Endlich wieder Biergarten! Im Landkreis darf die Außengastronomie ab dem 18. Mai öffnen. Sonnenhungrige können ihr Bier, wie hier in Uffing, dann draußen genießen.
+
Endlich wieder Biergarten! Im Landkreis darf die Außengastronomie ab dem 18. Mai öffnen. Sonnenhungrige können ihr Bier, wie hier in Uffing, dann draußen genießen.

Aufatmen nach Shutdown

Gastronomie und Hotellerie öffnen wieder: Langsam zurück zur Normalität

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
    schließen

Aufatmen bei Gastronomen und Hoteliers im Landkreis: Sie dürfen ihre Biergärten bald wieder öffnen. Dies allerdings unter strengen Auflagen. Die Verantwortlichen hoffen, dass diese auch umsetzbar sind.

Landkreis – Feiertage und Ferien sind für Gastronomen und Hoteliers wichtige Termine im Kalender. Andreas Zick kann seine Freude kaum verbergen, dass das Pfingstgeschäft nicht der Corona-Pandemie zum Opfer fällt. Er darf seinen Alpen-Caravanpark Tennsee in Krün am Samstag, 30. Mai, endlich wieder für seine Camper öffnen. „Ich kann es kaum erwarten“, sagt der Krüner. Viele Buchungen sind schon bei ihm eingegangen. „Nun können wir den Gästen die freudige Nachricht übermitteln, dass sie kommen dürfen.“ Die acht Wochen Schließung, die aufgrund des Coronavirus von der bayerischen Staatsregierung vorgeschrieben worden war, hat der Unternehmer sinnvoll genutzt. Er hat sämtliche Arbeiten erledigt, die aufgeschoben wurden oder erst später fällig gewesen wären. „Jetzt freuen wir uns drauf, dass es endlich wieder losgeht.“

Ein Aufatmen geht durch den Landkreis, als Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag zur Mittagszeit die Nachricht verkündet. Restaurants dürfen ihre Biergärten ab dem 18. Mai bis 20 Uhr und ihre Innenbereiche ab dem 25. Mai bis 22 Uhr wieder öffnen. „Wir rechnen mit vielen Tagesausflüglern aus dem Umland und dem Großraum München“, sagt Michael Gerber, Geschäftsführer der GaPa Tourismus GmbH. „Wir freuen uns über diesen ersten Schritt in Richtung Normalität und hoffen natürlich auf gutes Wetter.“ Die bisherigen Einschränkungen und Restriktionen waren in seinen Augen „der einzig richtige Weg, die Gesundheit und Sicherheit der Einheimischen und Gäste nachhaltig zu schützen und zu gewährleisten“. Das habe auch für seine Gastgeber „oberste Priorität“.

Hoteliers im Landkreis Garmisch-Partenkirchen hoffen auf realistische Auflagen

Die Hotels ziehen am 30. Mai – pünktlich zum Beginn der Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg – nach. Allerdings unter strengen Auflagen. Wie die Vorschriften im Detail aussehen, soll in Kürze bekannt gegeben werden. „Wir hoffen sehr darauf, dass sie realistisch sind“, sagt Daniel Schimmer, Stellvertretender Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bayern) und Manager im Garmischer Hof mit insgesamt 70 Mitarbeitern. Bekannt ist bislang nur, dass die Angestellten in der Beherbergung sowie in der Küche strengen Hygiene-Auflagen unterliegen werden. Schimmer bangt. Regelungen wie beispielsweise ein Tag Nutzungspause für ein Zimmer zwischen einer Buchung wären seiner Meinung nach technisch schwierig bis gar nicht umsetzbar.

Lesen Sie auch: Murnauer Corona-Demo: Hunderte Menschen setzen Zeichen - doch es gibt eine rechtliche Grauzone

Für die sonstigen Hygienevorschriften sieht der Hotelier aus Garmisch-Partenkirchen überhaupt keine Probleme, zumal in seinem Betrieb sowieso schon lange unter strengsten Vorkehrungen gearbeitet wird. Sein Personal hat Schimmer gut durch die Corona-Krise gebracht. „Wir haben es den Mitarbeitern freigestellt, ob sie in Kurzarbeit gehen oder nicht.“ Er wollte damit ein wichtiges Zeichen setzen: Die Fachkräfte als „wertvollstes Gut“ zu erhalten. Schwierig war es trotzdem. Seit der Schließung am 18. März musste er zwei volle Lohnauszahlungen vorstrecken. Die staatliche Soforthilfe ließ länger als gedacht auf sich warten.

Restaurants im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sind froh im konkretes Eröffungsdatum

Mit Spannung hat auch Andreas Hillejan die Pressekonferenz Söders verfolgt. Der Inhaber des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Marktrestaurants in Mittenwald wird am 26. Mai sein Lokal wieder öffnen. „Ein genaues Datum war elementar und auch psychologisch wichtig für meine Mitarbeiter, die sich momentan in Kurzarbeit befinden.“ Die genaue Zielsetzung motiviere zum Durchhalten. Noch 14 Tage lang wird er seine Gerichte zum Mitnehmen anbieten. Dann wird er sich vorbereiten auf den ersehnten Startschuss. Welche Speisen dann auf der Karte stehen, lässt er noch offen. „Wir müssen zuerst abwarten, welche Betriebswege zur Verfügung stehen.“ Schließlich sei momentan die Produktvielfalt aufgrund der geschlossenen Landesgrenzen stark eingeschränkt. „Da wir aber sowieso hauptsächlich auf regionale Produkte setzen, dürfte das kein Problem darstellen.“

Auch interessant

Kommentare