Ein Autokran zieht eine Glocke in den Kirchturm.
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Eine der vier neuen Glocken für die Partenkirchner Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wird mit dem Autokran hochgezogen.

Vorgänger werden für die Nachwelt erhalten

Glocken im Anflug: Neue Bronze-Modelle für Maria Himmelfahrt kommen im Kirchturm an

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Es ist geschafft: Die vier neuen Glocken für die Partenkirchner Pfarrkirche wurden mit dem Kran in den Kirchturm gezogen. Läuten werden sie aber noch nicht.

Garmisch-Partenkirchen – Streng genommen sind’s ja gebürtige Niederbayern. Kamen sie doch in Passau zur Welt. Ein kleiner Schönheitsfehler in der Vita, über den die Partenkirchner gerne hinwegsehen. Von Beginn an waren die Riesen-Babys eingebürgert. Am Dienstag erreichten die Vier ihr endgültiges Zuhause – den Kirchturm von Maria Himmelfahrt.

Die Musikkapelle spielt, zahlreiche Menschen verfolgen ihre vorerst letzte Reise. Schauen zu, wie der Autokran die erste und kleinste Glocke nach oben hievt. Rund 800 Kilogramm wiegt sie. Knapp zwei Stunden dauert es, bis auch die etwa zwei Tonnen schwere und größte Glocke des Quartetts in den Kirchturm gehoben wird. 500 Jahre lang sollen sie und ihre Schwestern dort nun wohnen.

Lesen Sie auch: Sieben Glocken in Passau gegossen: Am Ende gibt‘s ein himmlisches Zeichen

Erstes Läuten Ende August

Wie beim Transport und der Weihe der neuen Bronze-Modelle sowie dem Ausbau der Vorgänger ist auch diesmal „alles super gelaufen“, sagt Josef Angelbauer nach der Aktion. Für die Verantwortlichen der Pfarrei enden nun die aufwendigen Organisationsarbeiten. Als nächstes müssen der Glockenstuhl aus Massiveiche aufgebaut und die in Passau gegossenen Exemplare eingehängt werden. Dann folgt die Installation der Technik. „Das dauert ein bisschen länger“, sagt der Kirchenpfleger. In drei Wochen ungefähr sollen die vier Niederbayern zum ersten Mal zeigen, was sie können. „Unser Ziel ist, dass sie am 27. August das erste Mal läuten.“

Besondere Ehre: Johanna und ihr Bruder Xaver sind die fleißigsten Ministranten und dürfen deshalb die Antonius-Glocke anschlagen.

„Konzert" mit allen Glocken aus Garmisch und Partenkirchen

Läuft alles nach Plan, steht im Herbst ein weiterer historischer und einmaliger Moment auf dem Programm. Alle Glocken von St. Anton, St. Anna in Wamberg, Maria Himmelfahrt sowie die der Garmischer Kirchen sind dann gemeinsam zu hören. „Ein richtiges Glockenkonzert im Werdenfelser Land“, sagt Angelbauer. Vergnügungssteuerfrei, ergänzt er und lacht. Die Anspannung der vergangenen Wochen und Monate schwindet.

Die alten Modelle haben nun ausgedient. Verschwinden aber nicht. „Wir erhalten alle für die Nachwelt“, sagt er. Sie bekommen ein anderes Zuhause: am Friedhof in Wamberg, oberhalb des Klosters St. Anton und im Park neben dem Sebastianskircherl. Dort, am Kriegerdenkmal, passen sie gut hin, findet Angelbauer. Als Mahnmal. Schließlich „sind die richtigen Glocken dem Krieg zum Opfer gefallen“.

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