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Auswirkungen des Referendums in der Türkei

Politik verdirbt nicht den Döner-Genuss

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Einen Umsatzrückgang bis zu 50 Prozent beklagen viele türkische Imbissbuden- und Laden-Besitzer. Und das nicht erst seit dem jüngsten Wahlerfolg Erdogans. In Garmisch-Partenkirchen bestätigt sich dieser Trend allerdings nicht.

Garmisch-Partenkirchen – Den türkischen Geschäftsleuten geht es wirtschaftlich gut in Garmisch-Partenkirchen. Eine Einschätzung, die Ahmad Almase, teilt. Seit sechs Monaten verkauft er in seinem türkisch-arabischen Mini-Markt Suleman an der Bahnhofstraße allerlei Waren aus seiner Heimat. „Ich bin mit dem Geschäftsverlauf zufrieden“, betont der 30-Jährige. „Es kommen jeden Monat mehr Kunden.“ Türken seien es gar nicht mal so viele, nur einige Familien. Vielmehr kämen eher die Einheimischen, aber auch Araber und Syrer, in seinen Laden. Ob türkische Kunden wegen der Lage in ihrer Heimat fernbleiben, vermag Almaser nicht zu sagen – und es interessiert ihn auch nicht wirklich. Politik hin oder her, es gehe um sein Geschäft. Um dieses noch mehr anzukurbeln, überlegt der Unternehmer, über kurz oder lang eine Frische-Theke anzuschaffen. Politik und Erdogan seien weder für ihn noch seine Kunden Thema, man spreche eher über Privates oder das Wetter, wenn überhaupt. „Die Leute wollen hier nur einkaufen“, sagt der gebürtige Syrer.

Auch Efrail Oflaz, Inhaber des türkischen Imbisses Bodrum Kebap an der Von-Brug-Straße bestätigt, dass seine Gäste die politische Situation in der Türkei nicht davon abhalte, ihr Fladenbrot bei ihm zu kaufen. Seit sieben Jahren gibt es seinen Döner-Laden, und von einem rückläufigen Umsatz weiß er nicht zu berichten. „Erdogan ist hier kein Gesprächsthema“, erklärt er. „Ich bin aber nicht gegen ihn, er hat auch viel Gutes für unser Land getan, den Leuten geht es heute besser als früher.“ Damit spielt Oflaz, der in Istanbul geboren wurde, nicht nur auf den Zustand der Straßen an, sondern auch auf die allgemeine und insbesondere die medizinische Versorgung in seinem Land. Seit 30 Jahren lebt er in Deutschland, und das sehr gern. „Mir geht es gut hier, ich bin dankbar für die Chancen, die ich hier bekommen habe“, sagt der 52-Jährige. Überhaupt sollen Türkei und Deutschland in Frieden miteinander leben, „beiden wünsche ich nur das Beste“.

Von seinem Landsmann Ibrahim Ciftci (38) bezieht der Geschäftsmann seine Waren, auch Ciftic kann keinen Rückgang seiner Aufträge bestätigen. „Die Bestellungen laufen ganz normal, ich beliefere Kunden im gesamten Landkreis.“ Politik habe eben keinen Einfluss darauf, ob jemand einen Döner isst. Andere Händler, die namentlich nicht genannt werden wollen, erzählen Ähnliches. Nur über Erdogan, da gehen die Meinungen weit auseinander.

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