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Bei einer Niederlage in der Stichwahl: Meierhofer verzichtet auf Gemeinderatsmandat

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Von: Peter Reinbold

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Noch läuft der Wahlkampf – allerdings nur auf den Plakatwänden in Garmisch-Partenkirchen. © Sehr

Damit musste gerechnet werden: Im Falle ihrer Niederlage in der Stichwahl am Sonntag gegen Herausforderin Elisabeth Koch will Garmisch-Partenkirchens amtierende Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer ihr Gemeinderatsmandat nicht annehmen.

Update, 27. März: Am 29. März ist Stichwahl in mehreren Kommunen im Landkreis. Alle Ergebnisse, News und Reaktionen am Wahltag lesen Sie hier live im Ticker für die Region Garmisch-Partenkirchen.

Garmisch-Partenkirchen – Die zwei Frauen und die beiden Männer, die dem Garmisch-Partenkirchner Wahlausschuss angehörten, der am Dienstag im Rathaus tagte, dürften baff gewesen sein, als sie die schriftliche Erklärung von Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hörten. Meierhofer, die nicht anwesend war, weil sie nicht Mitglied dieses Gremiums ist, erklärte darin den Verzicht auf ihr Gemeinderatsmandat, falls sie in der Stichwahl an diesem Sonntag unterliegen sollte. Die amtierende Rathaus-Chefin sah sich zu diesem Schritt gezwungen. „Wer nicht innerhalb einer Woche widerspricht, der hat sein Amt automatisch angenommen“, sagt sie im Tagblatt-Gespräch. „Ich musste das so machen. Ich bin ehrlich und lege die Karten auf den Tisch.“ Es solle aber keiner daraus schließen, dass sie die Stichwahl bereits abgeschrieben hat. „Ich habe sechs Jahre gekämpft, da höre ich doch ein paar Tage davor nicht auf.“

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Die Befürchtung, dass sich ihre Ankündigung, sich im Falle einer Niederlage aus dem Gremium zurückzuziehen, negativ auf das Ergebnis auswirken könnte, hat sie nicht. „Es kommt, wie es kommt.“ Zudem dürften die Würfel schon gefallen sein. Bis Donnerstag hatte bereits knapp die Hälfte der Wahlberechtigten abgestimmt. Den ersten Urnengang vor knapp zwei Wochen hatte ihre Herausforderin Elisabeth Koch (CSU) mit annähernd 46 zu rund 22 Prozent für sich entschieden. Kochs Reaktion auf die Erklärung ihre Kontrahentin: „Das ist ihre höchstpersönliche Sache. Mehr will ich dazu nicht sagen.“

Keine „beleidigte Leberwurst“

Als Flucht, so Meierhofer, dürfe ihr Plan nicht gedeutet werden. Ebenso wenig spiele sie „die beleidigte Leberwurst“, sollte ihre Amtszeit nach sechs Jahren enden weder sei sie „eine schlechte Verliererin“. Sie kenne kaum Beispiele, dass ein abgewählter Bürgermeister weiter dem Gemeinderat angehört. Als Nachrückerin steht Kathrin Rotter-Heinle parat.

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Meierhofer meint, es würde der Arbeit des Gemeinderats schaden, säßen sie und eine Bürgermeisterin Koch gemeinsam im Großen Sitzungssaal. „Viele Dinge würden auf mich und Frau Koch reduziert werden.“ Das würde weder dem Gemeinderat noch dem Ort guttun. „Vor allem in diesen Zeiten.“

Corona: Große Aufgabe für den Gemeinderat

Die Corona-Krise, die derzeit fast alle anderen Themen dominiert, wird Meierhofer zufolge die Arbeit des künftigen Gemeinderats auf Jahre hinaus prägen. Und ihm Fesseln anlegen. Der Haushalt, der in der Sitzung am 19. Februar mit großer Mehrheit verabschiedet wurde, ist das Papier nicht wert. Die Einnahmen – vor allem die Gewerbesteuer – , so kann prognostiziert werden, dürften einbrechen. Um den Betrieben, Einzelhändlern, Gastronomen und Hotelliers zu helfen, hat Meierhofer reagiert: „Bei der Erhebung von gemeindlichen Steuern agieren wir wohlwollend.“

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Weniger Geld in der Kasse und viele Projekte zu stemmen. Die 64-Jährige, promovierte Ärztin, die schon als Intensivmedizinerin gearbeitet hat, weiß, an welchem finanziellen Tropf der Markt in Zukunft hängen wird. „Wahrscheinlich werden Schulden aufgenommen werden müssen. Eines ist sicher: Der neue Gemeinderat wird nicht vergnügungssteuerpflichtig.“

Ihre persönliche politische Karriere, sollte sie in der Stichwahl scheitern, sieht sie damit nicht als beendet an. „Ich werde mich auch in Zukunft in der SPD engagieren.“

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