner –, doch das reichte nicht aus. Eine Wirtschaftlichkeitsanalyse von 2014 bestätigte, „dass ein Neubau der Brücke die beste Variante – bezogen auf die gesamte Lebensdauer – darstellt“.

Aus verkehrsplanerischen Gründen, vor allem wegen desBaus des Kramertunnels, legte die Marktgemeinde das Vorhaben jedoch erst einmal auf Eis. Nachdem die Arbeiten an der Garmischer Ortsumfahrung mittlerweile aber fortgesetzt werden, kommt auch die marode Brücke wieder auf den Tisch. Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Bauausschusses, schnellstens die Tragwerks- und Objekt- sowie die Planung der Verkehrsanlage zu vergeben. „Das vorläufige Honorar dafür beträgt insgesamt etwa 133.400 Euro“, erklärte Bauamtsleiter Jörg Hahn in der Sitzung.

Grobe Schätzung für den Neubau liegt bei 1,35 Millionen Euro

Noch steht nicht fest, was der Neubau kostet, der zeitgleich mit dem Kramertunnel abgeschlossen sein soll. 2014 sei dieser „auf circa 1,35 Millionen Euro geschätzt worden“, betont Leitner. „Da wir derzeit jedoch noch am Anfang stehen, handelt es sich um eine grobe Schätzung. Genauere Berechnungen werden sich erst im Zuge der Planung ergeben.“

In deren Rahmen gilt es außerdem zu klären, wie der Verkehr künftig fließen soll. „Die neue Brücke wird etwas weiter Richtung Grainau gebaut“, verdeutlichte Hahn das Vorhaben. Nach einem Gespräch mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim steht fest, dass das möglich ist. Der Vorteil dieses Standorts: Während der Bauphase kann das alte Konstrukt genutzt werden. Das heißt, es ist keine Behelfsbrücke erforderlich, und die Behinderungen des Verkehrs halten sich in Grenzen.

Kreisverkehr am Knotenpunkt Zugspitz-/Kreuzeckbahnstraße

Zusätzlich kann der Knotenpunkt Zugspitz-/Kreuzeckbahn-/Äußere Maximilianstraße, an dem aktuell zwei Ampeln stehen, verkehrstechnisch optimiert werden. Eine Lösung sei ein Kreisverkehr, unterstreicht Leitner. Eine andere Möglichkeit wäre beispielsweise eine lichtsignalgesteuerte Variante. Welche letztendlich gewählt wird, müsse nun erarbeitet und durch eine Entscheidung des zuständigen Gremiums abgesegnet werden.

Josef Angelbauer (Freie Wähler) sprach sich bereits im Bauausschuss mit Nachdruck für den Kreisverkehr aus. „Die Rückstaus Richtung Grainau sind massiv, das würde sicher helfen.“ Sollte diese Möglichkeit zum Tragen kommen, wollte Dr. Stephan Thiel (Grün-Unabhängige Fraktion) allerdings wissen, wie der Radverkehr geregelt wird. „Das größte Problem ist sicher, aus dem Kreisverkehr auszufahren“, meinte Hahn. Er zeigte sich aber zuversichtlich, dass dafür eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden wird. Auf Nachfrage von Thiel erklärte der Bauamtsleiter zudem, dass auch erst in der Planungsphase eruiert werde, inwieweit für den neuen Standort Abholzungen erforderlich sind.

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