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„Sie sollen leben hoch, hoch, hoch“: Zimmerermeister Andreas Grasegger junior (l. neben Baum) sagt den Richtspruch auf und zählt alle auf, die am Bau der Tannenhütte beteiligt sind.

Eröffnungszeitraum steht fest

Tannenhütte am Wank: Selbst beim Hebauf ist der Name Thema

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Der Firstbaum mit den weiß-blauen Schleifchen thront auf dem Dach. Es ist das Zeichen der Zimmerer für den Hebauf. Dieser wird bei der Tannenhütte auf dem Wank gefeiert. Etwas stiehlt dem Bauwerk aber fast die Show.

Garmisch-Partenkirchen – Viele würden den Namen Gamshütte gerne erhalten. Geht aber nicht. Er ist geschützt. Hatte Besitzer Bernhard Raubal nach dem Brand im August 2015 veranlasst. Irgendwie bleibt er aber doch bestehen. Auf dem Papier, bei der Anschrift des Nachfolgermodells am Wank: Tannenhütte, Gamshütte 1.

Garmisch-Partenkirchens Vize-Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) erntet einige Lacher, als er die rund 60 geladenen Gästen auf die Adresse hinweist. Passt perfekt. Um den Namen dreht sich am Donnerstagnachmittag fast mehr als um den eigentlichen Anlass, den Hebauf.

Im Gegensatz zu einigen Einheimischen – viele bevorzugen „Faukenhütte“ – haben sich die Wirtsleut’ längst mit der aktuellen Bezeichnung angefreundet. „Auf Bairisch heißt sie eh Dannahüttn“, sagt Wirt Andreas Hertle und schmunzelt. Plausible Erklärung für die Wahl. Aber nicht der ausschlaggebende Hintergedanke. Den liefert beim Richtfest auf knapp 1000 Metern Höhe Martin Neumeyer. Dort, in dieser „besonderen Lage“, entstehe ein Bauwerk, das Tradition und Zukunft in Einklang bringt. Die Tanne eignet sich dafür perfekt als Bindeglied. „Sie hat im Bergwald eine große Vergangenheit“, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten. Doch vor Jahrzehnten wurde sie ersetzt durch die Fichte. Jetzt, in Zeiten des Klimawandels, will man den Spieß wieder umdrehen. „Die Tanne hält dem am besten Stand.“

2,1 Millionen Euro werden investiert

So sieht sie derzeit aus: die Tannenhütte.

Der Baukörper selbst besteht fast ausschließlich aus diesem Gehölz. Neben der Lage mit einmaligem Panoramablick über die Ortsteile Partenkirchen und Garmisch eine weitere Besonderheit. Denn Neumeyer hat recherchiert. Erfolglos, was er aber als Erfolg verbucht. „Ich habe kein anderes Hüttenbauwerk dieser Art und Größe gefunden.“

Das neue Ausflugsziel für Touristen und Einheimische ist ohne Frage eine gute Nummer größer als das abgebrannte Exemplar, besitzt sogar eine Treppe zur zweiten Ebene. Viel Licht durchflutet vor allem die vorderen Räume. Die große Fensterfront macht’s möglich. 2,1 Millionen Euro plus Erschließungskosten stecken die Staatsforsten in die Tannenhütte. Eine ordentliche Summe, findet selbst Neumeyer. Findet auch Anton Speer (Freie Wähler). Kräftig haben sie bereits mit Holzpavillon im Kloster Ettal und Waldblickweg im Graswangtal in den Landkreis investiert. „Die Krönung ist die Tannenhütte“, betonte der Landrat, vor allem mit Blick auf die Landesausstellung, die noch bis Anfang November läuft. „Des werd wos.“ Schließlich soll die Berggaststätte als Ausgangspunkt für Führungen in den Bergwald oder über die Jagd fungieren – wenn auch mit Verspätung.

Zum Schlussspurt der Landesausstellung fertig

So ist’s anvisiert. Nicht umsonst übten Landkreis und Marktgemeinde Druck aus. „Sie haben in den letzten zwei Jahren Dampf gemacht“, sagt Neumeyer. Damit die Arbeiten pünktlich beendet sind. Ganz hat’s nicht geklappt, die Witterung durchkreuzte den Zeitplan. Mit Vorhersagen tut sich der Vorstandsvorsitzende deshalb ein bisschen schwer. Beim Hebauf wagt er aber eine Prognose: Bis Mitte August soll das Juwel fertig sein, Anfang/Mitte September will man eröffnen. „Dann können wir noch den Schlussspurt der Landesausstellung mitnehmen.“

Bewirtet werden die Besucher zwar erst in ein paar Monaten, erste Eindrücke können sie aber schon jetzt gewinnen. Deshalb nimmt auch Bauer den Termin gerne wahr. Die Entwürfe der Hütte in der Zeitung – sie waren nicht so sein Ding. Beim Hebauf ändert er seine Meinung. „Ich bin besänftigt.“ Weg sind die Zweifel, dass das Bauwerk sich nicht in die Umgebung einfügt.

Selbst der Name passt für ihn irgendwie. „Die Tanne hat Zapfen.“ Mit so einem, meinte der Vize-Rathauschef und grinste, wird vielleicht der eine oder andere auch mal aus der Tannenhütte herausschwanken.

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