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Zahlen, Zahlen, Zahlen: (v. r.) Peter Lingg und Grit Fugmann präsentieren die Bilanz 2016.

Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen sieht sich immer noch gut aufgestellt

Gewinn bricht um 50 Prozent ein

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Die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in der Region. In einem schwierigen Umfeld, das vor allem der Null- und Negativzinspolitik der EZB geschuldet ist, hat sie sich am Markt behauptet. Gewinn und Bilanzsumme 2016 sind allerdings geringer ausgefallen als im Vorjahr.

Landkreis – Die Zeiten sind hart für Kreditinstitute, egal ob Großbank oder Sparkasse. „Einfach war früher, heute ist anders“, sagt Peter Lingg. Erstmals als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen präsentierte Lingg - viele Jahre lang als Vorstand tätig - die Bilanz für 2016. Womöglich hätte er sich bei seiner Premiere bessere Zahlen gewünscht. Die Bilanzsumme ist zwar im Vergleich zu 2015 um 80 Millionen Euro auf 1,126 Milliarden Euro gesunken, aber im Fünf-Jahresvergleich die zweitbeste seit 2012. Gleich um 50 Prozent abgeschmolzen ist hingegen der Gewinn, der sich nur noch auf 204 000 Euro beläuft. Die Gewerbesteuer, die zum großen Teil in die Kasse des Marktes Garmisch-Partenkirchen fließt, reduzierte sich auf 610 000 Euro. „In einem schwierigen Umfeld sind wir immer noch gut aufgestellt“, betont Lingg, der seit Mitte des Jahres zusammen mit Grit Fugmann das Geldhaus führt. Die Zusammenarbeit beschreibt er als perfekt. „Als Team sind wir unschlagbar.“ Was er positiv bewertet: Das Eigenkapital hat das Kreditinstitut um 3,1 Millionen Euro auf knapp 128 Millionen Euro gesteigert und muss dies weiter tun. „Wir erfüllen damit eine Forderung der Europäischen Zentralbank“, sagt Fugmann.

Lingg zuversichtlich, dass Gewinn wieder steigt

Die Entwicklung der Bilanzsumme von 2012 bis 2016.

Die Niedrig- und Negativzinsen haben der Kreissparkasse teilweise das Geschäft verhagelt. „Das ist eine betriebswirtschaftliche Herausforderung“, sagt Lingg. „Und deshalb ist unsere Ertragslage rückläufig.“ Was sie allerdings nicht auf Dauer sein wird. Er ist zuversichtlich, „dass der Gewinn 2017 wieder leicht steigen wird“. Dazu beitragen soll ein ganzer Strauß an Maßnahmen, darunter die digitale Welt wie Online-Banking, Paydirekt, Fotoüberweisung und „kwitt“, eine Anwendung innerhalb der Sparkassen-App, mit der Geld von Handy zu Handy gesendet werden kann.

Nachdem die Schließung von Zweigstellen (vorerst) abgeschlossen zu sein scheint – derzeit werden die rund 60000 Kunden in drei Beratungscentern und sechs Geschäftsstellen betreut –, soll jetzt nach und nach das Personal reduziert werden. 2016 beschäftigte die Kreissparkasse 266 Mitarbeiter, 12 weniger als im Jahr zuvor. Und diese Schrumpfkur wird sich fortsetzen – allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen. Lingg will dazu Instrumente wie Vorruhestandsregelungen, Abfindungen und die natürliche Fluktuation nutzen. Die derzeit 17 Auszubildenden besitzen trotzdem die Chance auf eine Übernahme. An der Kostenschraube, wie andere bayerische Sparkassen, die für jede Abhebung am Geldautomat zu Kasse bitten, wollen Lingg und Fugmann nicht drehen. „Fünf Abhebungen sind frei“, sagt Fugmann. „Die sechste kostet 70 Cent.“

Gescheiterte Fusion weiter Thema

Die gescheiterte Fusion mit den Vereinigten Sparkassen Weilheim und der Kreissparkasse Schongau – beide haben sich am 1. April zur Sparkasse Oberland zusammengeschlossen – ist weiter ein Thema. In der Bank und der Politik. Lingg und der ehemalige Vorstandsvorsitzende Georg Fink hatten dafür votiert, ebenso wie Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD). Die Mehrheit des Aufsichtsrats stimmte dagegen. Teilweise wird dies nun bedauert. Denn die Kreissparkasse ist mittlerweile eingekreist von größeren öffentlich-rechtlichen Instituten und der VR Bank Werdenfels. Alle Konkurrenten um ähnliche Kunden. Ist der Druck damit gewachsen? „Nein“, sagt Lingg. „Der ist jetzt auch nicht größer als früher.“

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