Versuchtes Tötungsdelikt

Messer-Attacke in Festzelt: Jetzt gibt‘s einen Zeugen

  • Tanja Brinkmann
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Messer-Attacke in Partenkirchner Festzelt: Ein Streit zwischen zwei Männern ist so eskaliert, dass der eine mit einem Messer auf den anderen losging und es ihm in den Kopf stechen wollte.

Update von Freitag, 24. August, 19.11 Uhr: 

Im Raum steht versuchte Tötung. „Dabei bleibt’s auch“, betont Kripo-Chef Werner Burger. Wie es allerdings am Montagabend zu dem heftigen Streit im Partenkirchner Bierzelt kommen konnte, steht nach wie vor nicht fest. „Die Ermittlungen dauern an.“ Mittlerweile habe sich aber ein Zeuge bei der hiesigen Kriminalpolizeistation gemeldet, der sehr gut beobachten konnte, wie sich die Auseinandersetzung zwischen dem Garmisch-Partenkirchner (51) und dem Farchanter (37) entwickelte. Der Ältere, der versucht hatte, seinen Kontrahenten mit einem Messer im Bereich des Kopfes zu attackieren, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft.

Zu einer schlimmen Tat kam es auch in Chemnitz. Es gab in einer großen Gruppen einen Streit auf dem Chemnitzer Stadtfest, auf dem ein 35-jähriger Mann einen Messerstich erlitt und daraufhin verstarb.

Update von Mittwoch, 22. August 2018, 19.53 Uhr:

Ein versuchtes Tötungsdelikt hat den letzten Abend im Partenkirchner Bierzelt getrübt. Wie es dazu kommen konnte, dass ein Garmisch-Partenkirchner (51) am Montag gegen 20 Uhr versucht hat, einen Farchanter (37) mit einem Messer im Bereich des Kopfes zu treffen, ist nach wie vor unklar. „Sehr heftig, aber auch sehr schnell“ habe sich der Streit entwickelt, heißt es von Seiten der Polizei. Eine Auseinandersetzung, von der zum Bedauern der Ermittler kaum jemand etwas mitbekommen hat. 

Das kann Tagblatt-Fotograf Thomas Sehr, der den Einzug der Blaumacher im Auftrag der Heimatzeitung festhielt, nur bestätigen. „Ich hab’ gar nichts mitgekriegt.“ Er hielt sich in unmittelbarer Nähe des Geschehens auf, ratschte sogar mit den beiden Sicherheitskräfte am Eingang der Bar. In dem Bereich, in dem Hochprozentiges ausgeschenkt wird, „waren zu dem Zeitpunkt kaum Leute“. Zwei oder drei Personen habe er ausgemacht – allesamt keine hiesigen Trachtler. 

Besonders ins Auge gestochen ist ihm ein Mann mit großem Strohhut. „Der hat gleich zum Stänkern angefangen“, erzählt Sehr. Was er wollte – keine Ahnung. „Der hat mich auf Polnisch angemacht.“ Vorsorglich habe er ein Mitglied des Volkstrachtenvereins Werdenfelser Heimat Partenkirchen auf den „völlig Besoffenen“ angesprochen und erreicht, dass dieser eindringlich ermahnt wurde. „Er ist wieder rein, wurde aber von einem Kellner erneut rausgeschickt“, erinnert sich der Fotograf. Den Unbekannten verlor er dann jedoch aus den Augen. Seine Konzentration galt den Bildern, bis er gegen 20.15 Uhr das gut gefüllte Festzelt verließ. 

Am Philosophenweg soll es auch zu einem Angriff gekommen sein

Wie dem Tagblatt-Fotografen geht es wohl der überwiegenden Mehrheit der Zelt-Besucher. Auch Polizei-Beamten, die sich privat zum Ausklang der Festwoche getroffen hatten, fiel nichts auf. Trotzdem hoffen die Ermittler, dass sich noch Zeugen bei ihnen melden.  Wer etwas beobachtet hat, soll sich unter Telefon 0 88 21/91 70 bei der Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen melden. Der Angreifer (51) sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. 

Die Beamten ermitteln außerdem im Fall einer angeblichen Messerattacke auf dem Philosophenweg, die ebenfalls in Zusammenhang mit der Festwoche stehen soll. Eine Anzeige liegt bislang allerdings nicht vor. Durch die Sozialen Medien geistern derweil Geschichten, dass ein Mann auf dem Heimweg von drei Unbekannten angegriffen worden sein soll. Vorsorglich gehen die Polizisten nun den Hinweisen auf Facebook nach.

Die Erstmeldung von Montag, 21. August 2018: Messer-Attacke in Festzelt in Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen - Am Montagabend gegen 20 Uhr kam es in der Bar des Festzeltes in Garmisch-Partenkirchen zu einer Auseinandersetzung zwischen einem 51-jährigen deutschen Staatsangehörigen aus Garmisch-Partenkirchen und einem 37-jährigen, ebenfalls deutschen Staatsangehörigen, aus Farchant. Der Angreifer ging unvermittelt auf sein Gegenüber los und versuchte es mit einem Messer im Bereich des Kopfes zu treffen. Der Angriff konnte vom Opfer abgewehrt werden. Der Sicherheitsdienst konnte den Angreifer sichern und einer Streife der PI Garmisch-Partenkirchen übergeben. Verletzt wurde zum Glück niemand. 

Noch in der Nacht hat der KDD der Kripo Weilheim die ersten Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes übernommen. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II dem Haftrichter vorgeführt, welcher Haftbefehl gegen ihn erließ. Der 51-Jährige kam in eine Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft.

Unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II hat die weiteren Ermittlungen die Kriminalpolizeistation Garmisch-Partenkirchen übernommen.

mm/tz

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