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Spinnen ein großes Netz: die Teilnehmer des Ideentags für das Kulturfestival „Zamma“ im Michael-Ende-Kurpark.

Garmisch-Partenkirchner spinnen ein Netz aus Ideen

Michael Endes 90. Geburtstag wird beim Kulturfestival „Zamma“ gefeiert

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Die Vorschlagsliste ist schon jetzt lang. Zahlreiche kreative Projekte haben rund 130 Garmisch-Partenkirchner beim Ideentag für das Kulturfestival „Zamma“ angeregt. Mitte Mai sollen diese Vorhaben konkretisiert werden, um daraus für 2019 ein buntes Programm zu erstellen.

Garmisch-Partenkirchen – Miteinander, also „zamma“ – diesen Anspruch stellt der Bezirk Oberbayern an sein Kulturfestival. Jeder soll dabei sein, sich einbringen können – jung und alt, Alteingesessene und Neubürger, Menschen mit oder ohne Behinderung. Sie alle sind gefordert, für Garmisch-Partenkirchen im kommenden Jahr vom 13. bis 20. Juli ein buntes und vor allem ein vernetztes Programm auf die Beine zu stellen. „Zamma“ eben. Eines, in dem auch ein besonderer Anlass eine Rolle spielt: der 90. Geburtstag von Michael Ende. „Die Phantastische Gesellschaft und der Spielplatzverein möchten dazu verschiedene Stationen gestalten“, kündigt Bezirkssprecherin Kerstin Schwabe an.

„Wahnsinnig schön“ findet Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) das Konzept. Deshalb habe sich die Gemeinde auch beworben und zu ihrer Freude den Zuschlag für 2019 erhalten. Ein Blick in die Runde der gut 130 Teilnehmer am Ideentag stimmt sie positiv: „Ich bin überzeugt, dass wir’s gut hinbekommen.“ Eine Einschätzung, die Bezirkstagspräsident Josef Mederer (CSU) teilt. „Garmisch-Partenkirchen ist ein ganz besonderer Ort.“ Einer, in dem der Bezirk neben der Fachschule für Schreiner und Holzbildhauer auch die kbo-Lech-Mangfall-Klinik unterhält. Logisch, dass sich diese Einrichtungen bei „Zamma“ einbringen werden. Fürs Festival erhofft sich Mederer eine Vielzahl von Ideen: „Das Pflänzchen, das da aufgeht, soll weiter gegossen werden.“ Schon jetzt sagt er zu, dass der Bezirk Oberbayern diese Projekte auch künftig unterstützen will.

Zentrale Bühne am Richard-Strauss-Platz

Zu den Grundprinzipien von „Zamma“ gehört es, dass Veranstaltungen innovativ, inklusiv und vernetzt sind. Das bedeutet, „dass sich mehrere Partner – Vereine, Organisationen und Kulturschaffende – zusammenschließen“, verdeutlicht Petra Kellermann vom Kulturreferat des Bezirks. „Außerdem hoffen wir, dass der ganze Ort unser Festival mitgestaltet“, ergänzt ihre Kollegin Simone Rünagel. Das heißt im Umkehrschluss, dass die rund 50 Angebote auf die ganze Marktgemeinde verteilt werden. Neben einer zentralen Bühne samt Café, die am Richard-Strauss-Platz entstehen könnten, „möchten wir besondere Orte, zum Beispiel leer stehende Geschäfte, bespielen“.

Ein Ansatz, der ankommt und beim Ideentag bereits in kreative Vorschläge mündet – wie den der Christophorusschule in Farchant und der kbo-Lech-Mangfall-Klinik. Die Schule möchte das Musical „Tom Sawyer“ aufführen, die Kunsttherapie der Klinik unterstützt beim Bühnenbild und mit Räumlichkeiten. Viele Mitstreiter hat auch ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Interkulturelle Handarbeit“ gefunden. Hier soll mit verschiedenen Materialien gestrickt werden – von Teppichen bis hin zu einem Strickdach über einer Straße. Ergänzend will das Freilichtmuseum Glentleiten, ebenfalls eine Einrichtung des Bezirks, Workshops zu historischen Handarbeitstechniken wie Klöppeln und Weben anbieten.

Viele Ideen, die bei den Teilnehmern im Richard-Strauss-Saal reifen, zielen darauf ab, die Besucher für die unterschiedlichen Möglichkeiten und Bedürfnisse von Menschen mit und ohne Behinderungen zu sensibilisieren. So sollen ein Dunkelcafé und ein Rolli-Parcours Barrieren erfahrbar machen. Auf der großen Bühne am Richard-Strauss-Platz wird die Aktion „Bewegung schafft Begegnung“ stattfinden. Um Sinneswahrnehmungen geht es bei einem „Dark-Theater-Tanz-Projekt“ der Grund- und Mittelschule am Gröben.

Chor mit 2000 Sängern im Skistadion

Weiter konkretisiert werden diese Ansätze beim ersten Arbeitskreis für „Zamma“ am 17. Mai im Kongresshaus (19 Uhr). Eingeladen sind alle Bürger, die bei dem Kulturfestival mitmachen wollen. Auch die, die nicht am Ideentag teilnehmen konnten. Entweder stoßen sie mit einem neuen Vorschlag oder als Kooperationspartner bei einem laufenden Projekt dazu. Und da ist die Auswahl groß. Auf der Liste stehen unter anderem: ein Chor mit 2000 Sängern, der im Skistadion auftritt, Lichtinstallationen in allen Kirchen der Gemeinde und ein ökumenischer Gottesdienst im Kurpark, Kunst-Aktionen, die die Ortsteile verbinden, ein Land-Art-Garten sowie die künstlerische Gestaltung einer Unterführung.

Dazu gebe es viele „kleine Feste“ im großen, verrät Schwabe: So sollen das Jugendfestival „Gap-Soll“ sowie ein Streetlife- und ein Afrika-Festival integriert werden. Ein Zirkuszelt bildet das Dach für unterschiedliche Termine – von Lesungen und Livemusik über Yoga und eine Ausstellung des Museums Aschenbrenner bis zur Schreibwerkstatt. „Es bleibt spannend“, sagt Schwabe, „wie sich alles bis 2019 weiterentwickelt.“

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