Ein Top-Ereignis: Die Ski-WM 2011 richtete die Blicke nach Garmisch-Partenkirchen – hier die Eröffnungsfeier samt Feuerwerk im Skistadion.
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Ein Top-Ereignis: Die Ski-WM 2011 richtete die Blicke nach Garmisch-Partenkirchen – hier die Eröffnungsfeier samt Feuerwerk im Skistadion.

Debatte über Bewerbung

Hotel- und Gastgewerbe: Klares Ja zur Ski-WM 2027

  • Andreas Seiler
    vonAndreas Seiler
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Soll sich Garmisch-Partenkirchen um die Ski-WM 2027 bewerben? Die politische Entscheidung in dieser wichtigen Frage steht noch aus. Doch für die Vertreter des Hotel- und Gaststättenverbandes ist die Antwort klar: Sie würden es begrüßen, wenn der weltbekannte Tourismusort erneut den Hut in den Ring wirft. Die Chancen für die gesamte Region wären enorm, so der Tenor.

Garmisch-Partenkirchen – Garmisch-Partenkirchen lebt vom Tourismus. Sportliche Großereignisse wie die Alpine Ski-WM spielen dabei eine große Rolle, weil sie Investitionen und internationale Aufmerksamkeit mit sich bringen. Bereits zweimal, 1978 und 2011, holte die Marktgemeinde das Wintersport-Spektakel ins Werdenfelser Land. Der Versuch, zum dritten Mal zum Zuge zu kommen, scheiterte zuletzt. Der Traum, auch 2025 Gastgeber des Top-Events zu sein, platzte: Den Zuschlag erhielt bekanntlich Saalbach-Hinterglemm (Österreich).

Gemeinderat muss noch Entscheidung fällen

Doch die nächste Runde wird bereits eingeläutet: Garmisch-Partenkirchen könnte sich um die Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2027 bemühen. Der Gemeinderat muss sich allerdings noch festlegen. Das Thema ist politisch spannend. Beispielsweise geht es um die Frage, inwieweit bei dieser Richtungsentscheidung die Bevölkerung mit ins Boot geholt werden soll. So plädieren die Grünen für eine Bürgerbefragung. Die Zeit drängt: Am 1. Mai endet die Frist für eine Bewerbung.

Die Schlüsselbranche des Marktes, das vom Lockdown geplagte Hotel- und Gastgewerbe, ist Feuer und Flamme und befürwortet eine erneute Kandidatur. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes hervor, in der neben Funktionären auch zahlreiche Mitglieder zu Wort kommen. Die vielen Aussagen lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner bringen: Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis dürfen sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Infrastruktur wird gestärkt

„Die Ski-WM ist mehr als nur ein Event, das Sport und Unterhaltung vereint“, betont der Ortsvorsitzende Daniel Schimmer (Hotel Garmischer Hof), der zugleich Fraktionschef der Freien Wähler im Gemeinderat ist. „Garmisch-Partenkirchen zeigt durch eine Bewerbung, dass unser Ort eine jahrelange Erfahrung und Tradition in der Wettkampfbranche vorzuweisen hat und international wettbewerbsfähig ist.“ Solch ein Ereignis schaffe nicht nur Infrastruktur und stärke die Destination, sagt der Manager. Es sichere auch die Lebensqualität.

Bei der Bezirksvorsitzenden Jutta Griess (Hotel Rheinischer Hof) klingt es ähnlich: Sie spricht mit Blick auf die Bewerbung von einer „unverzichtbaren und lösbaren Aufgabe“. Es seien die besten Voraussetzungen vorhanden, ob die Pisten oder der reiche Erfahrungsschatz in Sachen Organisation. Und überhaupt: Eine bessere Werbung gebe es nicht. Für Griess steht daher fest: „In Erinnerung an die begeisterte Stimmung der letzten WM kann man sich nichts Schöneres wünschen.“

Die Mitglieder der Interessenvertretung stoßen ins gleiche Horn. „Gerade jetzt und im Zuge der Neupositionierung von Garmisch-Partenkirchen in Zeiten von Covid-19 brauchen wir ein Ziel, auf das wir hinarbeiten können“, meint etwa Christian Wolf (Hotel Obermühle). Eine erneute Bewerbung betrachtet er daher als „große Chance“ – für den Winter- und Sommertourismus.

Hans Maurer (Hotel Schöne Aussicht) ist euphorisch und freut sich auf den Ausnahmezustand, sollte Garmisch-Partenkirchen zum Zuge kommen: „Ski-WM ist einfach geil und muss sein“, lautet sein Statement. „Wir sind voll dafür – und am besten so lange wie möglich. Vier bis fünf Wochen mit vielen Musikstars, um das Après-Ski anzuheizen.“ Die positive Stimmung ist nicht nur im Kreisort festzustellen. „Wir fänden ein solches Event spitze“, sagt zum Beispiel auch Claudia Hans, Chefin des Oberammergauer Hotels Böld. Ihr Credo: „Die ganz Region kann nur gewinnen.“

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