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Mann im Mittelpunkt: Finanzminister Markus Söder umringt (v.l.) Thomas Schwarzenberger, Michael Maurer, Martin Bachhuber, Hannes Ziembinski, Harald Kühn, DSV-Präsident Franz Steinle und Dr. Sigrid Meierhofer.  

Generöser Finanzminister

Söder besucht Neujahrsspringen und sagt Geld für Flutlichtanlage zu

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Finanzminister Markus Söder besuchte zum ersten Mal das Neujahrsspringen. Dabei zeigte er sich von seiner generösen Seite. Im Gepäck hatte er ein Zuschussversprechen von rund 350 000 Euro. Den Coup soll Martin Bachhuber in Zusammenarbeit mit Michael Maurer eingefädelt haben.

Garmisch-Partenkirchen – Hier ein Selfie, dort ein Selfie, hier ein nettes Wort, dort ein freundliches Grinsen. Eine ältere Dame auf der VIP-Terrasse im Olympia-Skistadion zeigte sich bezaubert vom Charme und vom Langmut des Markus Söder (50). „Wie er das macht, bewundernswert.“ Als Söder mit der regionalen und lokalen Politprominenz um die beiden CSU-Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber, Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Bezirksrat Thomas Schwarzenberger (CSU) und SC Partenkirchen-Präsident Michael Maurer an einem Tisch im VIP-Zelt saß, schlich sich von der Seite ein Mann an und fragte, ob er ihn fotografieren dürfe. Der Mittvierziger, dem Dialekt nach im Westen der Republik beheimatet, wünschte artig ein gutes Neues Jahr und sagte im Brustton der Überzeugung: „Deutschland braucht Sie.“ Söder stand auf, ließ sich ablichten und wehrte die Schmeichelei bescheiden, wie es sich für jemand gehört, der gerade die Karriereleiter nach oben gestiegen ist, ab: „Deutschland ist mir zu groß, mir reicht Bayern.“

Hoch hinaus wollte Markus Söder schon immer. Am Montag um die Mittagszeit hielt er sich ziemlich weit oben auf der Großen Schanze im Olympia-Skistadion auf – neben dem Balken, von dem aus die Skispringer der Vierschanzentournee in die Spur gehen. Bayerns Finanzminister erfüllte sich damit einen Kindheitstraum. Als Bub wollte er entweder Fußballer oder Skispringer werden, „weil ich deren Mut bewundert habe“, erzählt er und kokettiert damit, dass er in wenigen Wochen zu Bayerns Landesvater aufsteigen wird. „Gereicht hat’s nur zum Ministerpräsidenten in spe“, sagt er.

Das Neujahrsskispringen 2018 in Bildern

Noch ist der Franke, dessen Herz für den früheren deutschen Fußball-Serienmeister 1. FC Nürnberg schlägt, als Finanzminister für das Geld zuständig. Und von dem hatte er bei seinem gestrigen Besuch einiges im Gepäck. Söder, der zum ersten Mal das Neujahrsspringen live erlebte, gab die Zusage, die Flutlichtanlage, die der Internationale-Ski-Verband FIS für das Skistadion angeregt hat und die Maurer und Meierhofer befürworten, um die Anlage besser vermarkten zu können, finanziell zu fördern. „30 Prozent sind als Zuschuss drin, auch 35 Prozent dürften kein Problem darstellen“, sagte er und zauberte mit diesem Versprechen ein Lächeln auf das Gesicht von Meierhofer und Maurer. Bei geschätzten Kosten von einer Million Euro sind das rund 350 000 Euro. Söder hofft, dass sich auch der Bund mit einer erklecklichen Summe beteiligt, um die Belastungen, die der Markt stemmen muss, so klein wie möglich zu halten. „Das macht mich richtig froh“, sagt Maurer, in Personalunion Chef des Skiclubs Partenkirchen und Präsident der Vierschanzentournee. „Es gibt schon Ideen.“ Den Coup soll Bachhuber in Zusammenarbeit mit Maurer eingefädelt haben.

Die Unterstützung habe der Skisport in Garmisch-Partenkirchen verdient, meinte Söder. „Wir fördern Oberstdorf großzügig für die nordische Ski-Weltmeisterschaft. Da wäre es ungerecht, wenn wir Garmisch-Partenkirchen hinten runterfallen lassen würden. Das geht nicht.“ Kühn machte deutlich, dass der Landkreis Garmisch-Partenkirchen wegen seiner Strukturschwäche zu den Regionen mit besonderem Handlungsbedarf zähle, und deshalb Hilfe dringend geboten sei. Bachhuber wies darauf hin, dass die Gemeinde mit dem Bau der Schanze, der mehr als 17 Millionen Euro verschlang, „in Vorleistung gegangen ist“. Das Skistadion – nicht der einzige Punkt, der Söder interessierte. Er wollte wissen, wo Garmisch-Partenkirchen und den Landkreis zudem der Schuh drückt. Die Infrastruktur von Straße und Schiene nannten ihm die Kommunalpolitiker. Vor allem Speer plädierte für den zweigleisigen Ausbau der Bahnline zwischen München und Garmisch-Partenkirchen.

Auch Söder verließ Garmisch-Partenkirchen nicht ohne Präsente. Maurer schenkte ihm den Vereinspullover in Konfektionsgröße 54, der trotzdem etwas knapp saß, und dekorierte ihn mit einer SCP-Anstecknadel, die jetzt neben dem Logo nun noch ein Adler ziert. In dem blauen Pulli mit weiß abgesetztem V-Ausschnitt fühlte sich der der künftige Ministerpräsident sichtlich wohl. „Der hält richtig warm – und vor allem kratzt er nicht.“ Es war ein Wohlfühltag – nicht nur für Markus Söder. Mehrere Personen dürften zufrieden nach Hause gegangen sein.

Das Springen gewann Kamil Stoch vor Richard Freitag.

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