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Total zerstört: die Gondel der Seilbahn Zugspitze.

“Die Geschmacklosigkeit ist nicht zu überbieten“

FDP-Mann fordert wegen Seilbahn-Unfall Rücktritte und sorgt damit für Entsetzen

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Er stößt oft mit seinen Aussagen auf wenig Gegenliebe. Mit dem Inhalt seiner Pressemitteilung zum Seilbahn-Unglück lief Martin Schröter jetzt in ein verbales Trommelfeuer. 

Garmisch-Partenkirchen – Welcher Teufel hat Martin Schröter da geritten? Der FDP-Mann mit Sitz im Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat versucht, die Seilbahn-Havarie an der Zugspitze, bei der ein Bergewagen in eine der beiden Gondeln gekracht und bei der ein Totalschaden entstanden ist, parteipolitisch ausnutzen. Dabei ist er weit übers Ziel hinausgeschossen und hat sich total vergaloppiert. Das Urteil von Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) fällt vernichtend aus. „Herr Schröter entwickelt sich immer mehr zum Spezialisten für alternative Fakten.“ Sie sieht bei ihm eine „sehr seltsame Wahrnehmung“. Eigentlich möchte sie sich mit der Meinung des Liberalen gar nicht weiter beschäftigen. „Dazu ist mir meine Arbeitszeit zu schade.“

In einer Pressemitteilung, die sich mit dem Crash beschäftigt, bringt Schröter die Finanzierung der Seilbahn Zugspitze, die zwar zur Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) gehört, die aber über die Gemeindewerke gelaufen ist, und den Unfall in einen kausalen Zusammenhang. Gleichzeitig fordert er den Rücktritt jener Personen, die für den 50-Millionen-Euro-Kredit gestimmt haben, den ein Bankenkonsortium zur Verfügung gestellt hat. „Wenn jemand mit fremdem Geld va-banque geht und scheitert, so wie die Vorstände, Aufsichtsräte und Verwaltungsräte, dann müssen sie zurücktreten – und zwar sofort. Sie haben die Verantwortung gewollt, und jetzt müssen sie diese bitteschön auch tragen“, schreibt der Vize-Botschafter an der deutschen Vertretung in Luxemburg.

Unfall der Zugspitz-Seilbahn: Schröter spricht von fahrlässigem Handeln 

Schröter glaubt, dass durch den Stillstand der Bahn, die BZB nicht mehr in der Lage sein wird, den Schuldendienst zu bedienen, und der Steuerzahler einspringen muss. „Vorstände und ihre Kontrolleure haben geschäftlich fahrlässig gehandelt“, meint Schröter.

Feierliche Einweihung der Seilbahn Zugspitze

Bei der Bayerischen Zugspitzbahn kennt man die Vorwürfe Schröters. „Wir können uns derzeit damit nicht beschäftigen, wir haben andere Sachen zu tun“, lässt Vorstand Matthias Stauch am Donnerstag über Pressesprecherin Verena Lothes ausrichten. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war, überlegt man sich geeignete Schritte.

Ströters Statement zum Zuspitzbahn-Unfall löst Fassungslosigkeit aus

Bei Gemeinderäten, die dem Aufsichtsrat der Zugspitzbahn anhören, hat das Schröter-Schreiben ein verbales Trommelfeuer ausgelöst. „Die Geschmacklosigkeit des Herrn Schröter ist nicht zu überbieten. Wer sich in solch perfider Art und Weise an einem derartigen Unfall persönlich zu profilieren versucht, hat das Recht verloren, den Markt Garmisch-Partenkirchen als Gemeinderat zu vertreten“, sagt CSU-Fraktionsvorsitzende Elisabeth Koch. Ähnlich äußert sich Florian Hilleprandt, der die CSB-Fraktion führt. Er unterstellt Schröter „eine Schadenfreude. Er appelliert nur an niedere Instinkte. Ich bin wahnsinnig entsetzt“. Dabei müsse man in schweren Zeiten „doch zusammenstehen“. 

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