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Yoga für alle: Nahezu synchron machen die Teilnehmerinnen die Übungen nach. 

Wiederholung erwünscht

Michael-Ende-Kurpark wird zum Yoga-Paradies: Erstes „Wanderlust-Festival“ begeistert

Es war ein großer Erfolg: Das „Wanderlust“-Festival traf den Nerv von mehr als 1000 Besuchern. 

Garmisch-Partenkirchen – „Wasche deine Sorgen weg.“ Schon der Gang zur Toilette genügt, um das zu verinnerlichen. In Plakatform ist der Leitspruch an die Kabinentüren im Kongresshaus gepinnt. Überall ist diese entspannte Atmosphäre zu spüren. Vier Mädchen, die zum „Rise up and shine“-Kurs angemeldet waren, haben ihren Bus zur Alpspitzbahn verpasst. „Kein Problem“, verspricht die junge Frau am Info-Schalter. „Sie werden auf einen Kurs am Nachmittag umgebucht.“

Sanfte Farben und Entspannungsmusik entschleunigen aufgeregte Besucher. Aufkommende Hektik wird im Keim erstickt. Stress ist an diesem Wochenende beim „Wanderlust“-Festival in Garmisch-Partenkirchen ein Fremdwort. Über 1000 Sport-Begeisterte sind in den Michael-Ende Kurpark, das Zentrum des Festivals, gekommen. Der Dresscode: Sport-Leggins und eine Gymnastik-Matte unter den Arm geklemmt. Denn für das überwiegend weibliche Publikum standen Yoga-Kurse, Meditationseinheiten oder Ausflüge in die Natur auf dem Programm.

Yoga für Stand Up-Paddler auf dem Pflegersee.

Die Outdoor-Event-Marke „Wanderlust“ aus den USA veranstaltete zum ersten Mal ein mehrtägiges Festival in Europa. Mehr als 50 Kurse fanden an drei Tagen in Garmisch-Partenkirchen und Umgebung statt. Dabei lockte das bunte Programm. „Gerade unser Angebot aus Wanderungen, Trail Runs, und SUP-Yoga am Pflegersee fand großen Anklang“, berichtet Jasmin Elliott, Kommunikationsmanagerin des Unternehmens „Wanderlust“. Die Wahl sei auf die Marktgemeinde gefallen, da der Kurort mit dem Wettersteingebirge und den kleinen Seen eine tolle Kulisse biete. Das Panorama begeisterte auch Besucherin Corinna aus München. „Ich wusste nicht, auf was ich mich einlasse. Ich bin eher von einem Hügel ausgegangen.“ Dass sie beim „Happy Hips“-Kurs aber gleich auf der Terrasse der Alpspitzbergstation landen würde, überwältigt sie. „Es war eine tolle Atmosphäre.“

Garmisch-Partenkirchen als richtiger Ort für das Festival

Auf dem Festival-Gelände im Kurpark war ein kleines Areal mit Food-Ständen und Anbietern aus der Sport- und Yoga-Szene aufgebaut. Zu einem der Höhepunkte am Abend gehörte das Konzert der Band „Mighty Oaks“ aus Berlin. Dank des Wetters picknickten die Besucher auf der Wiese oder bereiteten sich mit Dehnübungen auf ihren nächsten Kurs vor. Beeindruckend fand dies das Ehepaar Winter. Beim Spazierengehen durch den Kurpark fiel ihnen die harmonische Stimmung auf. „Gerade in solch aggressiven Zeiten ist es toll, wenn so viele junge Leute friedlich beisammen sind.“ Einen Widerspruch zum traditionsreichen Ortsbild sehen die beiden nicht. „Für diese kurze Dauer ist das eine tolle Stätte der Begegnung.“ Zu bemängeln hat das Ehepaar, das seit einem Jahr in Garmisch-Partenkirchen lebt, nur eines: „Wenn man kein Englisch spricht, fühlt man sich verloren.“

Auch Elliott hat keinerlei Zweifel daran, dass Garmisch-Partenkirchen der absolut richtige Ort für das Festival ist. Das Nachhaltigkeitskonzept der Marktgemeinde passe gut zu den ökologischen Zielen der Marke „Wanderlust“. Lokale Anbieter im kulinarischen Bereich und die Organisation des Festivals mit Hilfe einer App sollen ein Beitrag für die Umwelt sein. „Wir verzichten explizit auf den Druck von Programmheften“, erklärt Elliott. Besucher seien dazu angehalten worden, ihre Wasserflaschen selbst mitzubringen und wieder aufzufüllen. Den Einweg-Kaffeebecher hat diese Maßnahme trotzdem nicht vom Festivalgelände verbannen können. Wenigstens war er aus Pappe.

Auch 2020 soll das „Wanderlust“-Festival nach Garmisch-Partenkirchen kommen. „Wir sind bestrebt, hierzubleiben“, sagt Elliott. Die Zusammenarbeit mit GaPa- Tourismus sei sehr positiv verlaufen. „Das Festival entsprach all unseren Erwartungen“, resümiert die Kommunikationsmanagerin. Für kommendes Jahr nimmt sich die Event-Firma vor, die Kommune als Erholungsort stärker in das Programm einzubeziehen. „Garmisch-Partenkirchen ist einfach einzigartig.“ 

Sophia Dürr

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