Segelflugzeug abgestürzt: Fahrgäste sitzen in Maschine fest - Retter greifen zu Motorsägen

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Ortstermin in der Vogelschutzwarte im Januar 2019: (v.l.) Florian Streibl, Fraktionschef der Freien Wähler, Landrat Anton Speer, Umweltminister Thorsten Glauber, Bernd-Ulrich Rudolph, der Leiter der Vogelschutzwarte, und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer.

Umweltminister Glauber  spricht Machtwort

Vogelschutzwarte bleibt in Garmisch-Partenkirchen

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Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hat ein Machtwort gesprochen. Die Vogelschutzwarte wird nicht nach Augsburg verlegt, sondern arbeitet weiter von Garmisch-Partenkirchen aus. An dieser Entscheidung waren viele Personen beteiligt – darunter Landrat und Bürgermeisterin.

Garmisch-Partenkirchen– Es ist eine Allianz der Willigen. Eine aus Freien Wählern auf Kreis- und Landesebene mit SPD-Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer. Und es ist ein Bündnis, dessen Zusammenarbeit von Erfolg gekrönt ist. Die Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen, die an der Gsteigstraße 43 in einem von Grund auf sanierten Gebäude untergebracht ist, bleibt in der Marktgemeinde, wo sie seit 1931 ihren Sitz hat. Die CSU hatte bis Mitte 2018, als sie noch ohne die Freien Wähler regierte, geplant, die Einrichtung nach Augsburg zu verlegen. „Ja, das kann ich bestätigten“, sagt Umweltminister Thorsten Glauber am Rande der Klausurtagung der Landtagsfraktion der Freien Wähler im Hotel Riessersee auf Tagblatt-Anfrage. „Die Warte muss dort sein, wo sie am effektivsten arbeiten kann. In den Alpen, in Garmisch-Partenkirchen.“ Bei einem Besuch der Vogelschutzwarte im Januar 2019, wenige Monate nach seinem Amtsantritt, hatte sich Glauber vor Ort im Beisein seiner Parteikollegen Florian Streibl, Landrat Anton Speer, Meierhofer und Bernd-Ulrich Rudolph, Leiter der Vogelschutzwarte, ein Bild gemacht. Eines, das seine Entscheidung offenbar maßgeblich und im Sinne von Garmisch-Partenkirchen beeinflusst hat. Ministeriums-Pressesprecher Dr. Thomas Marzahn teilte mit, dass dem Minister „die flächige Präsenz wichtig ist“.

Die Vogelschutzwarte am Fuße des Wank. foto: Archiv

Die gute Nachricht hatte Meierhofer schon zwei Tage früher in die Öffentlichkeit gebracht. Unabsichtlich. Als sie den Landtagsabgeordneten der Freien zum Auftakt der Klausurtagung Garmisch-Partenkirchen vorstellte, berichtete sie zum Abschluss ihres Vortrags von der frohen Botschaft – um sie im Tagblatt-Gespräch gleich wieder zu kassieren. „Das ist mir so rausgerutscht. Herr Glauber soll das bestätigen.“ Nachdem er es getan hatte, ließ sie ihren Gefühlen freien Lauf. „Ich freue mich riesig. Für uns ist die Vogelschutzwarte ein wichtige Einrichtung.“ Sie erklärte, dass dieser Erfolg viele Väter habe. „Es war eine konzertierte Aktion aus Landratsamt, Gemeinde und Mitarbeitern der Vogelschutzwarte“, sagt sie.

Nicht zu vergessen Florian Streibl. Der Fraktionschef der Freien Wähler hatte sich in der Vergangenheit immens für den Verbleib der namhaften Institution für Vogelkunde in Garmisch-Partenkirchen eingesetzt und Glaubers CSU-Vorgänger Marcel Huber mit Anfragen bombardiert, um ihn zum Umdenken zu bewegen. Das Ergebnis der Landtagswahlen 2018 hat die politische Landschaft Bayerns verändert, die Freien Wähler in eine Koalitionsregierung mit der CSU gespült, und damit auch die Karten in Sachen Vogelschutzwarte neu gemischt.

Nicht nur was die Vogelschutzwarte betrifft. In den zurückliegenden Wochen hat sich gezeigt, dass Meierhofer gut kann mit den Freien Wählern. Und umgekehrt. „Ich habe keine Berührungsängste, die Freien auch nicht. So sollte es immer sein.“ Mit Speer versteht sie sich blendend, seit der 2015 beim G-7-Gipfel dem Druck aus dem Innenministerium nach nachgegeben hatte. Der Landrat war aufgefordert worden, die Bürgermeisterin anzuweisen, einen Bescheid zu unterschreiben, der ihrer Meinung nach für Randale bei den G-7-Gegner geführt hätte. Speer tat es nicht. „Dafür bin ich ihm dankbar“, erklärt Meierhofer. Streibl und die Rathaus-Chefin eint die Liebe zur Musik und ganz besonders zum Richard-Strauss-Festival. Auch für das hatte sich Streibl im Finanzausschuss des Landtags, gemeinsam mit den CSU-Abgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber, eingesetzt. Mit Erfolg. Die Staatsregierung unterstützt das Festival großzügiger als noch vor ein paar Jahren. Zudem führt Streibl seit einigen Monaten den Förderkreis Richard Strauss als Vorsitzender.

Beim politischen Gegner, rechts oder links der SPD, erzeugt die Liaison zwischen Meierhofer und den Freien Wählern, die sie ob deren Bürgernähe lobt, Nachdenklichkeit. Manche vermuten gar, Meierhofer zögere damit, ihre erneute Kandidatur bekannt zu geben, weil sie erst noch ein Wahlbündnis mit den Freien schmieden und eintüten müsse, bevor sie sich outet.

Ganz von der Hand zu weisen, sind derartige Gedankenspiele nicht. Mit einer Allianz der Willigen haben Meierhofer und die Freien Wähler ja erst vor wenigen Tagen Erfolg gehabt.

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