Gericht
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Die Verhandlung fand in München statt (Symbolfoto).

Verhandlung vor dem Landgericht München II

Geständnis vor Gericht: US-Bürgerin vergewaltigt

  • Angela Walser
    vonAngela Walser
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Der Fall sorgte 2018 für Aufregung: Nun hat ein 27-jähriger Bulgare vor dem Landgericht München II zugegeben, in Garmisch-Partenkirchen eine US-Amerikanerin vergewaltigt zu haben.

Burgrain/München – Sie hatte gefeiert, getrunken und im Garmisch-Partenkirchner Lokal Peaches einen Absacker genommen. Als eine Amerikanerin in einer Augustnacht 2018 am Marienplatz auf ein Taxi wartete, unterlief ihr ein fataler Fehler. Sie hielt ein oranges Baustellen-Fahrzeug für ein Taxi und stieg ein. Doch der Fahrer des Mercedes, ein Bulgare (27), brachte sie nicht heim. Seit Freitag muss er sich wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht München II verantworten.

Geständnis zum Prozessauftakt

Über seine Verteidigerin Birgit Schwerdt legte er zu Prozessauftakt ein Geständnis ab. „Mein Mandant räumt den Vorwurf vollumfänglich ein“, sagte die Anwältin. Laut Anklage hatte der Arbeiter mit dem Firmenwagen den Marienplatz angesteuert, weil er sah, dass die Amerikanerin auf ein Taxi wartete. Er wollte Geschlechtsverkehr haben, „notfalls auch gegen ihren Willen und ihren Widerstand“. Trotz ihres angetrunkenen Zustands merkte die Frau rasch, dass der Bulgare nicht nach links zur Edelweiß-Lodge, sondern nach Burgrain abbog. Sie sprach ihn an, doch er stoppte nicht. Auf Höhe der Schloßangerstraße steuerte er in eine unbeleuchtete Haltebucht. Dann fiel er im Auto über sie her. Schreiend versuchte sie sich zu wehren, doch gegen seine Übermacht war sie hilflos. Erst als er sie kurz losließ, gelang es ihr zu fliehen. Sie versteckte sich und flüchtete sich zu Anwohnern.

Angeklagter in U-Haft

Dem Angeklagten tat es angeblich Leid, was er getan hatte. Er könne sich nicht erklären, wie es dazu gekommen sei, sagte Schwerdt. In der U-Haft sei ihm die Schwere des Vorwurfs klar geworden. Er hätte sich gerne bei der Frau entschuldigt, doch sie wird nicht als Opfer aussagen müssen. Mittlerweile lebt die Amerikanerin wieder in ihrer Heimat. Eine Vernehmung wäre nur unter großen Schwierigkeiten mit US-Behörden möglich gewesen. Außerdem wurde die Re-Traumatisierungsgefahr der Frau und die Belastung durch die Anreise als gravierend eingeschätzt. Ihre Aussage soll verlesen werden. Der Prozess dauert an. ANGELA WALSER

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