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Weniger Strafzettel, weniger Einnahmen: In Garmisch-Partenkirchen ist die Überwachung des stehenden Verkehrs im Jahr 2018 zurückgegangen. 

Geldquelle sprudelt weniger kräftig

Weniger Strafzettel, weniger Einnahmen

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Die Einnahmen aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs in Garmisch-Partenkirchen sind in diesem Jahr stark zurückgegangen. Der Grund: Der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland hat ein Personalproblem und kann seine Aufgaben im Markt nicht wie vertraglich vereinbart erfüllen.

Garmisch-Partenkirchen – Der Haushaltsausschuss des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderats sitzt bereits seit Wochen zusammen, und brütet über den Etat für 2019. Punkt für Punkt des umfangreichen Zahlenwerks gehen die Kommunalpolitiker durch. Sie streichen da ein paar tausend Euro oder genehmigen den Amtsleitern einen Aufschlag, wo es ihnen angemessen erscheint. Die Ressortchefs müssen sich bohrenden Fragen stellen, wieso sie bei gewissen Haushaltsstellen planen, mehr auszugeben oder warum die Einnahmen, die man für 2018 angesetzt hatte, weit unter denen von 2017 liegen und weshalb man für das kommende Jahr mit weniger rechnet.

Auffallend: Eine Geldquelle sprudelt nicht mehr so kräftig wie in den vergangenen Jahren. Peppi Braun (Freie Wähler) stolperte über den Posten. Die Einnahmen aus der Überwachung des ruhenden Verkehrs, mit dem der Markt vor Jahren den Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland (KDZ) mit Sitz in Bad Tölz beauftragt hat, sind regelrecht eingebrochen. Die Zahlen: Spülten die verhängten Bußgelder 2017 noch etwas mehr als 429 000 Euro in die Kasse, rechnet man für heuer nur noch mit rund 300 000 Euro – angesetzt hatte die Kämmerei des Marktes eine halbe Million. Für 2019 kalkuliert Christoph Maier, der Leiter der Finanzverwaltung, ganz konservativ erneut mit nur 300 000 Euro.

„Wir müssen denen auf die Füße steigen“, grollte Braun ob der unerwartet schlechten Zahlen. Den Fragen der Gemeinderäte, die die Gründe für das Abschmelzen der Summe wissen wollten, stellte sich Ordnungsamtschef Wolfgang Berger. 400 Stunden pro Monate habe Garmisch-Partenkirchen beim KDZ gebucht, rund 320 seien geleistet worden. „Brauchen könnten wir 600“, erklärt Berger. Thorsten Preßler, Leiter des Außendienstes beim Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland, nennt auf Tagblatt-Nachfrage 360. „Wir haben 90 Prozent unseres Auftrags erfüllt“, sagt Preßler. Anfang des Jahres seien es 100 Prozent gewesen. „Danach gab es Monate, in denen wir weit hinten dran waren.“

Die Erklärung: Dem KDZ mangelt es an Personal, die zum Beispiel beim Überschreiten der Parkzeit die Strafzettel unter die Scheibenwischer der Autos klemmen. In Garmisch-Partenkirchen, das der größte Einzelkunde der Bad Tölzer ist, schieben im Schnitt bis zu vier Mitarbeiter in ihren blauen Uniformen Dienst. „Zurzeit ist es extrem schwierig, Beschäftigte zu finden“, sagt Geschäftsführer Michael Braun. Die Arbeitslosenquote im Oberland bewege sich auf fast historisch niedrigen Niveau. „Das macht es noch schwerer.“ Um geeignetes Personal zu rekrutieren, geht der KDZ ungewöhnliche Wege. „Wir besuchen sogar Speed-Datings, die es auch gibt, um Mitarbeiter zu gewinnen.“

Die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland ist für Garmisch-Partenkirchen trotz des unerfreulichen Einnahmeausfalls eine Erfolgsstory. Die Auslagerung erweist sich als richtig. Die Überwachung des fließenden Verkehrs läuft ohne Probleme, wie Berger berichtete. In diesem Bereich fließen auch die Einnahmen wie erwartet. „Unser Plus beträgt, wenn man Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt, 300 000 Euro“, teilte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) mit.

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