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Die Pistenraupen auf der Zugspitze arbeiten bereits: Im Bereich Schneekar verteilen sie die ersten Schneehaufen für die Präparierung. Am 16. November öffnen die ersten Lifte.

Bisher hat es nicht geschneit

Skifahren auf der Zugspitze: Bald ist Saisonstart - mit „gebrauchtem“ Schnee

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Sommer im Tal, Winter am Berg? Jein. Zwar startet am Freitag, 16. November, die Skisaison auf der Zugspitze. Geschneit aber hat es nicht. Schnee gibt es trotzdem.

Garmisch-Partenkirchen – Die Pistenraupen arbeiten, verteilen Schnee, ziehen die ersten Bahnen, die einmal zu präparierten Pisten werden. Auf der Zugspitze könnte, blendet man die spätsommerliche Wärme aus und konzentriert man sich nur auf das Treiben am Schneekar, fast Winterstimmung aufkommen. Ein bisschen zumindest. Wird auch Zeit. Denn am Freitag, 16. November, öffnen auf Deutschlands höchstem Berg die ersten Lifte. Die Saison beginnt. Dank Naturschnee aus dem Vorjahr. Der hat dem Hitzesommer getrotzt. Anders als der Gletscher.

Im Sommer 2016 startete die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) einen Versuch: Snowfarming. Erstmals legte sie also nach dem Winter ein Schneedepot an. Pistenraupen schoben den alten Schnee in die Schattenlöcher. Meterhoch türmte er sich in Rinnen und Mulden im Bereich der Skiabfahrt Sonnenkar. Ohne aufwendige Abdeckungen oder andere Schutzmaßnahmen. Rund 350 000 Kubikmeter Schnee warteten auf den nächsten Winter beziehungsweise Herbst. Das Ziel ist, „den Skibetrieb ab einem bestimmten Datum und zu einer bestimmten Qualität aufzunehmen“, sagt BZB-Sprecherin Verena Lothes. Das gelang. Im Pilotjahr 2016 überlebten 60 bis 70 Prozent – genaue Messungen unternimmt die BZB nicht – den Sommer. Die Snowfarming-Premiere war geglückt, seitdem setzt das Bergbahn-Unternehmen auf die Methode.

Skifahren auf der Zugspitze: Zwischen 60 und 70 Prozent des Schnees blieben übrig

Auch 2017 blieben zwischen 60 bis 70 Prozent übrig, „genug für die Grundpräparierung“, sagt Lothes. Das Team reagiert flexibel. Je nach Schneemenge fallen die Pisten zu Beginn des Skibetriebs breiter oder schmaler aus. Ein Glücksfall im vergangenen Jahr: Dank des frühen Wintereinbruchs eröffneten sofort am ersten Zugspitz-Skitag neun von zwölf Pisten.

Auch diese Saison hält einen Sonderfall bereit. Ihr geht ein extrem heißer und trockener Sommer voraus, der Herbst lässt bislang ergiebigen Niederschlag vermissen. Die Statistik der Zugspitze-Wetterwarte besagt für September, er war im Vergleich zum Durchschnitt zu warm, zu sonnig, zu trocken. Zu warm und zu nass wäre für den Schnee die schlechtere Kombination. Noch kann Lothes nicht abschätzen, wie viel Schnee überlebt hat. Sicher aber ist: Ein verregneter Sommer hätte die Menge stärker verringert als ein heißer. „Der Regen frisst den Schnee regelrecht auf.“ Entscheidend für ein erfolgreiches Snowfarming sei vor allem die Höhenlage und die Erfahrung, um die richtigen Standorte für die Haufen zu wählen. In diesem Jahr überwinterte der Naturschnee im Bereich Wetterwandeck sowie bei besagten Sonnenkar-Abfahrten, wo an der Winterstimmung gearbeitet wird.

Die vergeht, betrachtet man die Gletscherlandschaft. Der Nördliche Schneeferner hat unter dem heißen Sommer gelitten, er geht weiter zurück. Einen bis zwei Meter Höhe hat er Lothes zufolge verloren. Das zeigt ein Blick auf so manche Felsrücken. Sie ragen in diesem Herbst höher heraus als im Vorjahr.

Zugspitze: Herbstrevision bei den Bergbahnen

Seilbahn Zugspitze: Die Seilbahn Zugspitze bleibt außer Betrieb. Die Zugspitze ist weiter über die Zahnrad- und die Gletscherbahn erreichbar. 

Zahnradbahn: Die für Anfang November anberaumten Gleissanierungsarbeiten werden aufgrund des Seilbahn-Ausfalls verschoben. Die Zahnradbahn ist daher regulär in Betrieb. 

Alpspitz-, Hochalm- und Kreuzeckbahn: Die Revision startet bei den Bergbahnen im Gebiet Garmisch-Classic am Montag, 5. November, und endet mit dem Start des Skibetriebs im Dezember. Je nach Schneelage beginnt die Wintersaison am Hausberg frühestens am 7. Dezember, spätestens am 21. Dezember. Sie endet am 31. März 2019. 

Wankbahn: Auch die Wankbahn schließt am 5. November für die Herbstrevision. Am 24. Dezember geht sie wie gewohnt während der Weihnachtsferien – bis 6. Januar 2019 – in Betrieb.

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Im September ist es an der neu gebauten Seilbahn Zugspitze zu einem folgenschweren Unfall gekommen. In der Region gibt es aber noch andere lohnenswerte Ausflugsziele - zum Beispiel die neue Tannenhütte am Wank.

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