Maha Vajiralongkorn, König von Thailand.
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Der Thai-König residiert seit vielen Jahren in Bayern, unter anderem in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen. Nicht bei allen kommt das gut an.

Mit Ausnahmegenehmigung in Corona-Zeiten

„Thai-Kini“ residiert in Bayern - Garmischer wenig begeistert: „ ...dass der hier mit seinen N***** herrscht“

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Corona hin, Corona her: Der Thai-König residiert trotzdem in einem Luxushotel in Garmisch-Partenkirchen. Längst nicht alle Einheimischen sind davon begeistert.

  • Seit mittlerweile über zehn Jahren lebt der Thai-König in Bayern.
  • Für seinen Aufenthalt während der Corona-Krise hat der Monarch eine Ausnahmegenehmigung bekommen.
  • Eine Mitarbeiterin eines lokalen Geschäfts berichtet von kuriosen Szenen vor der Shopping-Tour des Königs.
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Garmisch-Partenkirchen - Mit seiner idyllischen Lage ist das Städtchen Garmisch-Partenkirchen nicht nur im Sommer ein begehrtes Ausflugziel für viele Urlauber. Auch der thailändische König - der als reichster Monarch der Welt gilt - weiß das Alpenvorland zu schätzen: Seit über zehn Jahren wohnt Maha Vajiralongkorn inzwischen in Bayern.

Corona in Garmisch: Thai-Kini residiert mit Ausnahmegenehmigung in Luxushotel

In einem Luxushotel in Garmisch soll der Thai-König mit seinem 50-köpfigen Gefolge laut Br einhundert Suiten und Zimmer dauerhaft bewohnen – trotz der Corona*-Pandemie. In den letzten Monaten sorgte das immer wieder für Aufsehen. Der Garmischer Landrat bekam deshalb sogar schon Drohbriefe, wir berichteten. Vom Landratsamt gab es dafür wohl eine Art Ausnahmegenehmigung. Doch was halten eigentlich die Garmischer selbst davon, dass ein König von ihrer Heimat aus Thailand regiert?

Soviel steht jedenfalls fest: Längst nicht alle sind von dem prominenten Mitbürger begeistert. Einer Anwohnerin geht das Ganze gehörig auf die Nerven. „Der muss hier raus. Das geht nicht, dass der hier mit seinen Nutten herrscht“, stellt sie in einem Beitrag im BR klar.

Corona in Bayern: Garmischer sieht Anwesenheit des Thai-Königs kritisch - „Regeln, die für alle gelten“

Auch eine andere Garmischerin sieht die Anwesenheit des Thai-Königs kritisch. „In Normalzeiten wäre mir das völlig egal. Aber zu Corona*-Zeiten finde ich es nicht sehr überzeugend, wenn es Ausnahmen gibt von den Regeln, die für alle gelten.“

Doch daran scheint sich der Thai-König nicht zu stören. Im Gegenteil. Er geht, etwa zusammen mit seiner Zweitfrau, ganz unbeschwert in Garmisch shoppen. Eine Mitarbeiterin eines Sportgeschäfts erzählt von kuriosen Szenen: Bevor der Monarch mit seinem Gefolge anrückt, komme demnach eine Putzkolonne in den Laden.

Vor Shopping-Tour in Garmisch: Putzkolonne des Thai-Königs kommt in Geschäfte

Dessen Aufgabe: Zum Beispiel das Klo putzen - für den Fall, dass der Monarch zwischen dem ganzen Einkaufsstress mal dringend muss. „Die schauen dann, dass alles aufgeräumt ist. Und stellen seine Handseifen und Tücher hin“, berichtet die Angestellte.

Doch unter den Garmischern gibt es auch andere Ansichten. Menschen, die durchaus einen Vorteil in dem prominenten Mitbürger sehen und betonen, dass dieser zumindest den Fortbestand des Hotels sichere. Auch Feinkosthändler würden durch den Thai-König immer wieder lukrative Aufträge bekommen.

„Der gehört in sein Land. (...) da gibt es eigentlich sehr viel mehr zu tun“

Hört man sich unter den Einheimischen um, zählen diese Stimmen jedoch eher zur Minderheit. Oder, um es mit den Worten einer Garmischerin zu sagen: „Der gehört in sein Land. Und Thailand ist im Grunde eine Militärdiktatur, da gibt es eigentlich sehr viel zu tun.“

Rama X., König von Thailand ist bei seinem Volk ebenso äußerst unbeliebt. Auch das Ansehen Bayerns leidet unter dem „Thai-Kini“ Außerdem wird der Freistaat von dem Monarch um rund drei Milliarden geprellt. Dafür nutzt er einen simplen Trick. *tz.de und Merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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