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Die Polizei kontrollierte in den zurückliegenen tagen vermehrt im Bahnhof Garmisch-Partenkirchen.

Besitz von Drogen

Rauschgift-Brennpunkt Bahnhof

Am Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen haben Fahnder der Polizei innerhalb weniger Tage gleich drei Männer mit Marihuana erwischt.

Garmisch-Partenkirchen – Insgesamt viermal haben Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Weilheim in den zurückliegenden Tagen im Landkreis Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz aufgedeckt. Gegen alle Personen wurde Anzeige erstattet.

Die Häufung klingt ungewöhnlich. Ist sie aber nicht. „Die Zahl ist keineswegs außerordentlich hoch“, sagt Thomas Loy, Verantwortlicher Beamter für Rauschgiftangelegenheiten der Kriminalpolizeiinspektion in Weilheim. „Rauschgiftaufgriffe sind Kontrolldelikte. Wir senden Kollegen speziell mit dem Auftrag aus, Personen darauf zu überprüfen.“ Dass es dann auch vermehrt zu Tatbeständen kommt, ist also nur eine natürliche Konsequenz. Wer sucht, der findet eben auch.

Den Schleierfahndern gingen bei Kontrollen am Garmisch-Partenkirchner Bahnhof zwischen vergangenem Donnerstag und Sonntag allein drei Personen ins Netz. Vergangenen Donnerstag fanden die Beamten bei einem 27-jährigen Franken eine geringe Menge Marihuana und stellten diese sicher. Bereits am Samstag wurde die Polizei erneut fündig: Ein 19-jähriger aus dem Landkreis Landsberg führte dieselbe Droge bei sich. Ebenso am Sonntagabend erwischten die Beamten einen Einheimischen mit Marihuana. Der 22-Jährige hatte außerdem ein Einhandmesser dabei, das die Polizei konfiszierte.

„Normalerweise sind zwei bis vier Kollegen mit der Kontrolle auf Rauschgift unterwegs“, sagt Christina Loy, Stellvertretende Dienststellenleiterin in Weilheim. Diese Maßnahme erfolgt vor allem im Süden des Landkreises, in Grenznähe. „Dort nehmen wir die meisten verdachtsunabhängigen Kontrollen vor“, sagt sie. Derartige Personendurchsuchungen bedürfen eigentlich eines Verdachts – ansonsten verstoßen sie gegen die Persönlichkeitsrechte. Einzige Ausnahme sind die Schleierfahnder: Ihnen ist dieses Vorgehen im entsprechenden Territorium, das heißt im Bereich von Landesgrenzen, erlaubt.

Neben der Zugriffe der Schleierfahnder am Bahnhof gab es noch einen weiteren Vorfall: Bereits am Freitag wurde ein 29-Jähriger aus dem südlichen Landkreis im Ortsbereich von Garmisch-Partenkirchen dingfest gemacht.

Das Gesetz in Deutschland verbietet den Besitz, den Anbau und den Handel mit Betäubungsmitteln. „Da ist der Konsum immer eingeschlossen“, meint Thomas Loy. Auch wenn dieser laut Paragraph 29 des Betäubungsmittelgesetzes nicht ausdrücklich untersagt ist. „Der Gesetzgeber hält als Verbot nur fest, was er muss.“ Dass der Besitzer in irgendeiner Form auch Konsument ist, sei schlichtweg logisch.

In nur ganz großen Ausnahmefällen ist der Konsum legal: bei chronisch Schwerkranken zur Schmerzlinderung, erläutert der Kriminalbeamte. „Ein solcher Fall ist bei einer unserer Kontrollen aber noch nicht vorgekommen.“

Martina Baumeister

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