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Das beschädigte Zugspitz-Kreuz: Die Strahlen in der unteren rechten Ecke hat der Wind abgerissen.

Termin abhängig vom Wetter

Wegen Sturm: Zacken von Zugspitz-Kreuz bricht ab - Reparatur-Ort steht fest

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Auf das Gipfelkreuz auf der Zugspitze wirken viele Kräfte ein. Denen hat es jetzt nicht mehr standgehalten. Durch den heftigen Sturm ist ein Zacken-Element abgebrochen. 

Update, 27. März:

Die Entscheidung steht: Der abgebrochene Zacken des Gipfelkreuzes auf der Zugspitze wird am Berg repariert. Wann dies geschieht, hängt vom Wetter ab, teilt Verena Lothes, Sprecherin der BZB mit. Derzeit liege noch viel Schnee im Gipfelbereich. Der betroffene Strahl wird derzeit im Tal neu vergoldet.

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Erstmeldung:

Garmisch-Partenkirchen – Sturmböen, die mit bis zu 122,8 Stundenkilometern über die Zugspitze fegen, sind an und für sich nichts Ungewöhnliches. „Da droben kennt man ganz andere Werte“, sagt ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts. Den bisherigen Rekord hielten seine Kollegen am 12. Juni 1985 fest: 335 Stundenkilometer. Die konnten dem Gipfelkreuz auf Deutschlands höchstem Berg nichts anhaben. Der weitaus weniger heftige Orkan in der Nacht auf Donnerstag hat allerdings gewaltig zugeschlagen und die goldfarbenen Zacken in der unteren rechten Ecke abgerissen. Eine böse Überraschung, die eine Hannoveranerin in den frühen Morgenstunden auf der Webcam der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) entdeckt hat.

Noch steht nicht fest, wie hoch der Schaden ist. Auch nicht, wie dieser behoben wird. Kunstschmiedemeister Franz Würzinger zeigt sich aber zuversichtlich, dass eine Reparatur möglich ist. „Gut wäre es, wenn man das abgebrochene Teil finden würde“, sagt der Eschenloher gegen Mittag. Da dieses nicht klein ist und zudem golden strahlt, hegt er große Hoffnung, dass das gelingt. Völlig zu Recht: Das vermisste Element haben BZB-Mitarbeiter gestern am frühen Nachmittag im Gipfelbereich entdeckt – und gleich sichergestellt.

Seit 1851 steht ein Kreuz auf dem Zugspitzgipfel

Nach dem Unfall im Frühjahr 2017 im Zuge des Neubaus der Seilbahn Zugspitze, bei dem eine Kran-Kette mit dem Wahrzeichen auf fast 3000 Meter Höhe kollidiert war, hat’s ebenfalls geklappt. Richtung Eibsee entdeckten Kletterer die abgebrochenen Teile. Zur Erinnerung: Damals waren alle unteren Zacken und einer in der oberen Ecke in Mitleidenschaft gezogen und von Würzinger wieder angebracht worden.

 Das fünf Meter hohe Kreuz, das seit 1851 den Gipfel ziert, muss einiges aushalten. Wind, Wetter und die regelmäßigen Besucheranstürme. Das ursprüngliche Exemplar, das im Zweiten Weltkrieg von US-Soldaten beschossen worden war, befindet sich mittlerweile im Werdenfels Museum. Nachdem dieses nicht mehr repariert werden konnte, wurde eine originalgetreue Nachbildung angefertigt und 1993 montiert. Diesen Platz hat diese seither zweimal verlassen: 2009, um neu vergoldet zu werden, und nach dem Unfall 2017.

 Ob der aktuelle Schaden direkt vor Ort gerichtet werden kann, „klären wir gerade“, sagt BZB-Sprecherin Verena Lothes. Würzinger hält dieses Vorgehen aber angesichts des exponierten Standorts für „schwierig“. Für ihn und das gesamte BZB-Team steht jedoch außer Frage, dass das gold-strahlende Gipfelkreuz wieder repariert werden muss. „Ganz klar“, betont Lothes. Schließlich ist es das Wahrzeichen der Zugspitze.

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