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Specher der Impulsgruppe: Franz Grasegger.

Gesucht: der Beste der Besten

Geeint in der Sorge um den Tourismus

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Tourismus ist das Bein, auf dem Garmisch-Partenkirchen steht. Das sieht die Impulsgruppe, eine Interessenvertretung von Leistungsträgern, bedroht. Der Grund: In zwei Monaten steht der Markt ohne Tourismus-Direktor da, und die Änderung der Rechtsform von GaPa-Tourimus lässt weiter auf sich warten.

Garmisch-Partenkirchen– Alle, die versammelt am Tisch in einem Tagungsraum im ersten Stock des „quartier“ sitzen, 15 Männer und zwei Frauen – führende Köpfe aus Handel, Gewerbe, Hotellerie und Sport –, eint eines: die Sorge um den Tourismus und damit die Sorge um die Gegenwart und vor allem die Zukunft von Garmisch-Partenkirchen. Sie sind Mitglieder der Impulsgruppe, einer Interessenvertretung, gegründet im Frühjahr 2015, um den Markt voranzubringen. Denn mit Erfolg und Image der Gemeinde stehen und fallen auch Erfolg und Image ihrer Unternehmen. Die Zusammenarbeit war zunächst auf ein Jahr begrenzt und sollte bei Bedarf verlängert werden. „Wir hören auf, wenn alle Probleme gelöst sind“, sagte Hans Conrad (Sport Conrad) damals, zusammen mit Franz Grasegger (Trachten- und Modehaus Grasegger) Gruppen-Sprecher und Koordinator. Von auflösen und alle Probleme gelöst, kann keine Rede sein. Ganz im Gegenteil. „Es ist eine Entwicklung eingetreten, die wir uns nicht gewünscht haben“, sagt Grasegger. „Konkret stehen wir ohne Tourismusdirektor da.“ Peter Nagel wechselt zum 1. April nach Berchtesgaden, Peter Ries, Co-Chef bei GaPa-Tourismus, hat sich Ende 2017 in den Ruhestand verabschiedet. Eine Situation, die Conrad „unbefriedigend“ nennt.

Chef von Sport Conrad: Hans Conrad.

Die Leistungsträger sind sich einig, dass die Nachfolge so rasch wie möglich geklärt werden muss. Allerdings sollte nichts übers Knie gebrochen werden, ein Schnellschuss wird abgelehnt. „Der bringt nichts“, sagt Jutta Griess, mit ihrem Hotel Rheinischer Hof Mitglied im Club der 17. Im Gremium, das sich in der Vergangenheit immer wieder mal mit dem Ältestenrat, dem die Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Parteien und die beiden Bürgermeister angehören, sowie alleine mit Rathaus-Chefin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) getroffen hat, ist man sich einig, dass der neue Tourismus-Direktor über jeden Zweifel erhaben sein muss – praktisch der Beste der Besten. „Garmisch-Partenkirchen ist die Nummer eins und braucht die Nummer eins“, meint SC-Garmisch-Vorsitzender Peter Fischer. „Wir wollen helfen, wo wir helfen können.“

Der Impulsgruppe geht es nicht darum, die Politik zu kritisieren. Die Mitglieder befürchten allerdings eine Fehlentwicklung. Die Ursache sehen sie in der Rechtsform von GaPa-Tourismus, das derzeit als Amt 80 ein Teil der Verwaltung ist. Conrad nennt es „ein Anhängsel“. Die Kommunalpolitik hatte immer wieder mal versucht, das zu ändern. Bislang ohne Ergebnis. In der Vergangenheit hatte es in dieser Angelegenheit mehrere Gutachten gegeben, die allesamt in der Schublade verschwunden sind und die dort Staub ansetzen. Aus diesem Grund beklagt Peter Staudacher (Staudacher Hof) bei den Gemeinderäten eine gewisse „Entscheidungslosigkeit“. Die Impulsgruppe fordert, dass GaPa-Tourismus in Zukunft „unternehmerisch arbeiten kann“. Ob dies als Eigenbetrieb der Gemeinde oder als GmbH geschieht, beide Rechtsformen befinden sich in der Diskussion, gerät dabei zur Nebensache. Man benötige einen Gestalter und keinen Verwalter, erklärt Werner Niedermaier, der Chef von WN alpin. „Ohne Änderung der Rechtsform werden wir den jedoch nicht finden.“ Niedermaier fordert von der Politik den Mut ein, den eingeschlagenen Weg zu beschreiten. „Am besten gemeinsam.“

CSU macht Druck auf Meierhofer

Die CSU übt in Sachen Neubesetzung des Postens des Tourismus-Direktors und bei der Rechtsformänderung von GaPa-Tourismus Druck auf Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) aus. In einem Schreiben an Meierhofer, das der Tagblatt-Redaktion vorliegt, setzt CSU-Frontfrau Elisabeth Koch die Daumenschrauben an. Sie erklärt, dass ihre Fraktion ihr Placet zum Haushalt davon abhängig macht, „dass eine umfassende Rechtsformänderung vorgenommen wird“. Man stimme keinesfalls einer reflexartigen Ausschreibung eines Nagel- und Ries-Nachfolgers zu. 

Koch zufolge darf der Tourismus in Garmisch-Partenkirchen „nicht zum Opfer verschleppter und verfehlter Rathaus(personal)politik werden“. Vielmehr müsse vermieden werden, dass im Schlüsselgewerbe des Marktes ein Vakuum entsteht, welches zu schweren wirtschaftlichen Schäden führen würde. Deshalb fordert die Rechtsanwältin im Januar eine Sondersitzung des Gemeinderats, in der die Thematik Rechtsformänderung behandelt werden soll. Im Tagblatt-Interview hatte Meierhofer angedeutet, dass es Strömungen innerhalb des Gemeinderats gebe, die Zustimmung zum Haushalt mit der Rechtsform von GaPa-Tourismus zu vermengen. Ihr Einwand: Sie brauche einen genehmigten Etat, um die dafür nötigen Beratungsleistungen finanzieren zu können. prei

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