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Würdige Ruhestätte für Ehrenbürger Hermann Levi: Wichtiger Schritt getan

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Von: Peter Reinbold

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Bekommt er endlich eine würdige Ruhestätte? Ein wichtiger Schritt ist getan. © Archiv

Was viel zu lange währte, ist endlich auf dem Weg, gut zu werden. Garmisch-Partenkirchens Ehrenbürger Hermann Levi erhält womöglich bald eine Ruhestätte, die seiner würdig ist. Möglich gemacht hat das eine Einigung zwischen der Gemeinde und Ecko Eichler.

Garmisch-Partenkirchen – Der erste Schritt ist getan. Viele weitere müssen folgen, bis das Andenken an Garmisch-Partenkirchens Ehrenbürger, den großen jüdischen Komponisten und Partenkirchner Wohltäter Hermann Levi, dessen letzte Ruhestätte auf einem Grundstück am Riedberg fast 70 Jahre der Gemeinde nicht zur Ehre gereichte, endlich jene Wertschätzung erhält, die es verdient. Nach monatelangen Verhandlungen und unzähligen Versuchen über fast eineinhalb Jahrzehnte hinweg haben sich die Gemeinde und Ecko Eichler, auf dessen Grundstück sich das Grab befindet, am Freitag bei einem Notartermin auf einen Flächentausch von jeweils rund 50 Quadratmetern geeinigt. „Ich bin froh, dass wir nach langem Hin und Her eine Lösung gefunden haben“, sagt Eichler, der Wert darauf legt, „dass kein Geld geflossen ist. Ich wollte ganz bewusst keines haben“.

Bürgermeisterin Meierhofer: Wichtiger Meilenstein in Erinnerungskultur an Dirigenten

Auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) ist froh darüber, dass man die Kuh vom Eis gebracht hat. „Ich freue mich sehr, dass wir jetzt diesen wichtigen Meilenstein bei der Installierung einer umfassenden und dauerhaften Erinnerungskultur an den berühmten Dirigenten erreicht haben.“ Antony Morris, ausgewiesener Levi-Kenner und -Fan, dessen Plan es gewesen war, das Mausoleum wieder zu errichten, moniert noch einmal, dass es so lange gedauert hat, ehe man Levi angemessen gedenkt. „Man hätte das schon vor Jahren erledigen müssen.“

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Schritt für Schritt will Meierhofer jetzt vorgehen und Tempo machen. In einer der nächsten Sitzungen des Gestaltungsbeirats soll ein erster Entwurf für einen Pavillon, der über der Grabstätte errichtet werden soll, präsentiert werden. „Je nachdem, ob sich die Experten dafür aussprechen, könnte dieser geplant und nach der Frostperiode realisiert werden“, teilt Rathaus-Sprecherin Ute Leitner mit. Ein Plan von Eichler, der als Architekt arbeitet, stieß nicht auf Zustimmung. „Er hat nicht gefallen, aber da bin ich leidenschaftslos.“

Gemeinderat soll sich mit Gesamtkonzept zu Erinnerung an Hermann Levi beschäftigen

Leidenschaft für Hermann Levi legt hingegen Meierhofer an den Tag. Ihr schwebt ein Gesamtkonzept vor, das dem Leben und Wirken Levis gerecht werden soll. Mit dem wird sich der Gemeinderat in seiner Dezember-Sitzung beschäftigen. „Wenn es befürwortet wird, können auch die anderen Puzzlestücke, wie die Umbenennung des Partenkirchner Kurparks, konkreter geplant werden“, sagt Leitner. Anschließend wird sich auch der Bauausschuss eingehender mit der Thematik befassen. Dass es eine weitere größere kulturelle Veranstaltung in Erinnerung an Levi geben wird, ist Leitner zufolge so gut wie sicher. „Bevorzugter Zeitpunkt ist der Zeitraum Mai bis Juli 2020.“

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Ob sich dabei ein Auftritt von Stardirigent Kyrill Petrenko realisieren lässt, steht noch nicht fest. Petrenko, als Generalmusikdirektor der Münchner Staatsoper quasi der Amtsnachfolger von Levi, hatte heuer im Januar das Levi-Grab besucht. Er könne sich durchaus vorstellen, mit einem Kammerorchester zu Ehren von Levi nach Garmisch-Partenkirchen zu kommen, hier zu dirigieren. Allerdings ist Petrenko ab kommender Spielzeit Chef der Berliner Philharmoniker.

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