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Beim Aufbau: Mitarbeiter des Zirkus’ Montelli errichten auf dem Hausberg-Parkplatz in Garmisch-Partenkirchen eine Notunterkunft. 

Tierschutzverein kümmert sich

Zirkus Montelli gerät in Not - und findet in Garmisch-Partenkirchen eine neue Bleibe

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Auftritte wären in den kommenden Tagen in Ohlstadt und Krün geplant gewesen. Wegen der Corona-Krise sind die geplatzt. Deswegen ist der Zirkus Montelli in Not geraten. Zunächst war er in Kochel gestrandet, jetzt darf er in Garmisch-Partenkirchen bleiben.

Garmisch-Partenkirchen – Es war eine große Welle der Hilfsbereitschaft, die sich in den vergangenen Tagen über Familie Montelli und ihren gleichnamigen Zirkus ergoss, nachdem der Tölzer Kurier über die akute Notlage der Schaustellerfamilie und ihrer Tiere berichtet hatte. „Es ist so toll, was wir in den vergangenen Tagen erlebt haben“, sagt Dominique Montelli gerührt. Nach dem Bericht, dass der kleine Familienzirkus, der wegen der Coronakrise in Kochel gestrandet ist, dringend eine neue Bleibe braucht und außerdem um seine Existenz bangen muss, haben Montelli zufolge viele Menschen Kontakt mit ihnen aufgenommen. Viele spendeten Futter für die Tiere oder halfen der Familie finanziell, da sie wegen des Verbots von Auftritten derzeit keinerlei Einnahmen hat.

Jetzt hat der Zirkus in Garmisch-Partenkirchen vorerst eine neue Bleibe gefunden. Tessy Lödermann vom Tierschutzverein Garmisch-Partenkirchen hat sich eingeschaltet. Sie kontaktierte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Nach 15 Minuten erfolgte der Rückruf mit guter Nachricht: Die Schaustellerfamilie bekommt einen Platz am Parkplatz der Hausbergbahn – eine Fläche, die in der Vergangenheit vielfach auch großen Zirkussen wie etwa Roncalli als Ort für Vorstellungen diente. Der Platz gehört der Marktgemeinde, sagt Montelli. „So lange es nötig ist“, habe man ihnen gesagt, könnten sie auf dem gekiesten Areal ihre Wohnwagen aufstellen und die Stallzelte aufschlagen. Für Strom und Wasser ist gesorgt. Die Kosten trägt der Tierschutzverein.

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Dankbar für Spendenbereitschaft

Am Dienstag zog der Zirkus um. Montelli und ihre Familie sind dankbar für die große Spendenbereitschaft. Hilfsangebote seien sowohl aus Kochel selbst als auch aus der Region gekommen. Über die sofortigen Spenden hinaus habe mancher Landwirt auch zugesichert, in der nächsten Zeit Futter für die Tiere bereit zu halten. „Das brauchen wir bei Bedarf nur abholen“, sagt Montelli.

Unter den vielen Hilfsangeboten war unter anderem auch eines vom „Boutique-Hotel Lartor“ aus Unterammergau. Inhaber Christian Zott hatte der Familie eine Wiese direkt neben dem Hotel als Standort angeboten. Ihr Mann und Zirkus-Chef Kevin Montelli haben sich das Grundstück angesehen, erklärt Dominique Montelli. Da eine gekieste Fläche für einen längeren Aufenthalt aber weitaus besser geeignet sei – etwa bei Regen – habe sich die Familie für den „Hausberg“ entschieden. Denn wie lange sie wegen der Corona-Krise keine Vorstellungen geben darf, kann derzeit niemand sagen.

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Lödermann ist begeistert von der Hilfsbereitschaft. Sie hebt vor allem das Rathaus samt Ordnungs- und Bauamt sowie die Gemeindewerke hervor, bei denen sie sofort „offene Türen einrannte“. Trotzdem will sie vermeiden, dass die Leute zum Zirkus fahren und auf eigene Faust Kleidung oder Futter abliefern. Deshalb gibt es zwei Konten, einmal von der Familie Montelli, einmal vom Tierschutzverein. „Geldspenden wären wichtiger“, betont sie.

Wer dem Zirkus weiterhin helfen möchte – etwa mit Futterspenden – erreicht Kevin Montelli unter Telefon 01 74/4 01 66 43. Wer Geld spenden will, kann dies auf zwei Konten erledigen: Zirkus Montelli; IBAN: DE49 600 100 700 712 517 703 oder Tierschutzverein, Stichwort: Zirkus; IBAN: DE03 703 500 000 000 046 003. (Spendenbescheinigung möglich)

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