Christian Langenmairs Meinung ist klar: „So etwas soll in Zukunft möglichst verhindert werden.“ Daher lud der Polizeichef von Garmisch-Partenkirchen Vertreter aller beteiligten Stellen zur Analyse nach dem Verkehrschaos vom 15. Juni ein. Damals hatte es Megastaus wegen der Straßensperre zur Deckensanierung der B2 in Partenkirchen gegeben. 
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Nichts geht mehr: Den Mega-Stau am 15. Juni – Auslöser waren Sanierungsarbeiten der B2-Ortsdurchfahrt in Partenkirchen – werden viele Autofahrer nicht vergessen.

Behörden treffen sich zur Nachbesprechung

Nach Verkehrsinfarkt im Juni: Beteiligte Behörden einigen sich auf neue Kommunikationswege

  • Christian Fellner
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Christian Langenmairs Meinung ist klar: „So etwas soll in Zukunft möglichst verhindert werden.“ Daher lud der Polizeichef von Garmisch-Partenkirchen Vertreter aller beteiligten Stellen zur Analyse nach dem Verkehrschaos vom 15. Juni ein. Damals hatte es Megastaus wegen der Straßensperre zur Deckensanierung der B2 in Partenkirchen gegeben. 

Garmisch-Partenkirchen – Diesen Tag mit dem Begriff Verkehrschaos zu beschreiben, es wäre die Untertreibung des Jahres. Einen solchen Infarkt entlang der B2 und B23 hat der südliche Landkreis Garmisch-Partenkirchen vielleicht sogar noch nie erlebt. Mehr als drei Stunden aus Murnau in den Kreisort – mit solcherlei Horrorszenarien waren nicht nur ein paar Autofahrer konfrontiert gewesen am Montag, 15. Juni. Das Staatliche Bauamt in Weilheim hatte auf diesen Tag den Startschuss zur Deckensanierung der B2-Ortsdurchfahrt Partenkirchen gelegt. Es war der erste Tag nach den Pfingstferien, kein sonderlich aufregender also. Das Wetter: trüb. Und trotzdem standen alle. Zwischen Autobahn und Kreisort ging viele Stunden nichts mehr. Wo der viele Verkehr herkam, darüber rätseln die betroffenen Behörden noch immer?

Auch Christian Langenmair, seit November Leiter der Polizeidienststelle in Garmisch-Partenkirchen. Er selbst stand im Stau, wich in die Dienststelle nach Oberammergau aus. „Ich denke, es war eine Verkettung unglücklicher Umstände.“ Erstmals waren die Grenzen zu Österreich wieder offen. Vielleicht lockte dies Neugierige an. Viele Touristen seien auch nach den Ferien noch in der Region gewesen. „Bei schlechtem Wetter setzen die sich ins Auto.“ Mutmaßungen. In jedem Fall wollte der Polizeichef dem Problem auf den Grund gehen, es nicht einfach so stehen lassen. Denn das Verkehrschaos gefiel auch den Ordnungshütern nicht. Also lud er die entscheidenden Köpfe zu sich auf die Dienststelle ein. Straßenbauamt, Landratsamt und die Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen und Farchant, Elisabeth Koch und Johann Schmid kamen. „Ich wollte eine Nachbesprechung, um zu eruieren, was zu diesem Staugeschehen geführt hat“, begründet Langenmair. Denn eines sei klar: „So etwas soll in Zukunft möglichst verhindert werden.“

Die Gespräche beschreibt der Polizei-Chef als „gut und konstruktiv“. Die Ergebnisse: Da geht er nicht so wirklich ins Detail. Es solle keine nachträglichen Schuldzuweisungen geben. Nur so viel: Offenbar haperte es ein wenig an der Kommunikation. „Wir haben uns auf ein Prozedere geeinigt“, bestätigt Langenmair. Im Vorfeld müssten bessere Absprachen erfolgen.

Analysiert haben die Beteiligten diesen Tag freilich auch noch einmal. Die entscheidende Erkenntnis: „Letztlich ist es so, dass es nicht möglich war, so einen Eingriff in den Straßenverkehr tagsüber auszuführen.“ Nach der Baumaßnahme im vergangenen Oktober, als die B2 vom Farchanter Kreisel bis zum Rathausplatz schon einmal mit einer neuen Asphaltdecke versehen worden war, hatte man im Bauamt wohl noch auf einen Corona-Effekt mit wenig Verkehr gehofft. Es blieb beim frommen Wunsch.

Selbst die Polizei konnte an diesem Tag die Situation nicht mehr eingreifen. „Wir haben mit fünf Beamten versucht zu retten, was noch zu retten ist. Aber das hatte nur geringen Erfolg.“ Die Polizei postierte sich am Marienplatz sowie an der Loisachbrücke im Ortsteil Garmisch. Letztere Kreuzung B23/Alleestraße hatten die Beamten als größtes Nadelöhr ausgemacht. „Dort wollten wahnsinnig viele Fahrer abbiegen.“ Da sich der Verkehr aber in beide Richtungen staute, war der Kreuzungsbereich ständig verstopft. Nichts ging mehr. „Wir haben versucht, die Ampeln so zu regeln, dass ein Verkehrsfluss entsteht.“ Doch die Polizei war machtlos. Erst gegen Nachmittag entspannte sich die Lage etwas. Das Bauamt reagierte nach vielen erbosten Anrufen prompt, verschob die Arbeiten in die Nacht. Und in den folgenden Tagen waren die Straßen wieder frei.

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