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So war's bei der Ski-WM 2011: Tausende Fans feuerten die Slalom-Läuferinnen am Gudiberg an.

Ort stand bereit

Traum vom Slalom am Gudiberg (vorerst) geplatzt

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Garmisch-Partenkirchen - München - abgesagt! Zagreb - abgesagt! Als Ersatz für die kroatische Hauptstadt haben sich der Skiclub Garmisch und die Marktgemeinde um die Austragung der beiden Slalom-Weltcups am kommenden Wochenende am Gudiberg bemüht. Am Ende vergebens.

Weitere zwei Weltcup-Veranstaltungen in Garmisch-Partenkirchen, zudem jeweils ein Slalom für Frauen und Männer am Gudiberg, und das in den Weihnachtsferien – für Peter Fischer, den Geschäftsführer des Organisationskomitees (OK) für die Ski-Weltcups, wäre das eine „echte Herausforderung“ gewesen, für Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) eine „unbezahlbare Werbung für unseren Wintersportort“. Deshalb erklärten Fischer und Schmid am Freitag dem Internationalen Skiverband (FIS) ihre Bereitschaft, die Wettbewerbe von Zagreb am 4. und 5. Januar zu übernehmen; die kroatische Hauptstadt hatte sie wegen Schneemangels zurückgeben müssen. Doch am Samstag entschieden die FIS-Vertreter: Die Slalom-Läufe werden im italienischen Bormio ausgetragen. „Eine sportlich vernünftige Entscheidung“, sagt Fischer. Enttäuscht ist der 60-jährige Präsident des Skiclubs Garmisch (SCG) trotzdem.

Doch es bleibt bei den je zwei Weltcup-Rennen für Damen (Abfahrt und Super-G am 26. und 26. Januar) und Herren (Abfahrt und Riesenslalom am 1. und 2. Februar).

So war's bei der Ski-WM 2011: Fotos vom Damen-Slalom am Gudiberg

Damen-Slalom: Die Bilder vom Gudiberg

Sechs Tage hätte das OK Zeit gehabt, am Gudiberg die Voraussetzungen für insgesamt vier Läufe zu schaffen: die Pisten zu präparieren, Tribünen und Technik aufzubauen, den Kartenverkauf zu stemmen und vieles mehr. „In so kurzer Zeit hat das wahrscheinlich noch niemand geschafft“, sagt Fischer. Sechs Tage, an jedem rechnete er mit gut 100 Helfern. „Unsere Leute hätten da mitgemacht“, sagte er am Sonntag gegenüber dem Garmisch-Partenkirchner Tagblatt. Er selbst stehe „immer bereit, wenn es darum geht, für einen anderen Ort einzuspringen“. So wie im vergangenen Jahr mit einem zusätzlichen Damen-Rennen. Doch da gab es mehrere Wochen Vorlauf, und es wurde einen Tag vor dem ersten Weltcup-Wochenende gestartet.

Die Anfrage hatte die FIS an den Deutschen Skiverband (DSV) gestellt, der leitete sie an Fischer weiter, und der wiederum griff zum Telefonhörer, unter anderem, um mit Bürgermeister Schmid zu sprechen. „Wir machen natürlich mit“, sagte der. „Uns geht es um den Ort und um die Werbung.“ Dass Garmisch-Partenkirchen in sechs Tagen zwei Weltcup-Wettbewerbe auf die Beine stellen könne, zeige: „Solche Rennen gehören in Orte wie unseren.“ Doch am Samstag entschied sich die FIS für Bormio. Dort fand gestern die Herren-Abfahrt statt – die gesamte Infrastruktur, vor allem des Fernsehens, bleibt schlicht eine Woche länger vor Ort. Der Aufwand ist geringer als ein Umzug ins Werdenfelser Land.

Für Garmisch-Partenkirchen ist damit die Chance vertan, wieder einen Slalom am Gudiberg ausrichten zu können. Für mehrere Millionen Euro wurden die Anlagen für die Alpinen Ski-Weltmeisterschaft 2011 modernisiert. Doch bei der WM fand auch das bisher letzte Rennen statt. Seitdem wird der Hang nur noch für Trainingseinheiten des DSV und gelegentlich für den Breitensport genutzt. Und auch bis zum Jahr 2017 ist im vorläufigen Rennkalender der FIS kein Wettbewerb am Gudiberg geplant. Der Grund: Den Fernsehanstalten ist der Aufwand zu groß, bei einem Weltcup-Wochenende an der Kandahar und am Olympia-Skistadion zweimal die komplette Infrastruktur aufzubauen. Hinzu kommt, dass es im Ski-Zirkus deutlich mehr Orte gibt, die einen Slalom veranstalten können, als Orte, die – wie die Kandahar – geeignete Pisten für Speed-Wettbewerbe aufweisen.

Doch noch immer haben Wintersportfans in Garmisch-Partenkirchen einen Traum: einen Slalom am Neujahrstag, der bisher in München gestartet wird, zu erhalten, sodass an einem Tag erst im Skistadion das Neujahrsskispringen stattfindet und danach, nur wenige Meter entfernt, der Slalom am Gudiberg. „Das wäre toll“, sagen Fischer und Schmid unisono. Sich dafür weiter einzusetzen, ist auch eine echte Herausforderung.

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