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Im Gespräch mit Momo-Darstellerin Radost Bokel: Autor Michael Ende während der Dreharbeiten 1985. 

12. November: Autor von Momo und Jim Knopf wäre 90 Jahre geworden

Gedenken an Michael Ende in Garmisch-Partenkirchen: Die große Lösung dauert

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Michael Ende ist einer der bedeutendsten Söhne von Garmisch-Partenkirchen. Am 12. November wäre er 90 Jahre alt geworden. Doch tut sich der Markt schwer mit dem Gedenken. Tenor in der Gemeinde: Man arbeitet daran.

Garmisch-Partenkirchen – In Garmisch-Partenkirchen ist Michael Ende geboren, etwa zwei Jahre hat er dort gelebt. Zwischen 1943 und 1945 kam er zurück. Erneut besuchte der berühmte deutsche Autor kurz vor seinem Tod 1995 seinen „Heimatort“, wie er den Markt in einem Werk betitelt. Im Kurpark pflanzte er eine Kaiserlinde. Sie erinnert an den Erschaffer von Momo, Jim Knopf und Der Unendlichen Geschichte. 2009 wurde der Park nach ihm benannt. Eine Dauerausstellung im Kurhaus würdigte ihn. Im Rahmen des Kultursommers fand zudem jährlich die Michael-Ende-Woche statt.

Gedenken an Michael Ende: „Das ist uns enorm wichtig“

Dann kamen Ende 2016 und Anfang 2017, schlechte Monate für Ende und sein Gedenken. Die Ausstellung wurde geschlossen – veraltet.Der Kultursommer starb – Insolvenz des Veranstalters. Ute Leitner spricht von einem Scherbenhaufen, den die Gemeinde zusammenkehren muss und vor allem will. Man arbeite an einer neuen Lösung, um dem berühmten Sohn und seinem Werk gerecht zu werden. „Das ist uns enorm wichtig“, betont die Rathaussprecherin. Aber eine gute Lösung auf hohem Niveau – eine veraltete Ausstellung gehöre sicher nicht dazu – zu finden, gestaltet sich als schwierig. „Das dauert.“ Am Dienstag, 12. Dezember, wäre Ende 90 Jahre alt geworden. Es gibt eine Feier, die der Markt unterstützt. Zudem zwei weitere Veranstaltungen (siehe unten). Viel zu wenig, kritisiert Professor Dr. Volker Wehdeking.

Der Garmisch-Partenkirchner (78) hat Ende kennengelernt, setzte sich vor allem mit dessen Spätwerk auseinander. Ihn treibt um, wie wenig in Sachen Ausstellung passiert, wie wenig man sich darum kümmere. Ein Radiobeitrag im Deutschlandfunk griff zum Ehrentag des Autors das Thema auf. „In Garmisch-Partenkirchen herrscht etwas Verzagtes, wenn es um das Gedenken geht“, sagt die Sprecherin darin. „Wir tun uns ein wenig schwer“, gibt Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer zu. Das heißt nicht, dass nichts passiert. Im Gegenteil. Doch sei nicht die Gemeinde am Zug.

Ideen zu Michael Endes Vermächtnis gibt es - Gemeinde wartet auf Vorschläge zur Finanzierung

Vor einem Jahr präsentierte Robert Leiner von der Universität München eine Machbarkeitsstudie, wie die Erinnerung an den Schriftsteller in seinem Geburtsort neu belebt werden kann. Bestandteil war unter anderem ein modernes Museum. Viele weitere – laut Leitner gute, offene und intensive – Gespräche zwischen Künstlern, Gemeinde, Nachlassverwaltern folgten. An Einfällen mangelt es offenbar nicht. Doch fehlt ein Plan, wie sich diese umsetzen und finanzieren lassen. Von vorneherein machte der Markt klar: Er stellt die Infrastruktur, das Kurhaus. Kann aber kein Museum betreiben. Nun wartet man auf Vorschläge.

„Das Thema Michael Ende haben wir nie vergessen oder gar stiefmütterlich behandelt“, betont Leitner. Man setze sich dafür ein, dass er stattfindet im kulturellen Leben des Ortes. Entsprechend war er Teil des ZAMMA-Festivals im Juli. Zum Geburtstag organisierte die Phantastische Gesellschaft um Georg Büttel die Feier am 16. November. Die Gemeinde bezuschusst diese mit 18 000 Euro.

Diese Summe wird im Radiobeitrag mit den 330 000 Euro gegenübergestellt, die der Markt jährlich in das – zuletzt massiv in die Kritik geratene – Richard-Strauss-Festival steckt. Doch der Vergleich hinkt, betont Leitner. Das Festival sei etabliert, für Ende fehle nach dem Kultursommer-Aus eine feste Struktur. Geld wird von Veranstaltung zu Veranstaltung genehmigt. „Das sagt nichts über die Wertschätzung für den Künstler aus.“

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90. Geburtstag Michael Ende - das Programm

Sonntag, 10. November, 20 Uhr: Michael Endes späte Erzählungen. Schauspielerin Tatjana Pokorny liest im Kleinen Theater aus den Werken. Hintergrundinformationen gibt Prof. Dr. Volker Wehdeking, Autor des Buches „Michael Ende. Der Fantasy-Autor und seine Filme“. Karten: www.kleinestheater.de. 

Dienstag, 12. November, 18 Uhr: Geschichten ohne Ende. Die Schüler des Werdenfels-Gymnasiums gestalten einen Abend mit Texten von und über Ende. Der Eintritt ist frei. 

Samstag, 16. November, 15 Uhr: Michael-Ende-Feier. Das Düsseldorfer Marionettentheater von Anton Bachleitner zeigt im Olympiasaal im Kongresszentrum Szenen aus Endes Werken. Das Ganze wird musikalisch umrahmt mit Gesang, Klavier, Odaiko und Percussion. Georg Büttel moderiert. Der Eintritt ist frei. 

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