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Auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Hornung in Burgrain sollen 40 Wohnungen im Kommunalen Wohnungsbau entstehen. 

Gemeinde hat Belegung selbst in der Hand

Baubeginn 2020: Garmisch-Partenkirchen reagiert auf Wohnungsnot

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Bezahlbarer Wohnraum ist in Deutschland knapp. In vielen Städten und Gemeinden herrscht echte Wohnungsnot – auch in Garmisch-Partenkirchen. Das will der Markt ändern. Auf einem Gelände im Ortsteil Burgrain steht ein Kommunaler Wohnungsbau kurz vor der Realisierung.

Garmisch-Partenkirchen – Erstmals seit Jahren tritt der Markt Garmisch-Partenkirchen wieder als Bauherr von Mietwohnungen auf, nachdem man unter der Ägide von Alt-Bürgermeister Thomas Schmid (damals CSB) zahlreiche Immobilien zu Geld gemacht hatte, um andere Vorhaben stemmen zu können. Das Portfolio der Gemeinde schrumpfte arg zusammen. Derzeit nennt Garmisch-Partenkirchen noch 167 Sozialwohnungen und 25 frei finanzierte sein Eigen. „Es waren schon einmal viel mehr“, sagt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). In Burgrain, an der Steigfeldstraße, sollen auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Hornung – eingesäumt von der Bahnlinie und dem Gewerbegebiet Loisachauen, dessen Immissionen den Bürgern viel Ungemach bereiten – auf einer Fläche von 3920 Quadratmetern im Zuge des Kommunalen Wohnungsbaus nun laut Bauamts-Chef Jörg Hahn „bis zu 40 Einheiten entstehen“. Zehn Prozent davon behindertengerecht. Die Gesamtwohnfläche beträgt 2600 Quadratmeter.

Darüber informierte Hahn die Mitglieder des Bauausschusses in der Sitzung am Montag. Bislang war stets von 30 bis 35 Wohnungen die Rede gewesen. Hahn sprach von einem wohl dreigeschossigen Baukörper, zu dem Nebenanlagen, Stellplätze und ein Spielplatz gehören sollen. „Wir wollen den versiegelten Bereich so gering wie möglich halten“, erklärte Hahn.

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Auf einen Keller wird nach dem derzeitigen Stand der Dinge verzichtet. Komplikationen könnten sich ergeben, da das Areal, das früher einmal im Überschwemmungsgebiet lag, Hahn zufolge „die tiefste Stelle Burgrains ist“. Eine gewisse Grundwasserproblematik ist dort nicht von der Hand zu weisen. Um der aus dem Weg zu gehen, sprach sich Alois Maderspacher (CSU) für eine Unterkellerung des Gebäudes aus. Sein Vorschlag: Durch eine Wanne könne man die Schwierigkeiten mit dem Wasser lösen.

Förderungen fließen 

Damit würde sich das Projekt vermutlich verteuern. Derzeit schlägt es mit zehn Millionen Euro zu Buche und wird großzügig aus Säule zwei des Wohnungspakts Bayern gefördert – 30 Prozent fließen aus diesem Topf, 10 Prozent muss der Markt einbringen, was durch die Bereitstellung des Grundstücks erfolgt. Für die verbleibenden 60 gibt’s ein besonders günstiges Darlehen durch die BayernLabo. Vorgesehen ist eine Quadratmetermiete von acht bis neun Euro. Es soll Meierhofer zufolge „komplett haushaltsneutral gebaut werden. Die Mieteinnahmen tragen Zins und Tilgung“. Sie befürchtet, dass dieser Preis und damit die Vorgaben, die der Freistaat macht, nicht eingehalten werden können, falls das Gebäude mehr als die anvisierten zehn Millionen Euro kostet.

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Im Haushalt hat die Verwaltung für heuer 500 000 Euro eingestellt. Die sind für diverse Gutachten und den Wettbewerb vorgesehen, mit dessen Start Hahn „zum Ende der großen Ferien“ rechnet. „Wir müssen ausschreiben, sonst verlieren wir die Förderung“, erklärt Meierhofer. Baubeginn dürfte frühestens 2020 sein, die ersten Mieter werden wohl nicht vor 2022 einziehen.

Die Fläche in Burgrain war häufiger Streitpunkt im Gemeinderat gewesen. Einige Kommunalpolitiker hatten für einen Sozialen Wohnungsbau plädiert, den die Mehrheit kategorisch ablehnte. Man befürchtete sozialen Sprengstoff in Burgrain, sollten dort ausschließlich Asylbewerber zum Zug kommen. Beim Kommunalen Wohnungsbau kann der Markt hingegen sein Belegungsrecht wahrnehmen. „Das werden wir mit Sicherheit tun“, sagt Meierhofer.

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