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Auf die Ortsbusse ist mit dem neuen Taktfahrplan ab 1. Mai noch mehr Verlass.

Gemeindewerke stellen Anbebot zum 1. Mai um

Garmisch-Partenkirchner Ortsbusse fahren künftig nach Taktfahrplan

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Die Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen stellen den Fahrplan der Ortsbusse zum 1. Mai um. Künftig werden die Haltestellen regelmäßig zur gleichen Zeit angefahren. Ein Vorhaben, das die Mitglieder des Gemeinderats einstimmig absegneten.

Garmisch-Partenkirchen – Verlässlich – das gilt ab 1. Mai für die Garmisch-Partenkirchner Ortsbusse. Zu diesem Stichpunkt stellen die Gemeindewerke auf Taktfahrplan um. Mit der Folge, dass die Verbindungen künftig in regelmäßigen Abständen und immer zur gleichen Minute – beispielsweise stets um 20 nach und um 10 vor – die jeweiligen Haltestellen anfahren. Ein Schritt, hinter dem die Mitarbeiter der Werke und auch die Mitglieder des Verwaltungsrats stehen. „Im Vorfeld wurde viel mit uns Fahrern gesprochen“, erklärte Peppi Braun (Freie Wähler) im Gemeinderat. Mit dem Ergebnis: „Alle sind der Meinung, dass es funktionieren muss.“ Vorbei sind in wenigen Wochen die Zeiten, in denen er beispielsweise Fahrgästen am Klinikum keine konkrete Auskunft über die Rückfahrtmöglichkeiten geben konnte. Für den Kommunalpolitiker steht daher fest: „Ich freu’ mich schon auf die Umstellung.“ Dem schlossen sich auch seine Gemeinderats-Kollegen an. Einstimmig segneten sie die Änderung des bestehenden Fahrplans ab.

Für Werke-Vorstand Wotan Lichtmeß ein Schritt in die richtige Richtung. Nachdem die große Lösung, die das Radwege- und andere Mobilitätskonzepte umfasst, noch auf sich warten lässt, freut er sich, dass „wir jetzt in kleineren Schritten mit überschaubaren Risiken optimieren“. Davon profitieren nicht nur die Fahrgäste, sondern auch seine Mitarbeiter, für die es bislang oft schwierig ist, ihre Pausen einzuhalten. Deutlich mehr Individualverkehr und zusätzlich steigende Behinderungen durch Falschparker führten zu Verspätungen von über acht Minuten, betonte Lichtmeß. Logisch, dass der neue Fahrplan auch diese Gegebenheiten berücksichtigt und langsamer wird. Damit einher geht außerdem der bessere Anschluss über Burgrain an den Bahnhof Farchant und regelmäßige Stopps im Gewerbegebiet Partenkirchen. In seinem Fazit kann sich der Werke-Chef der Einschätzung seiner Busfahrer nur anschließen: „Ich glaube auch, dass das Angebot deutlich attraktiver wird.“

Feststeht allerdings, dass sich dadurch das Defizit, das bislang zwischen 600 000 und 650 000 Euro liegt und das die Gemeindewerke schultern, erhöht. Lichtmeß rechnet mit 750 000 bis maximal 800 000 Euro. Und das trotz der Preiserhöhung um 17 Prozent. Im Zuge des neuen Fahrplans „brauchen wir einen weiteren Bus und zwei zusätzliche Mitarbeiter“, verdeutlichte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) die Folgen.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Ortsbuslinien schon jetzt sehr gut angenommen werden. „2016 haben wir 1,843 Millionen Fahrgäste befördert, das entspricht 5050 am Tag“, sagte Lichtmeß. Sie spülten Fahrgeldeinnahmen in Höhe von 1,307 Millionen Euro in die Kasse. Dem gegenüber standen allerdings Kosten von 2,286 Millionen Euro – allein 1,464 Millionen Euro davon fürs Personal. Während Meierhofer optimistisch ist, dass die Zahlen durch den neuen Fahrplan verbessert werden, zeigt sich der Vorstand zurückhaltend. Er rät dringend dazu, der Umstellung entsprechend Zeit zu geben, damit alle diese auch „erfahren“ können.

Parallel dazu stehen die Werke in Verhandlung mit der Deutschen Bahn und dem Regionalverkehr Oberbayern (RVO), um künftig eine Haltestelle direkt am Bahnhof zu bekommen. Danach hatte der Wamberger Ortssprecher Klaus Knapp gefragt. Die Haltestelle hinter dem Postgebäude sei für alle, die mit dem Zug in der Marktgemeinde ankommen, kaum zu finden. Ein Manko, das kaufmännischem Leiter Jürgen Winter zufolge behoben werden soll. „Wir versuchen, die Haltestellen zu tauschen und dann die zu nutzen, an der momentan der Schienenersatzverkehr hält“, erklärte er. Das heißt: Der Ortsbus würde dann direkt neben dem Taxistand starten.

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