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Nimmt Form an: das Regenüberlaufbecken an der Von-Müller-Straße. 850 000 Euro investieren die Gemeindewerke allein in den Bau samt Zu- und Ablauf. 

Minus bei Olympia-Eissportzentrum, Alpspitz-Wellenbad und Verkehrsbetrieb pendelt sich ein

Stabiles Defizit bei den Sorgenkindern

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Schuldenabbau ist angesagt bei den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen. Und zwar kontinuierlich. Nachdem keine großen Investitionen anstehen, will Vorstand Wotan Lichtmeß diesen Kurs beibehalten.

Garmisch-Partenkirchen – Es sind drei Sorgenkinder, die Wotan Lichtmeß hat. Nach wie vor. Allerdings sind die Sorgen, die ihm das Olympia-Eissportzentrum, das Alpspitz-Wellenbad und der Verkehrsbetrieb bereiten, wesentlich kleiner als noch vor gut eineinhalb Jahren. Da verbuchte er mit einem Minus von 4,8 Millionen Euro „einen neuen Höchststand an Verlusten“. Ein Rekord, der ihm logischerweise gar nicht gefiel. „Dass die Gemeindewerke dieses Defizit intern durch ihre Gewinnbetriebe – noch – vollständig auffangen, entspricht einer jährlichen Gewinnabführung in Millionenhöhe an den Markt Garmisch-Partenkirchen“, betonte er damals. Darauf, einen Ausgleich für die Defizitbetriebe zu fordern, von denen insbesondere Eisstadion und Schwimmbad nicht zu seinen Pflichtaufgaben zählen, verzichtete Lichtmeß jedoch. Stattdessen setzte er auf Optimierung, um die Kosten zu senken. „Das greift jetzt.“ Das Minus seiner drei Sorgenkinder pendelt sich mit 3,24 Millionen Euro somit auf einem stabilen Niveau ein.

Zukunft der Curlinghalle ungewiss

Deshalb holt der Werke-Chef auch noch keine externen Berater fürs Eisstadion ins Boot. „Noch bin ich mit meinen Verbesserungen nicht am Ende“, erklärt er. Mitte/Ende 2018 schätzt er, ist alles erledigt, was er sich vorgenommen hat. Und dann schaut er, ob es überhaupt noch nötig ist, Experten von außen hinzuzuziehen. 1,3 Millionen Euro minus machen Stadion und Bad – wenig, wenn man bedankt, „dass wir von jeweils 2 kommen“.

Was Lichtmeß aber trotzdem auf dem Schirm hat, ist die Curlinghalle. „Wir machen noch eine Saison weiter, dann schauen wir, wie’s weitergeht.“ Zu Recht, findet Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Schließlich sei Garmisch-Partenkirchen kein Bundesleistungszentrum mehr. „Daher ist die Frage legitim, ob es zumutbar ist, dafür so viel Geld in die Hand zu nehmen.“

Sparen ist angesagt bei den Gemeindewerken, schließlich strebt Lichtmeß einen weiteren Schuldenabbau an. Mit 88,8 Millionen Euro standen die Werke Ende 2016 bei Banken in der Kreide. „Der Stand heute sind 82 Millionen Euro“, unterstreicht der Vorstand. Sobald die Seilbahn Zugspitze fertig ist, plant er, „pro Jahr 14 Millionen Euro zu tilgen“.

Sauna im Alpspitz-Wellenbad: Mit Vier-Millionen-Euro-Projekt dauert‘s noch 

Trotzdem investiert das Kommunalunternehmen natürlich auch weiterhin kräftig. 9,5 Millionen Euro waren es im vergangenen Jahr. Davon wurde unter anderem der weitere Netzausbau (3,4 Millionen Euro) gestemmt. Weitere Projekte, die im vergangenen Jahr begonnen wurden: Mehrzweckhalle (4 bis 5 Millionen Euro), Notstromaggregat-Halle (knapp über eine Million Euro), Ertüchtigung der Kläranlage (604 000 Euro) sowie Restmaßnahmen im Eisstadion wie Hallenbeleuchtung, Brandschutz und Erneuerung der Kälteanlagen-Steuerung (758 000 Euro). Das Regenüberlaufbecken an der Von-Müller-Straße (850 000 Euro) und der Zwischentrakt im Verwaltungsgebäude (1,2 bis 1,3 Millionen Euro) wurden vergangenes Jahr angefangen, werden aber erst heuer vollendet.

Eine Investition, die die Werke noch zurückgestellt haben, ist die Verlegung der Sauna im Alpspitz-Wellenbad. Lichtmeß schätzt, dass er dieses Vier-Millionen-Euro-Projekt 2018/2019 anpackt.

Was den Vorstand, der mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden ist, erstaunt, sind die Gewinne, die er im Entsorgungsbereich verbuchen konnte: „Und das, obwohl wir die Gebühren gesenkt haben.“ Er kalkulierte beim Abwasser und Müll mit einem Minus, was jedoch nicht eintrat. Geht’s so weiter, sinken die Abgaben bei der nächsten Rechenrunde erneut.

Die Zahlen im Überblick

Jahresgewinn:

1,5 Millionen Euro (2015: 1,7)

Erträge:

58,1 Millionen Euro (56,3)

Ertragslage (Jahresergebnisse):

Strom, Gas, Wasser und Wärme:

3,5 Millionen Euro (4,2)

Abwasser und Abfall:

277 000 Euro (201 000)

Beteiligungen (wie Zugspitzbahn):

882 000 Euro (449 000)

Defizitbetriebe (Bus, Bad, Eisstadion):

- 3,24 Millionen Euro (- 3,16)

Personalkosten:

12,7 Millionen Euro (11,8)

Mitarbeiter:

263 (258)

Anzahl Gäste:

Verkehrsbetrieb:

1,84 Millionen (1,86)

Alpspitz-Wellenbad:

184 000 (182 000)

Olympia-Eissportzentrum:

74 000 (84 000)

Vermögens- und Finanzlage:

Investitionen:

9,5 Millionen Euro (7,8)

Eigenkapital:

80,1 Millionen Euro (78,4)

Verbindlichkeiten:

88,8 Millionen Euro (90,6)

Aufteilung der Schulden:

Beteiligungen (wie Ausleihen an BZB):

48,5 Millionen Euro (28,5)

Abwasser/Müll:

3,8 Millionen Euro (3,5)

Investitionen in Versorgung:

18,6 Millionen Euro (29,6)

Olympia-Eissportzentrum:

3,0 Millionen Euro (3,0)

Barbestand:

14,6 Millionen Euro (26,0)

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