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Nachwuchs gesucht: Die Hotel- und Gastronomiebranche braucht Fachkräfte, doch die sind schwer zu bekommen.

Arbeiten am Limit

Gastro-Branche hat Image-Problem - Verband drängt darauf, Arbeitszeitengesetz zu lockern

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Die Hotel- und Gastronomiebranche ist das wichtigste Standbein im Landkreis. Jetzt macht die Gewerkschaft mobil: Die Arbeitszeiten müssen geschützt bleiben. 

Landkreis – Ohne die vielen Hotels und gastronomischen Betriebe sähe der Stellenmarkt im Landkreis mit seiner Arbeitslosenquote von zuletzt 3,4 Prozent im Januar schlechter aus. Große Industrie fehlt, Jobs schaffen Mittelständler und kleine Handwerker. Und eben der Tourismus. Rund 400 Mitgliedsbetriebe zählt Jutta Griess, Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga). Das Gastgewerbe beschäftigt laut Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) rund 5700 Menschen in der Region. Der Tourismus boomt. Für 2018 meldet die NGG 3,54 Millionen Übernachtungen in der Region, 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Rosige Zeiten wären dies. Doch die Arbeitnehmervertreter schlagen Alarm. Die „starke Bilanz“ ist nur mit dem ebenso „starken Engagement der Beschäftigten überhaupt möglich“, sagt Georg Schneider, Geschäftsführer der Region Rosenheim-Oberbayern. Genau bei der Belegschaft aber hapert es nach Aussage der Gewerkschaft. Nicht neu ist, dass Fachkräfte fehlen. „Auch, weil die Branche ein waschechtes Image-Problem hat“, ist Schneider überzeugt. Hauptgrund seien immer extremere Arbeitszeiten. Schneider kritisiert insbesondere die Kampagne des Dehoga-Verbands, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. Dieses schreibt eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor, in Ausnahmen sind zehn Stunden möglich. Der Gewerkschafter fährt schweres Geschütz auf: „Hier steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel.“ Im Landkreis würden vor allem die begehrten Fachkräfte „längst am Limit“ arbeiten. Statt längeren Zeiten zu fordern, sollten Hoteliers und Gastronomen die Jobs in Küche und im Service lieber attraktiver machen – durch Ausbildungsqualität und bessere Bezahlung.

„Wir möchten nur eine Flexibilisierung.“

Vorwürfe, die bei der Dehoga-Kreischefin gar nicht gut ankommen. Jutta Griess spricht entrüstet („Das stimmt so nicht“) von einer „Verdrehung der Wahrheit“. Bei dem Vorstoß ihres Verbands handele es sich nicht um eine Erhöhung der Arbeitszeiten, betont Griess, die auch oberbayerische Dehoga-Bezirksvorsitzende und Senior-Chefin des Hotels „Rheinischer Hof“ ist. „Wir möchten nur eine Flexibilisierung.“ Damit könnten Betreiber und Beschäftigte besser auf Gästeandrang wie Hochzeiten und Veranstaltungen reagieren. Griess ist sicher: „Die Arbeit wird besser verteilt.“ Gelingt dies nicht, sieht sie gar die gesamte Branche gefährdet.

Gleichzeitig räumt Griess jedoch ein, dass die Branche ein Problem mit der Außendarstellung hat. „Wir wollen raus aus der sogenannten Schmuddelecke.“ Deshalb werde auch die Lockerung der gesetzlichen Zeitvorgaben angestrebt. „Wir möchten nicht gegen das Gesetz arbeiten.“ Wobei es nicht generell ein schlechtes Image gebe, wie sie einschränkt. „Es wird einfach schlecht geredet.“ Laut Dehoga-Funktionärin steckt die Branche in einem Dilemma: einerseits der Druck durch „den internationalen Markt“ mit seinen Ansprüchen, andererseits koste die geforderte gute Qualität entsprechendes Geld. Besonders ärgerlich ist es wegen des leer geräumten Arbeitsmarkts, wenn dann der Nachwuchs abgeworben wird: „Wir bilden aus, andere profitieren davon.“ Griess wünscht sich zudem mehr Anerkennung, gerade was die Beschäftigungspolitik ihrer Kollegen betrifft. „Wir sind die Branche, die sämtliche Integrationsgeschichten macht.“ Und überhaupt zahle man nicht weniger als in anderen Branchen.

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