+
Ortstermin in der Skihütte: Richter Johann Oswald (M.) und Skischul-Chef Michael Brunner (r.). 

Fünf Richter beschäftigen sich bei Vor-Ort-Termin mit dem Fall

Niederlage für Skischule: Das passiert mit der Hütte am Hausberg-Parkplatz

Das Verwaltungsgericht hat entschieden: Selbst eine temporäre Nutzungsverlängerung für die Skischul-Hütte wird nicht genehmigt. 

Garmisch-Partenkirchen – Bereits dreimal hat die Skischule GaPa GmbH ihre Hütte auf dem Hausberg-Parkplatz ab- und wieder aufgebaut. Nun steht fest: Sie muss es ein viertes Mal und nun wohl endgültig tun. Das entschied das Bayerische Verwaltungsgericht. Die Skischule hatte gegen die Beseitigungsanordnung des Landratsamts geklagt. Gegner war der Markt Garmisch-Partenkirchen.

„Im Verfahren Skischule Gapa GmbH/Markt GAP wegen Beseitigungsanordnung wurde die Klage abgewiesen“, teilt Florian Huber, der Pressesprecher des Bayerisches Verwaltungsgericht München, mit. Das bedeutet, dass „die Skischule dieser Beseitigungsanordnung nachkommen muss“, erklärt Huber. Gegen das Urteil kann die Firma innerhalb eines Monats beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof die Zulassung der Berufung beantragen.

Lesen Sie auch: „Vollwatschn“: Brunner wechselt Farbe

Bei einem Augenschein-Termin und einer mündlichen Verhandlung beschäftigten sich fünf Richter unter Vorsitz von Johann Oswald mit dem Fall. Die Verwaltungsrichter mussten dabei untersuchen, ob das Gebäude der Skischule seinen endgültigen Standpunkt im nördlichen Bereich des Hausberg-Parkplatzes behalten darf oder im Sinne der Bauleitplanung woanders Platz findet. Uwe Gaber, Oberrechtsrat und Prozessvertreter der Marktgemeinde, hielt die Beseitigungsanordnung für rechtens, weil es für die Hütte keinen Bebauungsplan gebe und sie sich im Außenbereich befinde. Der Hausberg-Parkplatz ist vom Flächennutzungsplan erfasst. Das Gelände der Skischule GaPa sei jedoch nicht zur Bebauung, sondern lediglich als Korridor zur Straßenfläche vorgesehen, sagte Gaber.

Mehr zum Thema: Zwei Skischulen für den Hausberg

Dem widersprach Stefan Oppermann, der Rechtsanwalt von Skischule-Geschäftsführer Michael Brunner. „Temporär darf die Hütte errichtet werden“, argumentierte Oppermann. Das Gebäude solle einen endgültigen Standpunkt bekommen, bevor die Bauleitplanung abgeschlossen ist. „Man kann das Gebäude doch nicht zehnmal abbauen“, schimpfte Oppermann. Dreimal schon mussten die Betreiber die Hütte abreißen, einmal sogar „unmittelbar vor Beginn der Skisaison“, zeigte sich der Anwalt ungehalten. Es gehe der Skischule nicht um eine Baugenehmigung, sondern um die temporäre Nutzungsverlängerung.

Das könnte Sie auch interessieren:  Garmisch-Partenkirchner soll aus Chinesen Olympia-Skifahrer machen

Richter Oswald war nach dem Rundgang über den Hausberg-Parkplatz bei der mündlichen Verhandlung auf der Suche nach einer gütlichen Lösung. Dazu kam es jedoch nicht, weil sich die Prozessvertreter nicht einigen konnten. Oppermann argumentierte, dass jeder den Bedarf sehe. Es gebe im Bereich des Hausbergs mehr als eine Skischule, das habe sogar Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD) bestätigt. Das wiederum bestritt Uwe Gaber. „Wir sind über die bauliche Anlage hier nicht glücklich. Und wir wollen auf den Boden des Rechts zurück.“Das letzte Wort hatte schließlich das Verwaltungsgericht. Das entschied, dass die Skischule die Hütte wieder abbauen muss.

Alexander Kraus

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rechtsextreme Vereinigung tagt bei türkischem Wirt - der bleibt ganz cool
In Eschenlohe bei Garmisch wird die als rechtsextrem geltende Gesellschaft für freie Publizistik Ende August eine Tagung abhalten. Ihr Gastgeber: Ein türkischer Wirt.
Rechtsextreme Vereinigung tagt bei türkischem Wirt - der bleibt ganz cool
Dachauer (55) lenkt sein Auto plötzlich in Gegenverkehr - Ein Toter, viele Schwerverletzte
Ein schlimmer Unfall ereignete sich am Samstagabend bei Krün im Landkreis Garmisch-Partenkrichen. Ein Dachauer steuerte sein Auto plötzlich in den Gegenverkehr.
Dachauer (55) lenkt sein Auto plötzlich in Gegenverkehr - Ein Toter, viele Schwerverletzte
Wagenradziehen in Mittenwald: Mit voller Kraft am Tau
Männer wie Frauen hängten sich rein, sogar eine Bluse riss: Vollen Einsatz zeigten die Teilnehmer beim sechsten Wagenradziehen – oder „Wognraleziachn“ – des …
Wagenradziehen in Mittenwald: Mit voller Kraft am Tau
Wank-Festival mit 2800 Besuchern: Sonne, Regen, Bahnstopp - und jede Menge Stimmung
Viel erlebt haben die rund 2800 Besucher des Wank-Festivals am Samstag: vier Bands, vier Stimmungen, mindestens drei Jahreszeiten. Eines hatten alle gemeinsam: Sie waren …
Wank-Festival mit 2800 Besuchern: Sonne, Regen, Bahnstopp - und jede Menge Stimmung

Kommentare