Wetter in Deutschland: DWD gibt rote Warnung heraus - erste Konsequenzen für Karneval

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Das Richard-Strauss-Festival findet zukünftig unter dem Dach der GaPa Kultur gGmbH statt. 

Blutdrucksenker und Magenarznei

Neue Struktur fürs Richard-Strauss-Festival festgezurrt

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Die GaPa Kultur gGmbH ist beschlossene Sache. In einer Sitzung, die erst nach Mittwoch-Mitternacht endete, stimmte die Mehrheit des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats dafür. Damit erhält die GaPa Tourismus GmbH die finanzielle Oberhoheit über die kommerzielle Kultur.

Garmisch-Partenkirchen – Die Ermattung war deutlich sichtbar. Der eine oder andere Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat wirkte abwesend, mancher rieb sich die Augen oder gähnte herzhaft, die Spaziergänge zum Kaffeespender häuften sich. Nach fast vier Stunden Gemeinderat mit fordernden Themen auch nicht verwunderlich. Peppi Braun (Grün-Unabhängige Fraktion) wollte gegen 23 Uhr der Marathonsitzung ein Ende setzen, nachdem Professor Maurice Lausberg – der actori-Gründer referierte zum kulturellen Leitbild und zum Kulturentwicklungsplan – seine Präsentation im Schnelldurchgang durchgezogen hatte und noch weiteren sieben Tagesordnungspunkte besprochen werden sollten. „Können wir uns nicht auf nächste Woche vertagen?“, fragte Braun. Er scheiterte mit seinen Ansinnen, obwohl auch Elisabeth Koch (CSU) die umfangreiche Tagesordnung kritisierte und die Sitzungsvorbereitung rügte. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und das Gros der Gemeinderäte kosteten den Abend fast bis zur vollen Neige aus. Der öffentliche Teil endete am Mittwoch kurz vor Mitternacht. „Nichtöffentlich dauerte es nur noch kurz“, sagt Meierhofer. Man habe lediglich eine Personalangelegenheit klären müssen. Die ausufernde Sitzung liege nicht in ihrer Verantwortung, sagt die Rathaushauschefin, die glaubte, Wahlkampfgeplänkel erlebt zu haben. Eher an der Diskutierfreudigkeit der Gremiumsmitglieder. „Eine Redezeitbeschränkung würde helfen“, sagt Meierhofer. „Die haben die Gemeinderäte aber zu Beginn der Wahlperiode abgelehnt.“

Den meisten Gesprächsbedarf gab es zu einem Bericht von Schulrätin Gisela Ehrl über den digitalen und baulichen Zustand der Grund- und Mittelschulen im Markt, zur Bewerbung um das UNESCO-Weltkulturerbe und zur Gründung einer GaPa Kultur gGmbH, in der in Zukunft das Richard-Strauss-Festival, das Richard-Strauss-Institut sowie die Sinfonie- und Kammerkonzerte beheimatet sein werden. Die neue gemeinnützige Gesellschaft kommt. Mit einer Mehrheit von 19:5 Stimmen segnete der Gemeinderat das neue Konstrukt ab, an dem die Gemeinde einen Anteil von 74 Prozent halten wird, die GaPa Tourismus GmbH verfügt über eine Sperrminorität von 26 Prozent. Klar ist, dass Alexander Liebreich, Künstlerischer Leiter der Strauss-Festivals, in Zukunft mit GaPa Tourismus-Chef Michael Gerber, dem neuen Herrn der Zahlen, an einem Tisch sitzen wird. Rote Zahlen, die die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren geschrieben hat, sollen der Vergangenheit angehören.

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Hätte es einen Zwischenschritt benötigt?

Bisher gab Garmisch-Partenkirchen für Kultur 1,9 Millionen Euro aus. „Die künftigen Kosten werden geringfügig höher ausfallen“, sagt dwif-Geschäftsführer Lars Bengsch, der zusammen mit Andreas Schriefer (Anwaltskontor) die Ergebnisse der Expertise präsentierte. Eine Koalition aus CSU, CSB und SPD fand gut, was die Steuer-, Tourismus- und Rechts-Experten erarbeitet hatten. Kleine Nachfragen und Bedenken zum Beispiel von CSB-Fraktionschef Florian Hilleprandt konnten ausgeräumt werden.

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Allerdings nicht die von Dr. Stephan Thiel und der Grün-Unabhängigen Fraktion. Er lobte zwar auch die Arbeit von Schriefers und Co., damit waren die Gemeinsamkeiten mit den anderen Gemeinderäten schon erschöpft. Thiel findet, „dass das Pferd von der falschen Seite aufgezäumt wird. Wir brauchen zuerst ein kulturelles Leitbild und einen Kulturentwicklungsplan“. Seine Frage nach den Kosten blieb unbeantwortet, mit dem Hinweis, es handle sich um eine GmbH, die nicht unter die Informationsfreiheitssatzung fällt. Er fürchtet zudem, dass durch eine erneute GmbH-Gründung der Öffentlichkeit „Einfluss entzogen“ wird. „Damit habe ich Bauchweh.“

Bei diesem Krankheitsbild bietet Meierhofer, gelernte Ärztin, meist Buscopan an. Dieses Medikament hätte bei Dr. Christoph Elschenbroich (parteifrei) ihre Wirkung verfehlt. Ein Blutdrucksenker wäre angebrachter gewesen. Elschenbroich, ausgewiesener Gegner des Richard-Strauss-Festivals und Streiter für ein „vielfältiges, spannendes und hochkarätiges Jahreskulturprogramm“, wollte sich von Meierhofer in seinem Redeschwall nicht stoppen lassen. Die Bürgermeisterin warf ihm mehrmals „Themaverfehlung“ vor, was Elschenbroich geflissentlich ignorierte. Als Meierhofer ihn immer wieder unterbrach, packte er verärgert seine sieben Sachen und verließ den Sitzungssaal. Die Tür schloss er lauter als üblich. Für Meierhofer eine neue Erfahrung. „So etwas habe ich in meiner Amtszeit noch nicht erlebt.“

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