Am Bernadeinsteig bei der Alpspitze verirrte sich ein Berliner und kam nicht mehr weiter. Er übernachtet in einem Zelt - auf gut 2000 Metern Höhe.
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Am Bernadeinsteig bei der Alpspitze verirrte sich ein Berliner und kam nicht mehr weiter. Er übernachtet in einem Zelt - auf gut 2000 Metern Höhe.
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Er hatte zu wenig Kleidung dabei

Am Kreuzeck: Berliner zeltet auf 2000 Meter Höhe - dann kommt der Schnee

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Einsatz für die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen: Die ganze Nacht hat ein Berliner im Kreuzeck-Gebiet im Zelt verbracht. Er war vom Schneetreiben überrascht worden. 

Update vom 6. Mai um 17.40 Uhr: Ein Blick auf die Wetter-App im Handy oder auf den Wetterbericht im Fernsehen und alles war klar: Am ersten Mai-Wochenende wird’s kalt. Und es schneit – bis ins Tal. Bedingungen, die nicht zum Wandern einladen. Eigentlich. Ein Berliner ließ sich davon allerdings nicht abschrecken. Der 31-Jährige, der besser englisch als deutsch spricht, hielt trotzdem an seinen Plänen fest, eine mehrtägige Tour im Wetterstein-Massiv zu unternehmen. Sonntagfrüh musste er jedoch gegen 7.30 Uhr einsehen, dass er im tiefen Neuschnee nicht weitergehen konnte und setzte einen Notruf ab.

Mit Hilfe der Kreuzeckbahn, die eigentlich gerade wegen der laufenden Revisionszeiten nicht in Betrieb ist, gelangten sechs Retter der Bergwachtbereitschaft Garmisch-Partenkirchen auf 1650 Meter Höhe. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Einsatzleiter Thomas Bräckle. Die Zusammenarbeit mit der Bayerischen Zugspitzbahn, die dafür eigens einen Ansprechpartner für die Bergwacht bereitgestellt hat, funktioniere reibungslos. Von der Bergstation aus spurten er und seine Kameraden einen Weg zu dem Eingeschneiten, der am Bernadeinsteig zwischen Bernadeinlift und Kreuzeck festsaß. Gut 45 Minuten ging’s durch 30 bis 40 Zentimeter hohen Neuschnee zu dem Berliner, der die Nacht, in der es durchgeschneit hatte, in einem kleinen Zelt verbracht hatte.

Bergretter versorgen Berliner mit heißem Tee und Müsliriegel

Der Technik und dem guten Handy-Empfang in diesem Bereich ist es zu verdanken, dass die Retter so schnell zu dem Mann vordrangen. So konnten sie den 31-Jährigen, dem ziemlich kalt war und der auch nur wenig Kleidung dabei hatte, schnell orten. Nachdem dieser mit heißem Tee und einem Müsliriegel versorgt, und seine Ausrüstung verstaut war, machten sich er und die Bergwachtkräfte auf den Rückweg zum Kreuzeck. Nach gut einer Stunde erreichten sie die Bergbahn und gelangten gegen 12.30 Uhr sicher ins Tal.

Der Berliner hatte sich bei seinem Ausflug glücklicherweise keine Verletzungen oder andere gesundheitliche Schäden zugezogen, so dass er schließlich seiner Wege gehen konnte. Seine anvisierte Tour im Wetterstein-Massiv muss er allerdings neu planen und beim nächsten Versuch vor allem den Wetterbericht genau beachten.

Erstmeldung vom 6. Mai um 11 Uhr:

Garmisch-Partenkirchen - Die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen berichtet: Am Sonntag wurde die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen um 07:36 Uhr von Leitstelle (ILS Oberland) alarmiert. Ein Wanderer sei am Bernadeinsteig und kommt im Schnee nicht mehr weiter. 

Bergwacht-Einsatz an der Alpspitze: Mann biwakierte die ganze Nacht

Nach einem Rückruf stellte sich heraus, dass der Mann, wohnhaft in Berlin, schon die ganze Nacht dort auf dem Weg zwischen Bernadeinlift und Kreuzeck in einem kleinen Zelt biwakiert hatte. Er selbst war unverletzt und konnte lediglich den Weg nicht mehr finden. Außerdem war ihm kalt, weil er relativ wenig Kleidung mit sich führte.

Bergwacht rettet Mann an Alpspitze: Neuschnee erschwerte Aktion 

Sechs Bergretter fuhren mit der Kreuzeckbahn an die Bergstation und gingen von dort aus zu dem Wanderer auf den Steig. Bei 30-40 cm Neuschnee spurten sie in ca. 45 Minuten einen Weg zum Patienten. Bei ihm angekommen wurde er notdürftig mit Essen und Tee versorgt. Nach einer weiteren Stunde Rückweg zur Kreuzeckbahn, gemeinsam mit dem Patienten, endete der Einsatz gegen 12:30 Uhr.

Ein riesiger Dank geht laut Bergwacht an die Zugspitzbahn und ihre Mitarbeiter, die Sonntagfrüh die Bahn extra für den Einsatz in Betrieb genommen haben.

Kein Dank ging an die Bergwacht in Tannheim, Tirol. In den Tiroler Alpen hatte die zwei Deutsche, die sich verirrt haben, gerettet. Allerdings drohen die beiden Geretteten nun mit Klage - der Grund klingt wie ein Scherz.

mm/tz

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