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Bereit für die Mammutprojekte, die GaPa-Tourismus in diesem Jahr erwarten: Thorsten Unseld.

Der Kaufmann übernimmt das Ruder

Garmisch-Partenkirchen ohne Tourismus-Direktor: Dieser Mann übernimmt die Aufgaben

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Die Ausgangslage ist eine völlig neue für Thorsten Unseld. Statt an der Seite eines Tourismusdirektors zu arbeiten, ist der Kaufmännische Leiter ab dem 1. April zunächst allein in der Verantwortung bei GaPa-Tourismus. Eine Situation, die der 41-Jährige als Chance begreift.

Garmisch-Partenkirchen – Erst einmal musste er schlucken. Die Nachricht, dass auch Peter Nagel geht, kam doch ziemlich überraschend – vor allem für Thorsten Unseld. „Nicht unbedingt die beste Ausgangslage“, hat er sich als erstes gedacht. Nachdem sich der eine Tourismusdirektor, Peter Ries, zum Jahresende in den Vorruhestand verabschiedet hatte, sollte eigentlich Nagel, der zweite Teil der Doppelspitze bei GaPa-Tourismus, mit seiner Erfahrung noch im Haus sein. So war’s zumindest anvisiert, als der 41-Jährige zum 1. September 2017 seinen Dienst als kaufmännischer Leiter begonnen hatte. Mitte Dezember war dann klar, dass daraus nichts wird. Nagel fängt zum 1. April in Berchtesgaden an. Nach dem ersten Schreck haderte der Baden-Württemberger nicht mehr mit dieser Entscheidung. „Ich hab’ den Schalter sehr schnell umgelegt.“ Längst sieht er die neue Situation als Chance – für sich und das gesamte Team der Tourismusverwaltung.

Es sind Mammut-Projekte, die ihnen in den kommenden Monaten ins Haus stehen. Die Neugestaltung der Tourist-Information ist das eine, die Umwandlung des Skistadions in eine Olympia-Erlebniswelt und die Fragen, wie es mit dem Kongresshaus sowie einer möglichen Rechtsformänderung von GaPa-Tourismus weitergeht, das andere. Gerade Letzteres sei ein ergebnisoffener Prozess, den Unseld nicht weiter kommentieren will. Zu viele Details müssen noch geprüft werden, insbesondere in puncto Steuer- und Vergaberecht.

Der Vater einer 15 Monate alten Tochter kennt seit wenigen Monaten beides. Die Arbeit in einer GmbH und jetzt in einer Gemeindeverwaltung. Bis Ende August war er in der freien Wirtschaft tätig, zuletzt im Produktmanagement Kultur, Outdoor und Veranstaltungen bei der Ammergauer Alpen GmbH. In einer Abteilung zu arbeiten, die zur Rathaus-Verwaltung gehört, ist für ihn eine neue Situation. Eine, in die er sich aber schnell eingefunden hat. „Mein großer Vorteil war, dass ich schon seit acht Jahren in Garmisch-Partenkirchen lebe“, meint Unseld. Die Infrastruktur, die Hotellerie und Gastronomie und vor allem die einmalige Natur – all das war ihm nicht fremd. Gespräche mit den Leistungsträgern, den Vertretern der Bayerischen Zugspitzbahn und der Gemeindewerke sowie allen Kooperationspartnern haben ihm zudem gezeigt, „dass ich überall sehr gut aufgenommen wurde“.

Unseld fühlt sich gewappnet für die Aufgaben, die ihn erwarten und die größtenteils bereits angelaufen sind. Die Tourist-Information am Richard-Strauss-Platz, die ein Aushängeschild für die Destination werden soll, nennt er „ein sehr schönes Projekt“. Nachdem nach wie vor nicht bekannt ist, wann Spielwaren Zitzmann auszieht, geht er vom 1. Januar 2019 aus. Das heißt, dass die Planung bis dahin stehen muss. „Wir prüfen außerdem gerade die Alternativen, wo wir unsere Gäste während der Bauphase informieren.“ Klar ist, dass dieser Übergang im Umfeld des Kongresshauses entstehen soll. Wo genau, „stimmen wir noch mit dem Bauamt und dem Brandschutz ab“.

Nach drei intensiven Monaten mit Ries und einer engen Einarbeitungsphase mit Nagel ist sich Unseld sicher, dass er und seine Mitarbeiter die laufenden Projekte gut stemmen können. „Große Baustellen machen wir im nächsten halben Jahr aber sicher nicht auf.“ Trotzdem hat er die Wanderwege im Fokus, deren Beschilderung verbessert werden soll, und auch die Stärkung der Gästekarte. Keine Vorhaben, die er allein anpackt. Unseld versteht sich als Teamplayer. Das wird in jedem Satz deutlich, in dem es um seine Arbeit geht. Immer wieder fällt „wir“. Das Engagement der ganzen Mannschaft entscheidet ihm zufolge über den Erfolg. Deshalb kann er Aussagen, dass GaPa-Tourismus nach Nagels Weggang führungslos ist, auch nicht nachvollziehen. Der Sechs-Jahres-Plan, der kontinuierlich weiterentwickelt wird, steht. Und zum 1. April übernimmt der Kaufmann das Ruder – unterstützt von den erfahrenen Abteilungsleitern. „Die Stelle des Tourismusdirektors muss natürlich ausgeschrieben werden, aber ich sehe uns da nicht unter Druck.“

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