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Kein Durchkommen: Nachts ist die Partnachklamm geschlossen – aus haftungsrechtlichen Gründen.

Wanderer müssen Umwege in Kauf nehmen

Kritik an Partnachklamm-Schließung

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Nachts geht nichts in der Partnachklamm. Dann sind die Eingangstore zu. Gerade für Wanderer und Bergsteiger, die früh aufbrechen oder spät zurückkehren, bedeutet das Umwege. Deshalb schlägt Elisabeth Koch (CSU) vor, die Öffnungszeiten zumindest im Sommer zu verlängern.

Garmisch-Partenkirchen – Die Partnachklamm zählt zu den meistbesuchten Attraktionen in Garmisch-Partenkirchen. Zum einen natürlich, weil sie ein einmaliges Naturdenkmal ist. Zum anderen aber auch, weil über sie viele Touren erschlossen werden – beispielsweise ins Reintal oder Richtung Schachen. Wer sich in aller Herrgottsfrüh aufmachte, um zur Meilerhütte oder auf die Zugspitze zu gelangen, nutzte gern den eindrucksvollen Weg durch die Klamm. Bisher zumindest. Seit Mitte August ist das nur noch zu den regulären Öffnungszeiten möglich. Das heißt von Juli bis September von 8 bis 19, im Oktober sowie von Mai bis Juni von 8 bis 18 und von November bis April von 9 bis 18 Uhr. Ansonsten bleiben die Gittertüren an den beiden Eingängen versperrt. Frühaufsteher haben somit Pech gehabt. Genau wie diejenigen, die spät von ihrer Tour zurückkehren.

Mit „Unverständnis“ reagierte Elisabeth Koch auf die Änderung. „Auf welcher Grundlage ist das beschlossen worden?“, wollte die Fraktionsvorsitzende der CSU im Anschluss an die Gemeinderatssitzung wissen. Dass es dabei keinesfalls ums Geld geht, wie einige böse Zungen vermuten, stellte Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) schnell klar. „Das Problem ist die Versicherung“, verdeutlichte sie. Bleiben die Eingänge offen, während keine Mitarbeiter der Gemeinde vor Ort sind, greife diese nicht. Das bestätigte auch Hannes Eitzenberger, Geschäftsführender Beamter im Rathaus. Die Klamm rund um die Uhr zugänglich zu machen, „ist aus haftungsrechtlichen Gründen schwierig“. Eine Einschätzung, die der Sachverständige der Versicherung dem Markt gegenüber erst jüngst wieder deutlich gemacht hat.

Eitzenberger baut auf Vernunft der Berggeher

Der Unmut der Wanderer und Bergsteiger ist aber auch bei der Gemeinde angekommen. Deshalb versprach Eitzenberger, Kochs Vorschlag – „die Klamm im Sommer zumindest von 6 bis 20 Uhr offen zu lassen“ – aufzugreifen. Das war Walter Echter (CSB) jedoch noch zu wenig. „Ich bitte doch sehr darum, den Zugang immer zu ermöglichen.“ Sein Augenmerk richtet sich auf die Rückkehrer, die völlig erschöpft auf dem Heimweg von ihrer Tour vor dem versperrten Klamm-Gitter stehen. Der Förster, der sich in dem Gebiet wie in seiner Westentasche auskennt, fürchtet, dass es verstärkt zu Notrufen kommt, wenn diese dann entweder zur Partnachalm oder nach Graseck aufsteigen müssen. „Schon jetzt gibt’s aus dem Bereich jede Woche mindestens zehn Alarmierungen“, betonte Echter. Schützenhilfe erhielt er von Hermann Guggemoos (CSU), der ebenfalls „die großen Umwege für die Wanderer“ ansprach.

Angesichts der Hinweisschilder, die von Seiten der Gemeinde an allen Wegen zur Klamm aufgestellt wurden, baut Eitzenberger jedoch auf die Vernunft der Berggeher. Von den Tafeln, die die Schließzeiten kundtun, hatte er sich bereits im Vorfeld der Sitzung ein Bild gemacht. Auf die neue Regelung macht auch die Garmisch-Partenkirchner Bergwacht aufmerksam und bittet, „den zeitlichen Mehraufwand bei der Tourenplanung unbedingt zu berücksichtigen“.

Was Martin Schröter (FDP) fehlte, ist ein Notruftelefon am hinteren Eingang. „Der Handyempfang ist in diesem Bereich sehr schlecht.“ Ein Dilemma, das auch beim Markt bekannt ist. „Im Zuge des Neubaus des Eingangsgebäudes wird auch eine Stromleitung in der Klamm verlegt“, kündigte Markus Gehrle-Neff, stellvertretender Leiter des Bauamts an. „Dabei berücksichtigen wir auch den Notruf.“ Zudem ist geplant, am hinteren Einlass einen Automaten zu installieren.

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