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Verwaist war bis Sonntag der Biergarten des Alpenblick Uffing. Seit heute hat er wieder geöffnet. 

„Wenn es nicht funktioniert, mach ich sofort wieder zu“

Gastronomie öffnet wieder: So gehen Wirte mit den Corona-Auflagen um 

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Die Gastronomie darf ab Montag wieder öffnen – allerdings nur im Freien. Das bedeutet, die Biergärten der Wirtshäuser sind pünktlich vor und am Vatertag zugänglich. Die Wirte des Landkreises appellieren eindringlich an die Gäste, sich an die Vorschriften zu halten.

Landkreis – Es ist eine „Testwoche“. Daraus macht Andreas Fischer keinen Hehl. „Schauen wir mal, wie es funktioniert.“ Dass sie eine große Herausforderung wird, ist ihm klar. „Aber da kann man jetzt nichts machen“, sagt der Wirt des Restaurants am Mohrenplatz in Garmisch-Partenkirchen. Er hofft darauf, dass sich die Gäste an die Vorschriften halten. Fischer versucht bestmöglich, den Besuchern so gut es geht, ein gemütliches Ambiente zu bieten: „Wenn es nicht funktioniert, mache ich sofort wieder zu“, versichert er.

Ab Montag öffnet er seinen Biergarten, nachdem aufgrund des Coronavirus wochenlang Stillstand bei den Gastronomen herrschte. „Bei uns stimmt der Begriff Biergarten auch“, erklärt er. Denn schließlich sei „ein Biergarten ein Ort, an dem der Gast seine Speisen auch selbst mitbringen darf“. Dennoch wird er ab Montag eine Speisenkarte anbieten – jedoch ohne Tagesangebote.

Der Montag wird ein denkwürdiger Tag für ihn. Vorerst ist nichts mehr so, wie man es kennt. Eine Herausforderung für Wirt und Gast gleichermaßen. 50 Prozent seiner Plätze kann Fischer anbieten, um die Auflagen einzuhalten. Der Besucher muss beim Betreten der Außengastronomie zuerst seine Kontaktdaten hinterlassen. Name, Adresse, Telefonnummer – im Fall einer später auftretenden Infektion kann so der Ansteckungshergang rekonstruiert werden. Für Angestellte im Gastraum sowie für Gäste, die nicht am Tisch sitzen, herrscht Maskenpflicht. In der Küche ist der Mundschutz nur dann vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

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Diese Distanz muss auch von den Gästen strikt gewahrt werden. Nur Familienmitglieder oder Mitglieder des selben Hausstandes dürfen näher am Tisch beieinander sitzen. Für das Personal gab es noch einmal sehr intensive Hygieneschulungen, die Wirte mussten zudem Lüftungs- und Reinigungspläne anpassen.

„Ein Riesenaufwand“, bedauert Harry Bott. Sein Biergarten des Seerestaurants Alpenblick in Uffing ist ein Hotspot für Einheimische und Gäste am Staffelsee. Vor allem die Münchner sind auf den Geschmack gekommen, säumen bei Sonnenschein zu hunderten das idyllische Kleinod. Auch Bott öffnet heute die Außengastronomie, wird aber nur ein Drittel seiner Plätze zur Verfügung stellen können: 200 statt 600 Gäste darf er aufnehmen. Er bleibt bei seinem bewährten Konzept der Selbstbedienung, hat dazu sämtliche Spuckschutzvorrichtungen installiert.

Er setzt darauf, dass seine Gäste sich an die Auflagen halten. „Noch versuchen wir es ohne Sicherheitsdienst“, sagt Bott. Nur so funktioniere es, die Außengastronomie zu betreiben. „Ich hoffe, dass meine Besucher nicht nur zufrieden, sondern auch vernünftig sind.“

Im Murnauer Grießbräu lassen die Auflagen im gewohnten Außenbereich keine Bewirtung zu, erklärt Wirtin Barbara Gilg. Deshalb wird ab Christi Himmelfahrt (Donnerstag, 21. Mai) nur der Grießbräu-Garten offen sein. Sie verköstigte die Gäste bislang am Wochenende mit Essen zum Mitnehmen. Jetzt kann auch wieder im Biergarten gespeist werden. „Wir hoffen das Beste“, sagt Gilg.

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