Das Rathaus von Garmisch-Partenkirchen
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Das Rathaus von Garmisch-Partenkirchen

Oberzentrum am Fuße der Alpen

Garmisch-Partenkirchen

Garmisch-Partenkirchen hat als Siedlung eine Geschichte, die bis in die römische Antike zurückreicht. Heute ist der Ort eine beliebte touristische Destination.

  • Der Ort Garmisch-Partenkirchen entstand in seiner heutigen Form erst in der Mitte der 1930er-Jahre.
  • Garmisch-Partenkirchen liegt in einem Talkessel der Alpen.
  • Heute ist die Wirtschaft der Gemeinde vom Tourismus geprägt.

Garmisch-Partenkirchen – Am 25. Juli 1889 erfolgte die Anbindung von Partenkirchen an die Eisenbahn. Von da an verkehrten täglich mehrere Züge von und zur bayerischen Landeshauptstadt München. Der Eisenbahnanschluss führte auch zu der neuen Bezeichnung Garmisch-Partenkirchen – die gleichnamige Haltestelle befand sich zwischen den beiden Gemeinden. Durch die schnelle und unkomplizierte Erreichbarkeit wurden die Grundlagen für die Entwicklung Garmisch-Partenkirchens zu einem beliebten Urlaubsort und damit einem Aufschwung der Wirtschaft in der gesamten Region geschaffen.

Garmisch-Partenkirchen: Geografie und Lage

Der Ort Garmisch-Partenkirchen liegt auf einer Höhe von 708 Metern in einem Talkessel am Zusammenfluss von Partnach und Loisach. Im Nordosten begrenzt das Ammergebirge das Gemeindegebiet, im Osten das Estergebirge und im Süden das Wettersteingebirge. Die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg (2.962 Meter), ragt über Garmisch-Partenkirchen auf. Der 1.340 Meter hohe Hausberg bildet einen Teil der Gemeinde. Garmisch-Partenkirchen erstreckt sich über eine Fläche von knapp 206 Quadratkilometern.

Garmisch-Partenkirchen: Von den Anfängen der Geschichte bis zum frühen Mittelalter

Die Geschichte von Garmisch-Partenkirchen reicht bis in die Steinzeit zurück. In dieser Region fanden Archäologen umfangreiche Belege für dort lebende Jäger und Sammler. Die Römer errichteten nach dem Beginn der modernen Zeitrechnung eine wichtige Handelsstraße, die durch ihre Provinzen in Süddeutschland („Raetien“) führten: Die „Via Claudia“ tangierte auch das heutige Garmisch-Partenkirchen. Schon zur Römerzeit existierte mit „Partanum“ ein Ort, aus dem sich das spätere Partenkirchen entwickelte. Dabei handelte es sich um eine Reisestation, die am alten römischen Handelsweg lag, der um das Jahr 200 zur „Via Raetia“ ausgebaut wurde. Er überquerte die östlichen Alpen über den Brennerpass sowie den Seefelder Sattel und endete in der Stadt Augsburg.

Nach der Auflösung des Römischen Reiches im 6. Jahrhundert gaben die Römer die Provinz Raetien auf und zogen sich nach Italien zurück. Daraufhin nahmen die Bajuwaren die Region Garmisch-Partenkirchen in Besitz. Die erste urkundliche Erwähnung von Garmisch stammt vom Anfang des 9. Jahrhunderts. Von diesem Ort aus wurde die gesamte Region christianisiert. Die Bajuwaren benannten Partanum in „Barthinchirchen“ um.

Garmisch-Partenkirchen: Die Geschichte vom Hochmittelalter bis ins 19. Jahrhundert

Im späten Mittelalter gelangten die Ortsteile des heutigen Landkreises Garmisch-Partenkirchens in den Besitz der Kirche:

  • Kauf von Garmisch durch den Freiburger Bischof Konrad I von Tölz und Hohenburg (1249)
  • Erwerb von Partenkirchen durch Fürstbischof Emicho von Freising (1294)
  • Integration der Grafschaft Werdenfels ins Hochstift Weising (1294)

Angehörige des schwäbischen Kaufmannsgeschlechts der Fugger sowie der in Augsburg ansässigen Kaufmannsfamilie Welser nutzten Partenkirchen als Station für ihre Handelsreisen von und nach Venedig. Die Wirtschaft der Region erlebte in dieser Zeit eine Blüte. Im Laufe der Geschichte entwickelte sich Garmisch zu einem wichtigen Zentrum der Flößerei, mit deren Hilfe Lastkähne auf der Loisach transportiert wurden. Der Dreißigjährige Krieg (1618-48) führte in der Region Garmisch-Partenkirchen wie in vielen anderen süddeutschen Landstrichen zu einem starken wirtschaftlichen Niedergang und einer Verarmung der Bevölkerung.

1802 wurde die Grafschaft Werdenfels Bayern zugeschlagen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Region für die Schönheit ihrer Natur überregional bekannt und in der Folge das Ziel erster Reisen. Die Land- und Forstwirtschaft blieb über viele Jahrzehnte die wichtigste Einnahmequelle der Bewohner dieser Region.

Garmisch-Partenkirchen: Die Geschichte von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er-Jahre

Garmisch-Partenkirchen war eines der ersten Gebiete Bayerns, in denen sich der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelte. Bereits um 1850 kamen Urlaubsreisende in die Region, allerdings erschwerte die geografische Lage die Anreise erheblich. So dauerte beispielsweise die Fahrt von München nach Garmisch-Partenkirchen mit dem Pferdefuhrwerk rund zehn Stunden. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz erfolgte erst 1889, da sich der zuvor regierende König Ludwig II gegen einen Ausbau der Bahnverbindungen in Bayern entschieden hatte. Die Eisbahnlinie zwischen München und Garmisch-Partenkirchen führte zu einer starken Zunahme des Fremdenverkehrs in der Region Garmisch-Partenkirchen.

Während der folgenden Jahrzehnte erfolgte ein intensiver Ausbau der Wanderwege und Hütten in der Umgebung des Ortes. Zunächst kamen Urlauber nur in den Sommermonaten, dies änderte sich ab 1900 durch einen Ausbau des Wintersportangebots. 1926 wurde am Kreuzeck die erste Seilschwebebahn in Bayern eröffnet, kurze Zeit später kamen die Wankbahn und die Zugspitzbahn hinzu.

Garmisch-Partenkirchen: Die Geschichte von Dritten Reich bis in die Gegenwart

Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden die beiden Ortsteile Garmisch und Partenkirchen am 1. Januar 1935 zwangsweise und gegen den Willen großer Bevölkerungsteile verwaltungsrechtlich zusammengelegt. Diese Maßnahme diente der Vorbereitung der IV. Olympischen Winterspiele, die ein Jahr später hier veranstaltet wurden. Während des Zweiten Weltkriegs war Garmisch-Partenkirchen ein Standort der Wehrmacht.

Nach Kriegsende wurde die touristische Infrastruktur weiter ausgebaut. Garmisch-Partenkirchen entwickelte sich zu einem international bedeutenden Wintersport-Ort und war Austragungsort der alpinen Skiweltmeisterschaften in den Jahren 1978 und 2011.

Garmisch-Partenkirchen: Einwohner, Verwaltung und Politik

Während um 1900 lediglich knapp 5.000 Personen in Garmisch-Partenkirchen lebten, waren es vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs über 18.000. Nach dem Krieg kam es zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl, auch durch den Zuzug von Heimatvertriebenen. 1950 hatte Garmisch-Partenkirchen über 25.000 Einwohner.

Heute hat Garmisch-Partenkirchen mehr als 27.000 Einwohner (Stand 2019). Die Bevölkerungsdichte beträgt rund 132 Personen je Quadratkilometer. Trotz der großen Bevölkerungszahl hat Garmisch-Partenkirchen nicht den Status einer Stadt. Vielmehr handelt es sich verwaltungstechnisch beziehungsweise kommunalrechtlich um einen Markt. Diese Bezeichnung hat sich in Bayern für Gemeinden mit Marktrecht etabliert. Zugleich übernimmt Garmisch-Partenkirchen die Funktion des Kreishauptortes für den gleichnamigen Landkreis und stellt das Zentrum der oberbayerischen Region Werdenfelser Land dar.

Garmisch-Partenkirchen besteht aus 35 Gemeindeteilen, dazu gehören neben Garmisch und Partenkirchen unter anderem:

  • Angerhütte
  • Gamshütte
  • Eckbauer
  • Knorrhütte
  • Schneefernerhaus
  • Sankt Anton
  • Esterberg
  • Meilerhütte
  • Kaltenbrunn

Garmisch-Partenkirchen: Die Politik und Wirtschaft

Die Partei CSU prägt seit Jahrzehnten die Politik in Garmisch-Partenkirchen. In der Kommunalwahl 2020 erreichte die CSU knapp 39 Prozent und damit zwölf der insgesamt 30 Sitze im Marktgemeinderat. Mit über 17 Prozent waren die Grünen die zweitstärkste und mit rund 10 Prozent die SPD die drittstärkste politische Kraft. Die CSU stellt seit dieser Wahl mit Elisabeth Koch die Erste Bürgermeisterin.

Der Tourismus fungiert mit Abstand als bedeutendster Wirtschaftszweig in Garmisch-Partenkirchen. Aus Rücksicht auf den Fremdenverkehr und auf die alpine Natur hat der Ort auf die Ansiedlung von größeren Industrieansiedlungen verzichtet. Mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe stellen dagegen wichtige Arbeitgeber dar.

Garmisch-Partenkirchen: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Aufgrund der Lage in einem Alpental bietet der Ort Garmisch-Partenkirchen zahlreiche landschaftliche Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Umgebung. Dazu gehört das Wettersteingebirge mit der Zugspitze, zu deren Gipfel Touristen mit der Bayerischen Zugspitzbahn oder der Seilbahn Zugspitze gelangen. Auch die Partnachklamm ist eine der viel besuchten Sehenswürdigkeiten in der Region. Sie hat eine Länge von 700 Metern und wird vom Wildbach Partnach durchflossen. Der Rießersee und der Pflegersee sind zwei künstlich angelegte Seen in idyllischer Umgebung, die sich hervorragend für Wanderungen und Ausflüge eignen.

Die Burg Werdenfels liegt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und ist heute eine Ruine. Sie bietet einen Panoramablick auf die Ortschaft. Das Museum Aschenbrenner präsentiert in seiner Dauerausstellung Objekte aus den Bereichen Krippen, Puppen und Porzellan.

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