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Eine Hommage an die Graseggers: Jörg Maurer bewirbt seinen zehnten Alpenkrimi stilgerecht.

Garmisch-Partenkirchner veröffentlicht seinen zehnten Alpen-Krimi

Jörg Maurer schickt Kommissar  Jennerwein auf Abwege

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Im zehnten Fall von Kommissar Hubertus Jennerwein spielt das Bestatter-Ehepaar Grasegger eine Hauptrolle. Zur Freude von Autor Jörg Maurer zählen die beiden zu den absoluten Sympathieträgern in seiner Alpenkrimi-Reihe.

Garmisch-Partenkirchen – Mit dem Gesetz haben sie’s nicht so genau genommen. Das stimmt. Dafür wurden Ursel und Ignaz Grasegger aber auch verurteilt. Und mit einem jahrelangen Berufsverbot belegt. Ihre Fans tangiert es wenig, dass sich das Bestatter-Ehepaar mit der Mafia eingelassen hatte und für die Italiener Leichen auf dem Viersterne-Friedhof am Fuße des Kramers verschwinden ließ. Die Geschäftsidee, einen Sarg doppelt zu belegen, war einfach zu gut. Und seit ihrem Auftreten in Jörg Maurers erstem Alpenkrimi „Föhnlage“ zählen die Graseggers zu den absoluten Sympathieträgern. „Das merk’ ich auch immer bei Lesungen, tauchen Ursel und Ignaz auf, wird gemurmelt und getuschelt“, verrät der Garmisch-Partenkirchner. „Ein echter Glücksfall“ seien diese Figuren, denen er in seinem zehnten Buch „Am Abgrund lässt man gern den Vortritt“ wieder eine Hauptrolle einräumt.

Die Idylle – sie bereitet Ochsenbackerl zu, während er eine alte Freundin im Krankenhaus besucht, beide fiebern dem Wiedereinstieg ins Bestatter-Leben entgegen – ist schon nach wenigen Seiten dahin. Ignaz ist verschwunden und bald taucht eine blutige Morddrohung auf. Was liegt näher, als Kommissar Hubertus Jennerwein um Hilfe zu bitten. Der will sich zwar eine Auszeit gönnen und befindet sich schon auf dem Weg nach Schweden, dem Hilferuf aus dem Kurort kann er sich aber nicht entziehen. Außerdienstlich, quasi als Gefälligkeit für die Graseggers nimmt er die Ermittlungen auf und begibt sich mit Ursel in noch nie gekannte Gefahren. „Da befindet er sich schon ein paar Schritte jenseits der Legalität“, räumt Maurer ein. Gleich zwei unerlaubte Auslandseinsätze – erst in Südtirol, was angesichts der Mafia-Verbindungen der Ex-Bestatter nahe liegt, dann in der Schweiz – gehen auf das Konto des Kommissars. „Ihn auf weitere Abwege zu schicken, hätte einen gewissen Reiz“, meint der Autor und lacht. Ob’s dazu kommt, lässt er sich nicht entlocken. Dabei weiß er längst, wie’s nach dem Sabbatical weitergeht. Denn parallel zu den Terminen, die mit dem Erscheinen von „Jennerweins waghalsigstem Fall“ einhergehen, sitzt er schon am elften Buch, das im Winter spielt und im Herbst erscheint.

Maurer ist „im Schreibschwung“, wie er’s selber nennt. Deshalb hält er auch an der selbst verordneten Lese-Pause fest. Es sind aber auch viele Themen, die in seinem aktuellen Krimi auftauchen und die es noch zu klären gilt. Etwa das Suchtproblem von Polizei-Psychologin Maria Schmalfuß. Drogen, Alkohol oder ein ungezügelter Kaufrausch werden’s nicht sein, deretwegen der Leser „schreck-geweitete Augen bekommen wird“. Einprägsam, aber nicht völlig eklig sei ihr Leiden, sagt Maurer. Auch das Ermittler-Team, das in Jennerweins Abwesenheit von der Recklinghauser Austausch-Kommissarin Nicole Schwadtke geführt wird und einen verdächtigen Todesfall in der nahen Klinik untersucht, wird sicher wieder mehr Raum bekommen.

Die Charaktere, die ihn jetzt im zehnten Jahr begleiten, sind Maurer ans Herz gewachsen. „Bei ,Föhnlage‘ hätte ich nicht gedacht, dass es mal zehn Romane werden“, erzählt der Autor, der ein Meister der Zwischentöne ist. Sind es aber geworden, und nachdem ihn die Freude am Schreiben gepackt hat, können die Fans seiner skurrilen Ideen und seines Wortwitzes einem elften Werk mit Jennerwein und Co. entgegenfiebern.

Das Buch

„Am Abgrund lässt man gern den Vortritt“ ist im Fischer-Scherz-Verlag (ISBN: 978-3 651 02519 6) erschienen und kostet 15,99 Euro. Jörg Maurers zehnten Alpenkrimi gibt’s auch als Hörbuch – vom Autor selbst eingelesen.

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