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Sperrzone: Die Aufsprunghügel der Schanzen im Olympia-Skistadion dürfen nicht betreten werden. Doch Touristen setzen sich gern und oft über das Verbot hinweg. 

Es besteht Verletzungsrisiko

Eigentlich streng verboten: Touristen marschieren Skisprung-Schanze hinauf - trotz Absperrgitter

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Einmal dort stehen, wo Skispringer Rekorde landen – das lockt Touristen an. Sie marschieren unbedacht den Aufsprunghügel der Schanze hinauf. Trotz der Absperrungen.

Garmisch-Partenkirchen – Einer macht’s vor, der nächste macht’s nach. Wie bei kleinen Kindern. Michael Maurer, Präsident des SC Partenkirchen, kennt das Spielchen seit geraumer Zeit. Immer wieder kommt es vor, dass Besucher des Olympia-Skistadions die Aufsprunghügel der Schanzen hochmarschieren. Fängt einer an, zieht der nächste nach. Alle überschreiten damit ein strenges Verbot.

Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen als Eigentümerin der Anlage hat dort längst Schilder platziert. Dass das Betreten der grünen Sprungmatten ein widerrechtliches Handeln darstellt, welches mit einer Anzeige und Bußgeld geahndet wird, steht auf den Hinweistafeln. Die jucken nur offensichtlich niemanden. Ebenso wie die Absperrgitter und die Kette.

Vor allem an schönen Tagen, an Wochenenden und außerhalb der Betriebszeiten halten sich die Besucher nicht an die Regeln. Für sie ist es Vergnügen, für den SCP Arbeit. „Die Sportstätte wird beschädigt“, betont Maurer. Zwar nicht grob, aber immer wieder treten oder reißen die Gäste die Matten heraus.

Viel schlimmer findet der SCP-Chef aber, dass sich die Leute unnötig in Gefahr begeben. Der Aufsprunghügel ist steil, der Auf- und Abstieg nicht ohne, das Verletzungsrisiko hoch. Ein „schwieriges Thema“, betont Maurer. Nur ungern erinnert er sich an einen Unfall an einer anderen Schanze. „Da ist einer von oben runter, in die Kette rein und hat sich schwer verletzt.“ Deshalb wird bei der Absperrung in Garmisch-Partenkirchen auch nur Kunststoff als Material verwendet.

SCP-Präsident spricht von „amerikanischen Verhältnissen“

Die Lösung für die Situation? Schwierig zu finden. „Wir können nicht ständig überwachen“, sagt Maurer und appelliert an die Vernunft der Besucher. Wenn er denn selbst mal jemanden erwischt, „lass’ ich schon einen Pfiff rüber“.

Das Problem besteht im Sommer wie im Winter. Liegt Schnee frönen Jung wie Alt dem Rodel-Vergnügen. Anfang dieses Jahres musste Sportwart Andreas Glas sogar um das Faschingsskispringen bangen, weil die Landebahn durch Touristen in Mitleidenschaft gezogen worden war. In fünf Stunden Extra-Arbeit rettete das SCP-Team den Bereich – und die Veranstaltung.

Gedankenspiele, nach der Sanierung des Stadions Eintritt zu verlangen, ploppen deshalb immer wieder auf. Maurer gibt aber zu bedenken, dass das hiesige Stadion – anders als am Bergisel – nicht komplett abriegelbar sei. Denn im Umgriff liegen private Flächen und der Gudiberg. Die Haftungsfrage treiben ihn und die Gemeinde-Verantwortlichen nicht umsonst stetig um. Er spricht von „amerikanischen Verhältnissen“ – bei denen im Ernstfall der eigentlich Schuldige einen Schuldigen sucht.

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