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Gold im Massenstart gewinnt Simon Schempp bei der Weltmeisterschaft 2017 in Hochfilzen.  

22. Auflage des City-Biathlon 

Die Nacht der Weltmeister

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Simon Schempp statt Laura Dahlmeier: Der Weltmeister aus Ruhpolding ist diesmal der Star des 22. City-Biathlon, nicht die Lokalmatadorin. Er führt das Feld mit weiteren drei Weltmeisterinnen an, die in der Garmischer Fußgängerzone um den Sieg skaten und schießen.

Garmisch-Partenkichen – Das größte Zugpferd, das das deutsche Biathlon zu bieten hat, fehlt heuer am 30. Dezember (ab 17 Uhr) beim 22. City-Biathlon in Garmisch-Partenkirchen. Laura Dahlmeier vom SC Partenkirchen, die fünffache Weltmeisterin von Hochfilzen, läuft und schießt diesmal nicht in der Garmischer Fußgängerzone sondern zwei Tage zuvor im Stadion AufSchalke in Gelsenkirchen. Ein Doppelstart ist unmöglich. „40 000 Zuschauer schlagen 10 000“, sagt Peter Fischer. „Aber ich bin ihr gar nicht böse. Sie war ja im vergangenen Jahr bei uns, jetzt läuft sie eben dort.“ Die Kulisse in dem Fußball-Tempel, in dem sonst der Bundesligist Schalke 04 kickt, ist nicht nur enorm, gleiches gilt für die Gage, die dort bezahlt wird. „Dass wir finanziell nicht mithalten können, damit kann ich leben“, erklärt der Vorsitzende des Skiclubs Garmisch.

Apropos Geld. Das spielt beim City-Biathlon stets eine wichtige Rolle. Es ist immer knapp. Auch diesmal. Die heurige Ausgabe stand ebenso auf der Kippe, wie die im vergangenen Jahr. Und wahrscheinlich auch das Rennen im kommenden Jahr. „Ich kann jetzt nicht sagen, ob es die 22. Auflage geben wird“, räumte Fischer im November 2016 ein. Aber es gibt ihn, den City-Biathlon. „Es ist jedes Jahr ein Kampf. Alte Geldgeber springen ab, neue kommen hinzu“, sagt Fischer (64). Dass sein liebstes Kind nach den alpinen Skiweltcup-Rennen auf der Kandahar noch immer zum Sportkalender Garmisch-Partenkirchens zählt, ist nicht selbstverständlich. Den Gesamtetat, den der Chef des Skiclubs Garmisch inklusive Preis- und Antrittsgelder aufstellen muss, beziffert er auf 50 000 Euro. „Allerdings haben wir den noch nicht ganz beisammen. Wir brauchen noch etwas.“ 5000 Euro fehlen diesmal in der Kasse. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, wird der Skiclub diesen Fehlbetrag alleine stemmen müssen. „Ich will nicht jammern“, meint Fischer. „Das habe ich mir abgewöhnt, weil’s nichts bringt und weil’s jedes Jahr ein Thema ist.“ Ein Ziel hat er sich gesteckt, komme, was wolle. „Die 25. Auflage will ich auf jeden Fall schaffen.“

Geld hin, Dahlmeier-Abwesenheit her. Trotz dieser Widrigkeiten hat es Fischer auch diesmal geschafft, zusammen mit Herbert Mayer vom Zoll, bei der Bundesbehörde schieben die meisten Biathleten Dienst, ein exklusives Starterfeld auf die Beine zu stellen. Und weil er nie um eine griffige Bezeichnung verlegen ist, nennt er den City-Biathlon 2017 die „Nacht der Weltmeister“. Was zutrifft: Simon Schempp, Vanessa Hinz, Franziska Preuss und Maren Hammerschmidt gehören diesem exklusiven Zirkel an. „Von denen könnte ein jeder auch AufSchalke laufen. Aber sie tun’s bei uns.“ Zur zweiten Garde gehören Nadine Horchler, die in Mittenwald lebt, beim Krüner Bernhard Kröll trainiert und die in der vergangenen Saison überraschend ihren ersten Weltcupsieg gefeiert hat, Matthias Bischl (SV Söchering), David Zobel (SC Murnau) und Florian Graf oder Johannes Kühn. „Wir haben diesmal ein rein deutsches Starterfeld“, sagt Fischer.

Das ist allerdings nicht ganz freiwillig zustandegekommen. Die Starter aus Italien, Lukas Hofer und Karin Oberhofer, die beide bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi Bronze gewannen und seit Jahren gern gesehene Gäste sind, hatten zu lange gezögert. Sie konnten sich nicht zwischen Gelsenkirchen und Garmisch-Partenkirchen entscheiden. Fischer vermutet, „dass auch sie woanders mehr Geld verdienen können“. In der Garmischer Fußgängerzone gibt’s Sport und Show zum Nulltarif. „Und man erlebt die Stars hautnah“, sagt Fischer. AufSchalke ist das nicht möglich.

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