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Es geht voran: In der ehemaligen Curling-Halle wird der Spezialboden eingebaut.

Boden verlegen, pinseln, trainieren: Wie aus einer Eis- eine Sporthalle wird

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Darauf haben die Mitglieder des TSV Partenkirchen lange gewartet: Die Curling- wird zur Turnhalle. Seit einigen Tagen laufen die Arbeiten in Halle drei des Olympia-Eissportzentrums. Die neue Trainingsfläche erleichtert vieles. Aber sie kostet auch.

Garmisch-Partenkirchen – 150 000 Euro. Mehr gibt’s nicht. Damit muss der Verein auskommen. Mit diesem Betrag unterstützt die Gemeinde den TSV Partenkirchen beim Umbau der ehemaligen Curlinghalle. Alles, was das Budget übersteigt, muss der Verein bezahlen. Deshalb gilt: selbst anpacken.

Dieser Tage trafen sich ein paar Mitglieder in Halle drei des Olympia-Eissportzentrums, um schon einmal die Spiegel abzumontieren. Die Vorgänger haben diese gebraucht, doch sind die Curler schon seit März endgültig – und wie berichtet unfreiwillig – ausgezogen. Nun ziehen die Hand- und Basketballer sowie die Hockeyspieler – etwa 200 aktive Sportler – des TSVP ein. Und sie haben keine Verwendung für Spiegel. Vielmehr brauchen sie einen neuen Spezial-Schwing-Boden. 

„Riesenerleichterung“

Der kommt in den nächsten Tagen. Den Einbau müssen Experten übernehmen, sagt TSVP-Vorsitzender Björn Michel. Seine Mitglieder werden die Firma unterstützen. Zudem fehlen noch  Prallschutzwände, Ballfangnetze und die Markierungen auf dem Spielfeld. „Beim Pinseln legen wir wieder selbst Hand an“, sagt Michel. Die Zeit drängt. Nach den Herbstferien am 4. November will der Verein die zusätzliche, dringend benötigte Trainingsfläche nutzen.

Von einer „Riesenerleichterung“ spricht Michel. Seit Langem befasst sich der Verein mit dem Thema Turnhalle. Ein Neubau ist nach wie vor im Gespräch. Nur wann er kommt und wo, das steht in den Sternen.

Mit Kainzenbad abgeschlossen

Wie berichtet, hatte man als Standort das Areal am Kainzenbad im Blick. Die Gemeinde wollte das Grundstück neben dem Vereinsheim zur Verfügung stellen, zudem signalisierte sie Bereitschaft, sich finanziell zu beteiligen. Denn schnell stellte sich heraus: Die veranschlagten Kosten reichen nicht, die Bodenplatte wird teurer. Um etwa 400 000 Euro, hieß es zunächst. Mittlerweile stehen Mehrkosten von rund 1,5 Millionen Euro im Raum. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) hat deshalb mit dem Standort abgeschlossen, sagte sie im Juni gegenüber dem Tagblatt. Einen neuen Sachstand gebe es dazu nicht, teilt die Verwaltung nun mit.

Michel hat im Moment genug mit dem aktuellen Projekt zu tun. Der Umbau ist das eine, die Vermarktung der Fläche das andere. Denn sie kostet Geld, und Michel würde die Ausgaben für den Verein gerne so gering wie möglich halten.

Für die nächsten drei Jahre – so lange läuft der Vertrag – pachtet der TSVP die Halle vom Eigentümer, den Gemeindewerken. Der Markt unterstützt den Verein auch in diesem Punkt finanziell. Im Rahmen der Sportförderung erhält er einen Zuschuss von maximal 30 000 Euro jährlich. Damit deckt Michel nach eigener Aussage die Mieten ab, die Nebenkosten schultert der Verein. Mit etwa 20 000 Euro rechnet der Mediziner und ehemalige Hockey-Nationalspieler – „grob geschätzt“, betont er. Man müsse erst den Betrieb abwarten, um die Energiekosten kalkulieren zu können.

Für Basketball geeignet

Wie hoch sie auch ausfallen: Der Verein kann zusätzliche Einnahmen gebrauchen. Deshalb führt Michel viele Gespräche, unter anderem mit Schulen, zudem mit Vertretern des SC Riessersee. Die Eishockeyspieler zeigen offenbar Interesse, die Fläche im Sommer für das Athletiktraining und im Winter für die Vorbereitung auf die Eiszeit zu nutzen. Selbst werden die Sportler des TSVP, dem bislang lediglich die Schulturnhallen zur Verfügung standen, die Halle montags bis freitags jeweils am Abend für das Training belegen, zudem samstags und sonntags für die Vorbereitung auf Punktspiele – oder sogar für Punktspiele selbst.

Die 50 mal 18,70 Meter große Fläche im OEZ ist zu klein, um dort Handball-Wettkämpfe auszutragen. Für Basketball-Ligaspiele aber könnte sie sich eignen. „Die Maße geben es her“, sagt Michel. Ob sie den Ansprüchen genügen, entscheidet der Verband. Vielleicht taucht Halle drei ab 2020 wieder in einem Wettkampfkalender auf – wenn auch nicht bei den deutschen Curlern.

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