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Nach sechs Jahren verletzungsbedingter Auszeit tritt Michael Porer (l.) erneut an.

Muskeln, Kilos und jede Menge Stimmung

Garmischer Festwoche: Abschied und Comeback beim Stoahebn  

Die starken Männer ließen die Muskeln spielen. Einer unter ihnen, Michael Porer, feierte beim Steinheben im Garmischer Bierzelt nach sechsjähriger Pause sein Comeback. Dafür verabschiedete sich Florian Klöck aus diesem Sport.

Garmisch-Partenkirchen – Die Spannung scheint greifbar. Seine Hände klammern sich um den eisernen Griff an dem der Riesenklotz hängt. Er reißt an. Die Menge jubelt. Der Stein rast in die Höhe. Doch er muss absetzen. Mit hochrotem Kopf steht Franz Ritzer auf dem Podest. Aber er gibt nicht auf. Er zieht weiter. Die Knie knicken nach innen. Die Menge tobt. Unter „Hey, hey, hey“-Rufen zieht Ritzer den Stein auf 91 Zentimeter. Tosender Jubel bricht aus. „Schaut Euch mal dieses Kalb an“, ruft Moderator Hansjörg Vierthaler in die Menge. Mit diesem Ergebnis ist Ritzer der beste Heber des Abends und deutlicher Sieger im Schwergewicht.

Florian Klöck beendet seine Karriere und wird gebührend geehrt.

Es ging wieder hoch her beim Steinheben im Rahmen der Garmischer Festwoche. Was die Stimmung anbelangt, sei dieses Zelt eines der besten, sagte der 45-jährige Ritzer begeistert. „Das hier ist Heimat.“ Schließlich kommt der Beamte gebürtig aus Oberammergau. Nur noch höher heben, das schaffte er trotz aller Anfeuerungen nicht. Da steckte ihm noch die Niederbayerische Meisterschaft vom Sonntag in den Knochen. Kein Problem für Ritzer. Das wichtigste sei, verletzungsfrei aufs Podest und wieder herunter zu kommen.

Zweitbester Teilnehmer des Abends wurde Michael Porer. Der Lokalmatador aus Garmisch-Partenkirchen trat nach langer Pause wieder an. Eine angerissene Bizepssehne, ein Nabelbruch und Probleme mit dem Rücken zwangen ihn zu einer sechsjährigen Auszeit. Doch nun war er wieder voll dabei. Mit 75 Zentimetern triumphierte er im Superschwergewicht (ab 110 Kilogramm). Etwas bedauerte Porer zwar, dass er den Meter nicht geschafft hat. Aber dafür sei er einfach noch nicht fit genug. Kommendes Jahr werde er ihn wieder bezwingen, versprach er.

Trotz seiner langjährigen Erfahrung war er im Vorfeld aufgeregt. Nach 25 aktiven Jahren verfügt er zwar über eine gewisse Routine, aber man wisse ja nicht, ob man diese immer abrufen könne. Schließlich ist beim Steinheben nicht nur rohe Kraft gefragt, sondern auch Technik. Besonders wichtig ist, in welcher Höhe der Griff angesetzt wird. Der fünffache Deutsche Meister und Träger diverser anderer Titel wird heuer 50 Jahre alt. Dennoch zeigte er eindrucksvoll, dass er nicht zum alten Eisen gehört. Zur Begeisterung der Besucher.

„Super Klasse, super Publikum“ – so Vierthalers Resümee. Auch wenn der Meter nicht gefallen ist. Das liegt ihm zufolge an der Vorbelastung durch den Wettkampf am Sonntag. Trotzdem war es ein spannendes Ringen um den Sieg. Besonders großartig fand der Moderator, dass Heberlegende Hans Zerhoch im Publikum war. Neben ihm saß der Garmisch-Partenkirchner Florian Klöck, ebenfalls eine Größe dieses Sports. Da Klöck nun seine Karriere beendet, wurde er von Vierthaler für sein Lebenswerk ausgezeichnet. „Es ist schon eine hohe Ehre, wenn solche Personen zu uns kommen, die 40 Jahre lang alles gewonnen haben, was es so gibt.“

Die Ergebnisse

Leichtgewicht: 1. Michael Manhart (64 Zentimeter), 2. Bruno Wall (52), 3. Sebastian Zeigler (39), 4. David Stiehler (25), 5. Jakob Keiler (25), 6. Hannes Klöck (17) und 7. Alex Conrad (7).

Mittelgewicht: 1. Klaus Aver (70), 2. Lukas Rothfuß (63), 3. Markus Flucht (62), 4. Seppi Mayerhofer (60), 5. Wolfgang Hiller (56), 6. Michael Ritzer (54), 7. Helmut Silberbauer (52), 8. Hansjörg Schnitzer (44), 9. Jonas Hornsteiner (39), 10. Hans Schnitzer (37), 11. Josef Gröbl (28) und 12. Martin Albrecht (17).

Schwergewicht: 1. Franz Ritzer (91), 2. Marko Arpad (60), 3. Lukas Neumayer (59) und 4. Christian Lippert (43).

Superschwergewicht: 1. Michael Porer (75), 2. Fabian Dick (71), 3. Marco Wanke (51), 4. Marin Ganchev (37), 5. Korbinian Schmid (29) und 6. Benni Glatz (18).

Magnus Näbauer 

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