Grenzkontrolle bei Griesen.
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Grenzkontrolle bei Griesen.

Pendler dürfen aufatmen

Griesen: Grenze nach Tirol nun länger geöffnet

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Ab sofort hat der Grenzübergang Griesen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen länger geöffnet. Damit haben Bundespolizei und österreichische Behörden die Zeiten an den Bedarf der Pendler angepasst.

Garmisch-Partenkirchen – Auf diese erfreuliche Nachricht hat Landrat Anton Speer (Freie Wähler) gewartet: Nicht zuletzt auf seinen Druck hin gehört die Bundesstraße 23 zwischen Griesen und dem Tiroler Ehrwald zu den wenigen auserwählten Grenzübergängen, die ab sofort von 6 bis 20 Uhr durchgehend für den Straßenverkehr geöffnet sind. 

Passieren darf trotzdem nicht jeder. Die Öffnung gilt lediglich „für Berufspendler, Schüler, Land- und Forstwirte sowie Reisende mit triftigem Reisegrund“, erklärt Thomas Borowik, Erster Hauptkommissar und Sprecher der Bundespolizei-Direktion Bayern. Bislang war die Ein- und Ausreise lediglich zwischen 6 bis 8 Uhr sowie von 18 bis 20 Uhr gestattet. Die Ausweitung dieses Zeitfensters machte ein Beschluss der Bundesregierung möglich, die am Mittwoch entsprechende Maßnahmen bei einer Pressekonferenz verkündete. 

IHK erhofft sich durch die Erweiterung eine „Entspannung der Lage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen“

Damit erhofft sich nun auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Entspannung der Lage im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. „Die strengen Einreiseregeln waren für Lastwagenfahrer und Berufspendler und für die Unternehmen in der Region eine hohe Belastung“, sagt Peter Lingg, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses. „Die Grenzkontrollen hemmen einen Neustart der Wirtschaft, der aufgrund der aktuellen Coronakrise dringend benötigt wird.“ Nicht zuletzt deshalb hat sich Speer „stets dafür eingesetzt, dass die Mitarbeiter des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Pflegekräfte auch während der Coronakrise den Grenzübergang nutzen können“. Der intensive Kontakt zwischen ihm und den Behörden sowie den zuständigen Kommunalpolitikern in Tirol hat letztlich dazu geführt, dass die Bundespolizei die Öffnung bei Griesen als notwendig erachtet hat, erklärt Borowik. 

„Unsere Fachleute haben sich lange mit dem Thema beschäftigt, welche Grenze wann, wie lange und für wen geöffnet wird.“ Wann die restlichen Grenzübergänge folgen – beispielsweise zwischen Scharnitz/Leutasch und Mittenwald oder Linderhof und Ammerwald – ist noch unklar. Fest steht, dass ab spätestens 15. Juni 2020 alle Grenzübergänge für alle Verkehrsteilnehmer passierbar werden – sofern keine zweite Coronavirus-Welle diese Pläne durchkreuzt. Das wäre vor allem für Speer, derzeit Präsident der Euregio-Zugspitze-Wetterstein-Karwendel-Region, ein „ganz besonderes Anliegen im Sinne einer guten Nachbarschaft zu den Tirolern“. Er appelliert aber an alle Pendler und Reisende, „sich an die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu halten“.

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