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Kontaktverbot zur Ex missachtet

Straffällig aus Sorge um Sohn

Garmisch-Partenkirchen – Aus Sorge um seinen Sohn hat ein Werdenfelser das Kontaktverbot zur Mutter des Buben missachtet - und wurde dafür verurteilt.

Er wollte nur seinen zweijährigen Sohn schützen – und zwar vor dessen eigener Mutter. Diese soll das Kind vernachlässigen, gern und viel Alkohol trinken und Tabletten-süchtig sein. Und dennoch war es der 53-jährige Vater des Bubs, der sich vor dem Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen verantworten musste.

Und zwar, weil er die die Mutter, seine Ex-Freundin, per SMS und Telefon kontaktierte, obwohl die Frau beim Familiengericht eine Verfügung erreicht hatte, die ihm gemäß des Gewaltschutzgesetzes jegliche Kontaktaufnahme mit ihr verbietet. In der ersten SMS schrieb der Werdenfelser ihr schon um 7 Uhr in der Früh: „Nimm Dich mal zusammen, alle lauern.“ Eine zweite folgte um 7.24 Uhr mit dem Text: „Jetzt hab’ ich Dich wieder verteidigt, sonst wäre das Kind weg.“ Nur zehn Minuten später rief er die Frau sogar an, doch sie legte sofort auf.

Verteidiger Peter Rademacher erklärte, sein Mandant wisse sehr wohl, dass dies der verkehrte Weg sei, „doch ihm geht es um seinen Sohn. Er befürchtet, dass er von der Mutter vernachlässigt wird: Sie neigt nämlich seines Wissens stark zu Alkohol und ist zudem tabletten-, möglicherweise auch rauschgiftsüchtig“. Schon einmal habe sich das Jugendamt deshalb um den gemeinsamen Sohn gekümmert und ihn – vorübergehend – in einem Heim am Ammersee untergebracht. Seinerzeit sei das Kind total vernachlässigt gewesen. Aus seiner Sicht habe der Mann nur das Beste für das Kind gewollt.

Dass es dem 53-Jährigen vorrangig um das Wohl seines Sohnes geht, glaubte der Staatsanwalt. Doch ändert dies nichts am Verstoß gegen das Kontaktverbot. Außerdem ist der Werdenfelser bereits 16-mal vorbestraft, vor allem wegen Eigentumsdelikten. Darum beantragte der Staatsanwalt eine fünfmonatige Bewährungsstrafe. Verteidiger Rademacher plädierte für drei oder vier Monate, verbunden mit der Pflicht, für den Kindesunterhalt zu zahlen.

Richter Stefan Lindig folgte diesem Antrag: Er verhängte gegen den Mann vier Monate Freiheitsstrafe, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, verbunden mit der Auflage, der Ex-Partnerin Unterhalt für den Buben zu zahlen.

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