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Gute Stimmung herrscht unter den zahlreichen – jungen wie älteren – Teilnehmern der Radl-Demo, die über die Straßen von Garmisch-Partenkirchen führt.

Protest auf dem Sattel

Rad-Demo „FAIRkehr“ zieht durch den Ort: Teilnehmer machen ihre Forderungen deutlich

Sie haben aufgesattelt: Zwischen 350 und 400 Menschen nahmen an der Radl-Demo „FAIRkehr“ in Garmisch-Partenkirchen teil. Sie bremsten am Samstag den motorisierten Verkehr aus – in der Tat und in Worten.

Das Redner-Quartett: (v.l.) Dr. Stephan Thiel, Rolf Beuting, Dr. Edwin Haas und Dr. Sigrid Meierhofer.

Garmisch-Partenkirchen – Sie ist in der Regel mit ihrem roten Stadt-Flitzer im Ort unterwegs, kommt zu Terminen auf zwei statt auf vier Rädern. Kein Wunder also, dass Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) auch am Samstag wie viele andere bei der Radl-Demo kräftig in die Pedale trat. Diese, sagte sie bei der Abschlusskundgebung am Bischofseck, „findet zum richtigen Zeitpunkt statt“. Denn am Mittwoch, 10. April, fällt im Marktgemeinderat die Entscheidung über die Zukunft der Bahnhofstraße. Diese soll einen Radweg erhalten und dafür für Autos einspurig werden. Die Rathauschefin erntete Bravo-Gesänge und Beifall, die CSU, die das Vorhaben ablehnt und ein „Radbegehren“ initiieren will, Buh-Rufe. Meierhofer appellierte an die Bürger, der Gemeinderatssitzung beizuwohnen – „damit die Vernunft siegt“.

Mit dem Projekt an der Bahnhofstraße wird genau das in die Tat umgesetzt, was bei dieser Radl-Demo, an der 350 bis 400 jüngere und ältere Einwohner teilnahmen, gefordert wurde: Neueinteilung des Straßenraumes, Berücksichtigung von Radlern und Fußgängern, weg vom dominierenden Autoverkehr hin zu mehr Lebensqualität, für eine sichere und gleichberechtigte Mobilität in Garmisch-Partenkirchen.

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Unfallfrei und mit guter Laune unterwegs

„FAIRkehr“ lautete das Motto, unter dem die Radinitiative Garmisch-Partenkirchen, unterstützt von Parteien und Organisationen wie Bündnis90/Die Grünen, SPD, ÖDP und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), im Rahmen des Klimafrühlings Oberland eingeladen hatte. Vom Skistadion in Partenkirchen führte am Samstag der Weg durch den Ort. Der motorisierte Verkehr wurde etappenweise immer wieder ausgebremst. Die Straße gehörte den laut klingelnden Radlern. Die Organisatoren hatten mit Unterstützung der Polizei und anderer Einsatzkräfte ganze Arbeit geleistet, für eine unfallfreie Demo und gute Laune bei strahlendem Sonnenschein gesorgt. Christine Wendler und ihr Ordner-Team waren am Schluss überaus zufrieden mit Teilnahme und Disziplin. Die Moderation der Abschlusskundgebung hatte Stefan Drexlmeier von der Energiewende Oberland übernommen.

Radl-Demo „FAIRkehr“ in Garmisch-Partenkirchen: die Bilder

Dort trat nicht nur Meierhofer ans Mikrofon. „Mit Markierungsarbeiten gibt es zaghafte Versuche zugunsten der Radler, aber in unserem Ort muss sich grundlegend etwas ändern“, forderte Dr. Stephan Thiel (Bündnis90/Die Grünen). Der Marktgemeinderat hatte den Radwegenetz-Plan mitgebracht und stand auch am Infostand seiner Partei Rede und Antwort. Dr. Edwin Haas, Naturwissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) – Campus Alpin in Garmisch-Partenkirchen, erläuterte in Fakten und Zahlen den Klimawandel und den Beitrag der CO2-Emissionen daran. „Wir müssen jetzt handeln.“

Lob für Umweltbewusstsein der Jugend

Konkret auf die Situation im Ort ging Ulrike Bittner-Wolff (SPD) ein: Laut Statistik gebe es in der Marktgemeinde pro Haushalt zwar 3,6 Fahrräder, aber auch 2,4 Autos, die zu 60 Prozent für Fahrten unter fünf Kilometern eingesetzt werden, verdeutlichte sie. Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP) informierte über den geplanten barrierefreien Radschnellweg zwischen Garmisch-Partenkirchen und seiner Gemeinde.

Er lobte die Verantwortung der Jugend ebenso wie Thomas Wagner (ADFC). „Toll, dass ihr das Heft jetzt selbst in die Hand nehmt. Macht weiter Druck.“ Passend dazu sprach Nina Kratz über die „Fridays for Future“-Bewegung. Die Schwedin Greta Thunberg habe ihr wie vielen anderen Kindern die Augen geöffnet, sagte die 13-jährige St.-Irmengard-Gymnasiastin. „Es ist schließlich unsere Zukunft, um die es geht.“

Margot Schäfer

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