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Eine Finanzspritze in Höhe von 5000 Euro gab‘s von der Bürgerstiftung Mehrwert.

Koordinator forderte Unterstützung an

Tafel öffnet wieder: Ansturm an Kunden wird befürchtet 

Die gute Nachricht: Am Freitag öffnet die Tafel in Garmisch-Partenkirchen wieder. Dank Spenden und Hilfe der Gemeinde, die für einen sicheren Ablauf sorgt. Eine Hoffnung des Teams hat sich jedoch nicht erfüllt.

Landkreis –Der Plan ging nicht auf. Jochem Rollar und sein Team der Tafeln im Landkreis hatten gehofft, von Hotels, Gaststätten und Pensionen Lebensmittel zu erhalten. Die Betriebe mussten bekanntlich wegen der Corona-Krise schließen. Die Tafeln auch – weil sie von Supermärkten nach Hamsterskäufen der Bürger kaum mehr Waren bekamen und bekommen. Man suchte Alternativen. Doch Gastronomen und Hoteliers können nicht helfen. „Die Bereitschaft ist da“, betont Tafel-Koordinator Rollar. Doch boten sie ihm verderbliche Lebensmittel wie Kartoffelsalat und Würstchen an. „Das ist nichts für uns, das bekommt die Armutsküche.“ Die Tafeln benötigen haltbare Waren wie Nudeln, Reis und Öl. Doch das brauchen die Betriebe selbst. Ebenso alles, was sich einfrieren lässt. Rollar zeigt Verständnis. „Die wollen ja auch irgendwann wieder aufmachen.“ Ein gutes Stichwort für die positive Nachricht: Rollars Plan steht, am Freitag die Ausgabe in Garmisch-Partenkirchen wieder zu starten. Dabei braucht er Hilfe.

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Rund 500 Tafel-Kunden gibt es im Ort. Rollar rechnet am Freitag mit einem Ansturm. Und er befürchtet Chaos. Bei 150 Menschen – so viele könnten Rollar zufolge kommen – lässt sich eine Schlange vor der Ausgabestelle hinter der evangelischen Kirche kaum vermeiden. Wer aber soll kontrollieren, dass die zwei Meter Abstand zueinander eingehalten werden? Rollar forderte Unterstützung und bekam sie. Die Gemeinde stellt Mitarbeiter des Zweckverbands Kommunale Verkehrsüberwachung und des Ordnungsamts ab, die auf der Straße und dem Gehweg nach dem Rechten sehen und Sicherheitsbänder spannen. Zudem versehen die Hilfskräfte den Bereich des Kirchengeländes mit Markierungen.

Viele private Spender 

Die Tafel an der Hindenburgstraße 41 betreibt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) in Garmisch-Partenkirchen. Unterstützung bekommt er vom Seniorenbeirat. Deren Vorsitzender Horst Demmelmayr findet es „superklasse“, dass die Tafel wieder öffnet. Auch weiß er von vielen privaten Spendern, die der Einrichtung unter die Arme greifen. Sei es mit Lebensmittel- oder Geldspenden. Von einer großen Hilfsbereitschaft erzählt auch der evangelische Pfarrer Martin Dubberke. Er hat rund zehn Jugendliche der evangelischen Gemeinde aktiviert, die die Verpackung der Waren im Gebäude übernehmen und bei der Lebensmittelausgabe helfen. Auch er selbst wird dabei sein, sofern es die Zeit zulässt. Darüber hinaus riefen ihn Bürger an und boten Hilfe an. Zudem brachten viele Spender haltbare Lebensmittel wie Spaghetti, Reis und Dosentomaten.

Mit der Finanzspritze von 5000 Euro von der Bürgerstiftung und weiteren privaten Geldgebern stehen der Tafel nun etwa 8000 Euro zur Verfügung, die sie in Lebensmittel investiert. Damit können ab Freitag bedürftige Menschen wieder versorgt werden.

Jederzeit aufrechterhalten wurde dabei die Verpflegung der etwa 30 Tafel-Kunden, die bettlägrig und gehbehindert sind. Diese wurden und werden weiterhin beliefert.

Ausgaben und Spenden

Die Ausgabe am Freitag in Garmisch-Partenkirchen hinter der evangelischen Kirche startet um 13 Uhr. Jochem Rollar hofft, kommende Woche auch die Stellen in Murnau (Montag), Mittenwald (Dienstag) und Oberammergau (Mittwoch) wieder zu eröffnen. Bei der Ausgabe in Murnau gibt es jedoch eine Änderung: Sie findet ab 13 Uhr am Jugendzentrum Erlhaus statt. Wer den Tafeln im Landkreis Geld spenden möchte, findet alle Informationen dazu online unter www.gapa-evangelisch.de/die-tafel

Alexander Kraus

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