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Lieferwagen fahren tagsüber durch das Garmischer Zentrum: Damit könnte demnächst Schluss sein. 

Bringen sie mehr Sicherheit und Ruhe?

Garmischer Zentrum: Anwohner fordern mehr Mitsprache in Sachen Poller

Sicherheit und Ruhe sollen elektronische Poller in die Garmischer Fußgängerzone bringen.Die Vorplanungen dafür laufen bereits. DieMeinungen zum Projekt gehen auseinander.Ursula Höger (SPD)kritisiert, dass Anwohner nicht involviert werden.

Garmisch-Partenkirchen – Die Resonanzen: überwiegend positiv. Garmisch-Partenkirchner hatten sich für elektronische Poller an der Garmischer Fußgängerzone ausgesprochen. Nach dem Tagblatt-Bericht im Dezember, der die Hauptausschuss-Sitzung thematisierte, taten viele ihre Meinung in Leserbriefen kund. Vor allem wegen des regen Verkehrs – verursacht durch Lieferwagen und Radfahrer – bewerteten die Fürsprecher eine „Beruhigung“ des Garmischer Zentrums als positiv. Es gab jedoch auch Kritiker, die befürchteten, dass Rettungswege nicht mehr befahrbar sein könnten. Wann und ob die Poller kommen, ist derzeit noch offen. Die Verwaltung wurde per Beschluss mit der Prüfung der Kosten beauftragt. Laut Rathaus-Sprecher Martin Bader war jedoch bereits ein Gutachter mit Vize-Bürgermeister Wolfgang Bauer (CSU) sowie Vertretern des Ordnungs- und Bauamts vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Das passt nicht allen.

Gemeinderätin Ursula Höger (SPD) äußerte sich bereits in der Vergangenheit skeptisch über die Poller-Lösung. Die laufenden Planungen kritisiert sie, weil die Anwohner und Geschäftsleute, die an der Fußgängerzone wohnen und arbeiten nicht miteinbezogen wurden. „Das ist bisher nicht geschehen“, betont sie. Und das, obwohl es ihrer Meinung nach sehr wichtig wäre. „Für die Planungsgrundlage muss ich doch erst einmal den Bedarf der Menschen kennen.“ Höger stellen sich viele Fragen. Etwa, wer bestimmen darf, wann die versenkbaren Poller hochfahren.

Anwohner wollen in die Pläne  eingebunden werden

Von 10 bis 20 Uhr wäre eine Möglichkeit. Dann nämlich soll es Auto- und Fahrradfahrern untersagt werden, die Fußgängerzone zu benutzen. Ebenfalls ein Beschluss des Hauptausschusses. Absegnen muss dies noch der Gemeinderat. Etwas, was Höger aber vor allem umtreibt, ist die Frage, was die Poller für die Anwohner bedeuten. Wie die Geschäfte zu ihren Lieferungen kommen, ob es zu Behinderungen kommt. Die Garmisch-Partenkirchnerin kennt Beispiele, bei denen Nachteile zu befürchten sind. Auf Nachfrage wollen sich die Betroffenen nicht dazu äußern.

Höger ist das Thema nicht nur als Gemeinderätin wichtig. Sie ist als Besitzerin einer Immobilie in der Fußgängerzone selbst Betroffene. Zudem betreibt ihre Familie dort ein Geschäft. Und das seit Generationen. Noch bevor die Poller überhaupt Thema waren. Daher findet sie – auch aus Gründen der Wirtschaftlichkeit –, dass mehr Rücksicht auf die Anwohner angebracht wäre. „Betroffene zu Beratern machen“. So sollte das Motto lauten. 

Alles ist noch offen

Rathaus-Sprecher Martin Bader zufolge ist Högers Forderung nicht ausgeschlossen. „Wir befinden uns in den Vorplanungen“, betont er ausdrücklich. Fragen, wie die Kosten, die Anzahl und möglichen Standorte der Pfosten müssten definitiv noch geklärt werden. Klar sei noch nichts. Sobald der Gutachter zu Ergebnissen gekommen ist, würden die Anwohner informiert.

Darauf vertraut Michaela Nelhiebel, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum. Auch sie schrieb im Dezember einen Leserbrief. Die elektronischen Poller erachtet Nelhiebel als positiv. Nachteile sieht sie keine. Im Gegenteil. Sie erlebt es in ihrem Optik-Geschäft zu häufig, dass Autofahrer durch die Fußgängerzone fahren. Auch, weil sie ihr Navi in die Irre leitet. „Das geht in einer Fußgängerzone nicht“, betont sie. Immerhin ist diese per Definition ein verkehrsberuhigter Bereich.

Magdalena Kratzer

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