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Stolze Preisträger: (v. l.) Winfried Jacobs (Vize-Präsident des Deutschen Musikverleger-Verbands), die Herausgeber Dr. Marion Beyer und Dr. Jürgen May sowie Dr. Andreas Krause und Elke Dörr von „Schott Music“.

Auszeichnung bei der Musikmesse in Frankfurt

Kritischer Blick auf Strauss’ Notizen

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Die Freude ist groß im Richard-Strauss-Institut in Garmisch-Partenkirchen: Dr. Jürgen May und seine beiden Mit-Herausgeber erhalten für ihr neues Buch über den Komponisten den begehrten Musikeditionspreis.

Garmisch-Partenkirchen – Mehr als drei Jahre haben sie daran gearbeitet, viel geforscht und jede Menge Herzblut hineingesteckt. Bei der Musikmesse in Frankfurt haben Dr. Jürgen May vom Richard-Strauss-Institut in Garmisch-Partenkirchen und seine Mit-Herausgeber, Dr. Marion Beyer sowie Professor Dr. Walter Werbeck, am Freitag den verdienten Lohn kassiert. Ihr Buch „Richard Strauss: Späte Aufzeichnungen“ wurde mit dem renommierten Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ des Deutschen Musikverleger-Verbandes ausgezeichnet. Ein Erfolg, der May ganz besonders freut. „Im Leben eines Musikwissenschaftlers kommt es nicht allzu oft vor, dass ein Buch, an dem man mitgewirkt hat, so etwas gewinnt“, unterstreicht er.

Die Arbeit der drei Herausgeber erfährt damit ebenso eine Würdigung wie die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Richard-Strauss-Gesellschaft sowie die Betreuung durch den Verlag Schott. „Als Ergebnis sorgfältigster philologischer Editionsarbeit liegen uns nun die Notizhefte vor, die Strauss in der immer wieder so heiß diskutierten Zeit zwischen 1932/33 und 1949 nutzte“, heißt es in der Begründung der Jury. „Damit liegt ein biographisch nun in höchstem Maße relevantes Quellenopus vor.“ Und das vor allem vor dem Hintergrund, dass Teile dieser Aufzeichnungen bereits – mit unkenntlichen editorischen Eingriffen – veröffentlicht sind. Daher sei es umso wertvoller, diese Notizen des Komponisten nun in einer kritischen Ausgabe vorliegen zu haben.

Übersichtlich geordnet mit erläuternden Anmerkungen nach jedem Eintrag findet sich das, was Strauss in seinen blauen und grauen Heften verewigt hat. „Vollständig und jeweils kommentiert“ findet der Leser May zufolge, was den weltberühmten Künstler in den letzten Jahren seines Wirkens umtrieb. Lesestoff, der nicht nur für Wissenschaftler spannend ist.

Das Buch

„Richard Strauss: Späte Aufzeichnungen“ (431 Seiten) gibt’s für 59 Euro im Buchhandel und im Richard-Strauss-Institut.

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