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Der Knorrsteg: Gemeinderätin Ursula Kössel fordert eine Beleuchtung.

Das Problem habe sich verlagert

Senioren in Angst: Sie trauen sich angeblich nicht mehr über diesen Steg - wegen Asylbewerbern

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Muss denn erst etwas passieren? Diese Frage stellt sich Gemeinderätin Ursula Kössel. Aus Erzählungen weiß sie, dass sich Senioren nicht mehr trauen, abends den Knorrsteg zu überqueren. Verantwortlich dafür seien Flüchtlinge.

Garmisch-Partenkirchen – Die Situation ist gefährlich geworden. So zumindest hat es Ursula Kössel gehört. Ihr Schwiegersohn beispielsweise hat der CSB-Gemeinderätin und Seniorenbeauftragten von einem Vorfall erzählt. Mit dem Hund sei er am Abend spazieren gegangen, marschierte mit ihm über den Knorrsteg in Garmisch-Partenkirchen. „Plötzlich sprang ein Mann aus dem Gebüsch“, stand einfach vor ihm. „Keine Ahnung, was er vorhatte“, sagt Kössel. Passiert sei nichts. Aber, will sie wissen, muss denn erst etwas passieren? Eine rhetorische Frage. Ihr genügen die Erzählungen. Spaziergänger, gerade Senioren, die sich nicht mehr trauen, in der Dämmerung den Steg zu nutzen, der von der Burgstraße über die Loisach in den Reitleweg führt. Deshalb stellte sie nun einen Eilantrag: Sowohl an der Holzbrücke als auch auf dem Weg soll möglichst schnell eine Beleuchtung angebracht werden.

Knorrsteg in Garmisch-Partenkirchen: Es gibt keine Laternen

Kein Licht am Knorrsteg – nichts Neues. Schließlich standen dort noch nie Laternen. Dass Kössel jetzt ihren Antrag stellt, liegt an einem Thema, das die Marktgemeinde seit etwa vier Jahren mal mehr, mal weniger intensiv beschäftigt. Im Oktober 2014 wurde der ehemalige Abrams-Komplex erstmals als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber genutzt. Seitdem wird immer wieder die Sicherheit im Ort in Frage gestellt, auch wenn die Polizei betont: Die Straftaten ereignen sich meist in der Erstaufnahmeeinrichtung selbst. Als der Michael-Ende-Kurpark im Mai dieses Jahres zu einem Schandfleck zu verkommen drohte, schrieb so mancher den Drogenmissbrauch, den Vandalismus und Pöbeleien ebenfalls Flüchtlingen und Asylbewerbern zu – auch wenn offenbar hauptsächlich einheimische Jugendliche dafür verantwortlich waren.

Nun jedenfalls hat sich die Situation im Kurpark – einem Sicherheitsdienst sei Dank – entspannt – gelöst aber ist das Problem nicht, sagt Kössel, nur verschoben. Nun werde die Brücke, der Weg sowie die angrenzende Wiese „belagert“ – von wem genau, schreibt die Gemeinderätin nicht, auf Nachfrage bringt sie die Flüchtlinge ins Spiel. Dass gerade ältere Menschen „Angst haben, sich dort aufzuhalten“ – für Kössel verständlich. Eine Beleuchtung würde die Situation in ihren Augen verbessern.

In der Gemeinde reagiert man zurückhaltend, will die aktuelle Lage nicht bewerten. Zwar sei bekannt, dass sich „einzelne Gruppen aus dem Kurpark auf neue Plätze im Ortsgebiet verteilt haben“, sagt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner. Wo genau sie sich jedoch aufhalten und ob sie für Probleme sorgen, dazu fehlen der Gemeinde Informationen. „Solange wir keinen Streetworker haben, können wie leider keine genaueren Angaben zum tatsächlichen Geschehen machen.“

Niemand hat sich bei der Gemeinde über die Situation am Knorrsteg beschwert

Genauso wenig dazu, ob sich ein Gremium mit Kössels Anliegen befasst. Rein formell hat sich die Gemeinderätin an die falsche Stelle gewandt: Ihre Fraktion wollte den Antrag in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 28. November behandelt wissen. Dieser sei dafür nicht zuständig, sagt Leitner. Einen neuen Antrag aber braucht es nicht. Zunächst muss die Gemeinde Fragen – etwa nach dem Natur- und Immissionsschutz – klären. Dann wird entschieden, ob das Thema im Bauausschuss behandelt wird.

Unabhängig davon habe bei der Gemeinde bislang niemand von gefährlichen Situationen am Steg berichtet. Auch gingen keine Beschwerden ein, die „ein Handeln von Seiten des Marktes erfordert hätten“. Leitner verweist auf die Polizei.

Dort befasste man sich mit einem konkreten Fall. Auch an diesen dachte Kössel, als sie ihren Antrag formulierte. Angeblich wollte ein Asylbewerber am Knorrsteg einer Seniorin das Fahrrad abnehmen – mit vorgehaltenem Messer. Mittlerweile hat die Kripo die Ermittlungen abgeschlossen.

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