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Vor dem Gesundheitsamt tauschen Arbeiter ein Kabel aus. Danach käme Axel Doerings Garten an die Reihe.

Sieben Wochen ohne Internet und Festnetz

Die Telekom schickt Bagger – und keiner weiß Bescheid

Seit sieben Wochen funktionieren bei Axel Doering weder das Festnetz noch das Internet. Nun wollte die Telekom das Problem in dem Haus in Garmisch-Partenkirchen beseitigen – offenbar auf eine Art, die einen doch verwundert den Kopf schütteln lässt.

Garmisch-Partenkirchen – Axel Doering hatte keine Ruhe mehr. Er hat seinen Urlaub abgebrochen. Einen Tag früher als geplant sind er und seine Frau wieder nach Garmisch-Partenkirchen gefahren. Grund war ein Anruf seiner Tochter Christine. Diese hatte er damit beauftragt, die Blumen zuhause in Garmisch-Partenkirchen zu gießen. Und sich um den Telefonanschluss zu kümmern. Der funktionierte nämlich schon lange nicht mehr. „Seit sieben Wochen“, betont der Vorsitzende der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe. Auch das Internet sei betroffen. Eine Nachbarin im Haus leide ebenfalls unter dem Ausfall.

Seine Festnetznummer hatte Doering aufs Handy umleiten lassen, damit er erreichbar ist. Montagmorgen schließlich rief seine Tochter an. Bauarbeiter würden vor der Haustüre stehen, um den Garten umzugraben. Doering konnte es nicht glauben. Damit war er nicht der Einzige.

Die Bagger wurden schon in Bewegung gesetzt, bevor sie auf dem Grundstück ihres Vaters angelangt waren. Und zwar beim benachbarten Gesundheitsamt. Die Arbeiter haben Pflastersteine auf dem Grundstück entfernt und Blumenbeete aufgegraben. „Wir wussten vorher nicht Bescheid“, sagt Landratsamts-Sprecher Stephan Scharf. Das Gleiche gilt ihm zufolge für den Hausbesitzer, den Immobilien Freistaat Bayern. Die Zuständigen jedoch betonten, die Informationen seien vorab weitergegeben worden.

Kabel sollte ausgetauscht werden

Der Grund, warum überhaupt gegraben werden musste, war Doerings Telefon. Ein Kabel sollte ausgetauscht werden, damit der Anschluss funktioniert. Eine Aktion, die Doering an sich begrüßt. Schließlich will er Telefon und Internet endlich wieder nutzen. Nachdem die Hausverwaltung bei der Telekom angefragt hatte, wurde dieser mitgeteilt, dass wegen des Anschlusses Bauarbeiten stattfinden müssen. „Freitag um 18 Uhr war der Termin“, sagt Doering. Da er im Urlaub weilte, war Tochter Christine zum Haus ihrer Eltern an die Partnachstraße gefahren. Und wartete vergebens. „Gekommen ist keiner“, sagt sie. Bereits im Vorfeld war sie mit dem Unternehmen in Kontakt und hakte nach, wie es weitergehen sollte. „Man hat mir zugesichert, dass man uns zeitnah Bescheid geben würde.“ Einen Anruf habe sie jedoch nicht erhalten. Die Zuständigen betonen wiederum, sie hätten versucht, Axel Doering zu erreichen. „Davon habe ich nichts gemerkt“, sagt der.

Seine Tochter spricht von Glück, dass sie an dem besagten Montag „zufällig“ vor Ort war. „Sonst hätten die uns den ganzen Garten umgegraben.“ Angst hatte sie vor allem um das Gewächshaus. In diesem Bereich sollte ebenfalls gebaggert werden. „Meine Eltern haben viel Arbeit in den Garten gesteckt.“ Es hätte im Vorfeld Zeit gebraucht, um Gewächshaus samt Blumen in Sicherheit zu bringen.

Doering verlässt sich auf Zusage des Unternehmens

Axel Doering kann aktuell immer noch nicht übers Festnetz telefonieren. Die Telekom hat ihm derweil Datenvolumen zur Verfügung gestellt. „Jetzt kann ich im Internet immerhin meine E-Mails abrufen.“ Auf weitere Nachfrage seinerseits teilte ihm die Telekom mit, dass seine Leitung repariert sei. Diese Information bekam auch das Tagblatt. Der Anschluss des Kunden sollte wieder funktionieren, teilte ein Mitarbeiter schriftlich mit. Weiter heißt es: „Wir bedauern die lange Störung sehr.“ Bei der Behebung habe es einige Missverständnisse gegeben, für die er um Entschuldigung bittet. „Der Kunde bekommt natürlich eine Erstattung für die Ausfallzeit.“

Mittlerweile hat Doering erfahren, dass die Telekom wegen eines Fehlers – einer sogenannte Leitungsverschaltung – davon ausgegangen ist, dass der Anschluss wieder funktioniere. Doering verlässt sich nun auf die Zusage, dass sich ein Techniker nun bemühen werde, die Probleme zu beseitigen. „Ich habe das Gefühl, dass man sich jetzt sehr um uns bemüht“, sagt Doering. „Darum gebe ich die Hoffnung nicht auf.“

Magdalena Kratzer

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